Das giftige Glück. Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das giftige Glück. Roman' von  Gudrun Lerchbaum
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das giftige Glück. Roman"

Nach einem Gefängnisaufenthalt versucht Kiki, zurück in ein geregeltes Leben zu finden. Als ihre unheilbar kranke Freundin Olga rund um die Uhr Pflege benötigt, zieht sie zu ihr und kümmert sich aufopfernd. Das neuartige Viennese Weed ist für Olga eine Möglichkeit zur Flucht, die sie ergreifen möchte. Für Kiki ein Albtraum, dem sie nicht entkommen kann. Dennoch ist sie bereit, für ihre Freundin die tödlichen Blätter zu beschaffen, auch wenn sie weiß, dass das für sie den ultimativen Abschied von Olga bedeuten kann. Auch die dreizehnjährige Jasse treibt es in den Wald. Aus Wut, Trauer und Verzweiflung möchte sie ihrem Leben ein Ende setzen. Als plötzlich Aufseher auftauchen, fliehen Kiki und Jasse zusammen – und knüpfen eine vorsichtige Verbindung, eine Freundschaft, die sich aus Unglück speist. Das hält Jasse allerdings nicht davon ab, den Bärlauch, den sie gesammelt hat, zum Einsatz zu bringen – allerdings nicht an sich selbst … Während Jasse mit ihrem Gewissen kämpft, breitet sich der Bärlauch-Befall immer weiter aus, dominiert die internationalen Medien, befeuert neue Verschwörungstheorien.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:272
Verlag: Haymon Verlag
EAN:9783709981498

Rezensionen zu "Das giftige Glück. Roman"

  1. Mind Food at its best

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Jan 2022 

    Mind-Food at its best

    "Das giftige Glück" ist das neue Buch der östereichischen Schriftstellerin Gudrun Lerchbaum.
    Es wird am 11.01.2022 vom Haymon Verlag veröffentlicht.
    Die Autorin:
    lebt in Wien. Belletristik, Kriminalroman & Dystopie sind Genres unter welchen sie schon erfolgreich Bücher veröffentlicht hat. Sie besticht mit ihren schriftstellerischen Vielfältigkeit.
    Das Cover:
    "springt" mir geradezu ins Auge. Es besticht durch die harmonische blau-grün-schwarzen Farbkomposition. Bärlauchblätter mit fein skizzierten Linien und Punkten.Giftgrüne Titelfarbe.
    Eine absolut gefällige, bildhafte Darstellung der literarischen Hauptkomponente: die Symbiose von Bärlauch & einer auf ihm lebenden Pilzart.
    Zum Inhalt:
    Bärlauch ist eine Gewürzpflanze,welches vielen Menschen ausgezeichnet mundet.
    Hier geht jedoch nicht um Rezepte. Es geht um das lilienartiges Gewächs, welches der Familie des Knoblauchs, Schnittlauchs & Zwiebeln, zugehörig ist.
    Nach dem Genuss des Gewächses sind nun Menschen überraschend verstorben.
    Es wurde beobachtet, dass der Verzehr schnell zu einem absoluten Glücksgefühl und dann zum sicheren, jähem Tod führt.
    Nach Analysen wird klar, dass eine Pilzart, die in Symbiose auf dem Bärlauch lebt, diesen teils euphorischen jedoch unvermeintlich mortalen Genuss, verursacht.
    Schnell werden wir mit der Frage konfrontiert:
    Ist der Genuss dieser Symbiose-Partnern ein Weg, raus aus dem Leid unheilbarer Erkrankungen, eine Lösung für unerträgliche Lebensumstände?
    Wer kann & darf diese für sich oder andere Menschen, gezielt einsetzen?
    Und, ist es ethisch und legal in Ordnung ?

    Mein persönlicher Leseeindruck:

    Erzählweise, Grammatik und Stil:
    Das wirklich spannende Thema wird von der Autorin schon auf den ersten Seiten zur inneren Diskussion gestellt. Anhand von den Herausforderungen einzelner Personen, arbeitet sie sich in Richtung, der absolut drängenden Frage: der Ethik.
    Sie versteht es, meine Gedanken zum Nachdenken und Abwägen zu motiveren.
    Es handelt sich hier zwar um eine Fiktion, welche sich jedoch in meiner Gedankenwelt als absolut mögliches Szenario, aufdrängt.

    Zusammenfassung:
    Die Präsentation dieses fiktiven, aber auch sehr aktuellen Thema, ist der Autorin, sehr gut gelungen.
    Küchenkraut für jedermann zugänglich. Seine Vielseitigkeit als: Waffe, Droge oder Nahrung?
    Welche Dinge müssen verboten werden um die Gesellschaft zu schützen?
    Lethaler Genuss mit Verboten regulieren?
    Ohne Umschweife präsentiert diese Erzählung, Fakten & Eckpunkte.
    Eine fiktive Pflanzensymbiose als Werkzeug der Meinungsbildung und Unterhaltung.
    Die schnörkelfreie flüssige Erzählweise, ermöglicht einen tollen Lesefluss.

    Fazit: Ich vergebe eine sehr gute 4* Sterne Bewertung für "Das giftige Glück".
    Es präsentiert das besondere Thema gekonnt & ermutigt die eigene Abwägung und Meinungsfindung ohne, auch "Fake News oder Verschwörungstheorien zu negieren. Insgesamt komplementiert die Story den individuellen Meinungsfindungsprozess & unterhält auf sehr gutem Niveau.

    Verlag: Haymon
    Seitenzahl: 276
    Format: Ebook, Gebundene Ausgabe
    ISBN: 3709981492

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