Das Geheimnis der schwarzen Dame: Roman (insel taschenbuch)

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Geheimnis der schwarzen Dame: Roman (insel taschenbuch)' von Arturo Pérez-Reverte
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Die Restauratorin Julia stürzt sich nach einer gescheiterten Beziehung in die Arbeit. Im Madrider Prado soll sie am Gemälde eines flämischen Meisters aus dem 15. Jahrhundert arbeiten; darauf ein in eine Schachpartie versunkener Ritter und sein Herr, im Hintergrund die edle Dame in schwarzem Samt. Schon bald legt Julia eine geheimnisvolle Inschrift frei, die viele Fragen aufwirft. Fragen nach der Liebe und einer fünfhundert Jahre alten Schuld. Und als ihr Ex-Freund plötzlich stirbt, bleibt Julia keine Wahl: Sie muss – auch um sich selbst zu retten – das Geheimnis der schwarzen Dame lösen …

Format:Taschenbuch
Seiten:410
Verlag: Insel Verlag
EAN:9783458360827

Rezensionen zu "Das Geheimnis der schwarzen Dame: Roman (insel taschenbuch)"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Jul 2017 

    Mördersuche mit Kriminologie, Geschichte und Schach

    Ein Krimi der sehr besonderen Art liegt mit Arturo Pérez-Revertes Roman „Das Geheimnis der schwarzen Dame“ vor. Er sollte nicht nur für Freunde spannender Krimis seinen Reiz haben, sondern auch für Liebhaber des historischen Genres von Interesse sein und Schachspieler ganz besonders anziehen. Denn alle drei Elemente sind in dem Buch sehr interessant und kunstvoll miteinander verknüpft.
    Zum Autor, dem ich mit diesem Buch zugegebenermaßen zum ersten Mal begegnet bin:
    Arturo Pérez-Reverte ist ein zeitgenössischer spanischer Journalist und Autor, dessen bekanntestes Werk „Der Club Dumas“ vor allem durch seine Verfilmung von Roman Polanski bekannt wurde. Mittlerweile ist er einer der meistübersetzten spanischen Autoren weltweit.
    Der Klappentext zu dem Buch, das mir von ihm in die Hände gefallen ist, führt den Leser wie folgt auf die Spur:
    „Die Restauratorin Julia arbeitet an einem flämischen Meisterwerk aus dem 15. Jahrhundert; darauf ein in eine Schachpartie versunkener Ritter und sein Herr, im Hintergrund die edle Dame in schwarzem Samt. Als Julia eine verdeckte Inschrift freilegt und kurz darauf ihr Exfreund stirbt, bleibt ihr keine Wahl: Sie muss – auch um sich selbst zu retten – das Geheimnis der schwarzen Dame lösen …“
    Zunächst ist dazu das Wissen der Historiker gefragt, um zu ergründen:
     Wer sind bzw. waren die gezeigten Personen?
     In welchem Verhältnis standen sie zueinander?
    Und, da die freigelegte Inschrift auf ein Verbrechen hinweist („Wer tötete den schwarzen Ritter?“), stellt sich bald die Frage:
     Gab es das Verbrechen wirklich?
     Wenn ja, wer sind Opfer und Täter?
    Doch schon bald verlegt sich das Geschehen, das es zu erkunden und zu begreifen gilt, aus der Vergangenheit in die Gegenwart. Mit dem Tod von Julias Exfreund, den sie in die historische Aufarbeitung der Gemäldesituation mit hineingezogen hat, verschieben sich auch die zu ergründenden Fragen: War es ein Unfall oder Mord? Wer hat in Motiv für seine Ermordung?
    Und immer mehr rückt auch die Schachpartie der beiden mittelalterlichen Männer in den Vordergrund. Denn irgendjemand ist da draußen im Madrid der Gegenwart, der mit Julia und ihrem Vertrauten Cesar diese Partie zu Ende spielen will. Die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit verschwimmen dabei immer mehr.
    "Die Welt ist ein Schachbrett aus Nächten und Tagen, auf dem das Schicksal die Menschen wie steine rückt."
    Und spätestens als ein neuer Mord passiert, stellen sich neue Fragen:
     Gibt es eine Verbindung zwischen dem Schachspiel und den Geschehnissen in der Wirklichkeit?
     Wer spielt mit Julia und Cesar Fernschach?
     Welche Person steht für welche Schachfigur?
     Was passiert mit der Person, wenn die Figur geschlagen wird?
    Mit dieser vielschichtigen Konstruktion des Romans und den verschiedenen Anknüpfungspunkten an die Handlung (Geschichte, Kunstgeschichte, Kriminologie, Schach) hält der Autor den Leser in Atem. Auch wenn die Auflösung am Ende mich dann eher enttäuscht zurück gelassen hat.
    Fazit:
    Insbesondere für Schachfans liegt hier ein ganz besonders reizvoller Krimi vor, der aber auch Lesern, die dem Schachspiel distanzierter gegenüberstehen – so wie ich – ein besonderes Lesevergnügen bietet.
    Ich vergebe gerne 4 Sterne.