Das Fundament der Ewigkeit

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Fundament der Ewigkeit' von Ken Follett
3.75
3.8 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Fundament der Ewigkeit"

Nach DIE SÄULEN DER ERDE und DIE TORE DER WELT der neue große historische KINGSBRIDGE-Roman des internationalen Bestsellerautors:

1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch die ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Liebe ... nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Die wahren Feinde sind dabei nicht die rivalisierenden Konfessionen. Der eigentliche Kampf wird zwischen denen ausgefochten, die an Toleranz und Verständigung glauben, und den Tyrannen, die ihre Ideen den anderen aufzwingen wollen - koste es, was es wolle.

Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Konflikt entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen ...

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Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:1168
EAN:9783785726006

Rezensionen zu "Das Fundament der Ewigkeit"

  1. Würdiger Abschluss einer großen Geschichte

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Feb 2018 

    Kingsbridge – Die Saga. Erinnern wir uns. Da gibt es einen Steinmetz, der strebt nach „Säulen der Erde, die sich in den lichten Himmel recken“. Tom Builder wird Baumeister und errichtet mit Hilfe von Prior Philipp in Kingsbridge eine Kathedrale. Die Leser fiebern mit dem Schicksal Toms und seiner Familie, und mit Aliena, der Grafentochter. Es ist ein Spitzenroman, der da 1989 veröffentlicht wird, er erreicht laut einer ZDF-Umfrage im Jahr 2004 in Deutschland Platz drei der meistgelesenen Bücher (1. J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe; 2. Die Bibel) und wurde 23 Millionen mal weltweit verkauft.

    Im Jahr 2007, achtzehn Jahr nach DIE SÄULEN DER ERDE, schreibt Follett die Geschichte fort. Zweihundert Jahre später im fiktivem Kingsbridge setzt die Handlung von DIE TORE DER WELT wieder ein. Diesmal steht die von Tom und Jack Builder gebaute Kathedrale auf etwas wacklig gewordenen Säulen, Merthin, ein Nachfahre von Jack, muss das „reparieren“, während sein Bruder ein Ritter werden will. Caris, die Wollweberin, wäre gern Ärztin, die Tagelöhnerin Gwenda möchte nur ihrer Liebe folgen und Godwyn, ihr Vetter plant, koste es, was es wolle, Prior von Kingsbridge zu werden. „Ehrgeiz und Liebe, Stolz und Rache werden den Weg dieser Menschen bestimmen. Pest und Krieg werden ihnen das Liebste nehmen, was sie besitzen. Glück und Unglück werden sie begleiten Doch sie werden die Hoffnung niemals aufgeben. Und immer wird der Schwur sie verfolgen, den sie an jenem schicksalhaften Tage leisteten.“

    Das Fundament der Ewigkeit. Zehn Jahr später setzt Ken Follett die Kingsbridge-Saga wiederum fort und die Leser begeben sich in das sogenannte „Goldene Zeitalter“ einer jungfräulichen Königen. Elisabeth, die Erste ihres Namens erwehrt sich im protestantischen, im puritanischen England gegen das katholische „Festland“. Ned Willard, Sohn einer Händlerin aus Kingsbridge, wird ihr dabei zur Seite stehen. Wir schreiben das Jahr 1558.

    Es ist die Zeit der Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken, vor allem im Königreich England. Heinrich VIII. hat die englischen Kirche vom Pabsttum abgekoppelt, seine Tochter, Thronfolgerin Maria, hat den Katholizismus wieder zur Staatsreligion erhoben. Doch im eben diesem Jahr stirbt die Königin und ihre Halbschwester wird als Elisabeth I. gekrönt. Sie ist der Auffassung, dass die Gläubigen in ihrer Regionsausübung frei sein sollten, doch wenn Religion auf Staat trifft und wenn andere Königreiche die Religion für ihre Machtinteressen betonen, dann ist die aufgeklärte Königin in ihrem absoluten Machtanspruch ebensowenig bereit, ohne jegliche Gewalt zu agieren.
    Neben Sir William Cecil und Sir Francis Walsingham hilft Ned Willard der Königin letztlich 46 Jahre auf dem englischen Thron zu verbleiben.

    Besuchen wird der Leser vor allem Frankreich, die Niederlande, Spanien und Schottland. Die Leserin trifft auf den Herzog von Guise und mehrere französische Könige, Maria Stuart und andere historische Figuren. Mit Barney, Neds Bruder segeln wir gegen die spanische Armada und mit Sylvie schmuggeln wir protestantische Bücher nach Paris.

    Wir erleben die Grausamkeit der Bartholomäusnacht und die Hinrichtung der schottischen Königin und die Vernichtung der Armada – große, schon oft erzählte Geschichte aus dem 16. Jahrhundert.
    Kingsbridge ist der Ausgangspunkt für besagten Ned Willard und seine Familie, Freunde und Feinde. Margery, die Geliebte aus einer katholischen Familie, die Neds Mutter ruiniert, heiratet in die Grafenfamilie derer von Shiring ein, ihr Buder Rollo wird ein Meisterspion. Das fiktive Kingsbridge ist der Punkt, in dem alles immer wieder seinen Ausgangspunkt nimmt, das Zusammentreffen von Margery und Ned und den Nachkommen der Shirings.

    Die Kathedrale. Gelegentlich stehen wir vor den „Säulen der Erde“ und der ehemaligen Priorei, in welcher dann ein Markt entsteht. Es ist eine protestantische Kirche geworden und die Katholiken bezahlen eine Strafsteuer von 30 Pfund, wenn sie die Messe nicht besuchen. Sie wird ihre Bedeutung bekommen im Roman.

    Das Buch. Erwartet hatte ich an sich eine Geschichte, in der die Stadt Mittelpunkt des Romans bleibt. Stadtentwicklung quasi. Rund um die „Säulen der Erde“ folglich. Handelte der erste Roman der sogenannten Kingsbridge-Saga vom Kathedralenbau und der zweite von einer Art Bausicherung und Rekonstruktion, so hat die Kathedrale „nur“ eine bindende Rolle zwischen den Bewohnern und ist Ausgangspunkt für ein schreckliches Unglück.
    Es scheint, als wäre es erforderlich, dass ein britischer Schriftsteller einmal im Leben vom „goldenen Zeitalter“ und von der „jungfräulichen Königin“ schreibt. Das gilt vielleicht ebenso für die Seeschlacht gegen die Spanier und den Mord an Maria Stuart, Königin von Schottland. Es sind laufende Regalmeter nicht nur britischer Sach- und Romanliteratur, die davon handeln, letztlich erst, am 12.10.2016, schrieb ich über den Roman DER PIRAT von Mac P. Lorne. Selbstverständlich hat auch Francis Drake bei Follett eine kleine Rolle.

    Der Autor ist einer der bekanntesten Schriftsteller der letzten 20 und mehr Jahre. Mit diesem Roman wird er seinem Ruf gerecht. Nicht unbedingt der beste seiner Romane, aber eine würdige Fortsetzung einer bekannten und verfilmten Geschichte.

    © KaratekaDD

  1. Elisabeth I

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 31. Dez 2017 

    Nach einiger Zeit im Ausland kehrt der junge Ned Willard im Jahr 1558 nach Knightsbridge zurück. Er sehnt sich nach seiner Jugendliebe Margery und muss zu seiner großen Enttäuschung erfahren, dass ihre Familie einen anderen Schwiegersohn im Sinne hat. Leider gelingt es den jungen Leuten nicht, die Eltern des Mädchens umzustimmen. Im Gegenteil es wird eine gemeine Intrige gesponnen, die letztlich dazu führt das die Kaufmannsfamilie, der Ned angehört, fast alles verliert. Ned ergreift daher die Chance in die Dienste William Cecils zu treten und eine politische Karriere anzustreben. Bei Cecil handelt es sich um einen Berater der jungen Elisabeth Tudor.

    Mit sehr gelungenen Formulierungen beschreibt der Autor das Leben des Ned Willard und seiner Getreuen, das schließlich eng mit der Regentschaft Elisabeths der Ersten verbunden ist. Große Hoffnungen hegen die Königsmacher, die Elisabeth große Toleranz zutrauen. Schließlich gilt es, zwischen Katholiken und Protestanten einen Frieden aufrecht zu halten. Dabei bedient sich Elisabeth einiger Kniffe, die etwas unverständlich erscheinen, die aber schließlich zu einem gewissermaßen weniger problematischen Umgang zwischen den Religionen führen. So wendet sich Elisabeth I dem Protestantismus zu und verbietet den Katholizismus. Insgeheim wird es jedoch geduldet, dass die Katholiken ihren Glauben ausüben. Wie anderes sieht es da zum Teil in anderen Gegenden des europäischen Festlandes aus, wo die Unstimmigkeiten in rohen Gewaltausbrüchen enden.

    Gekonnt verbindet Ken Follett auch mit seinem dritten Knightsbridge-Roman geschichtliche Fakten mit geschickt eingestreuter Fiktion. Und so lässt er teilhaben an der spannenden Zeit der Regentschaft von Elisabeth I. Welche Ränke wurden schon damals in der Politik geschmiedet. Welch herausragende Frauen bestimmten die Geschicke ihrer Länder. Doch auch welche Grausamkeiten wurden ausgeführt, um Ziele durchzudrücken. Vor dieser fesselnden geschichtlichen Ära geraten die fiktiven Familienschicksale in den Hintergrund. Wer sich aber einmal mit Elisabeth I und ihrer Zeit beschäftigen möchte, wird ein hervorragend recherchiertes und ausgesprochen mitreißendes Sittengemälde der Epoche dieser herausragenden Regentin vorfinden. Ken Follett versteht es einfach, zu fesseln und seine Bücher unvergesslich zu machen.

  1. Die Saga geht weiter ....

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Nov 2017 

    Klappentext
    Nach DIE SÄULEN DER ERDE und DIE TORE DER WELT der neue große historische KINGSBRIDGE-Roman des internationalen Bestsellerautors:

    1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch die ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Liebe ... nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Die wahren Feinde sind dabei nicht die rivalisierenden Konfessionen. Der eigentliche Kampf wird zwischen denen ausgefochten, die an Toleranz und Verständigung glauben, und den Tyrannen, die ihre Ideen den anderen aufzwingen wollen - koste es, was es wolle.

    Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Konflikt entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen ...

    Der Autor
    Ken Follett wurde am 5. Juni 1949 im walisischen Cardiff als erstes von drei Kindern des Ehepaares Martin und Veenie Follett geboren. Nicht genug, dass Spielsachen im Großbritannien der Nachkriegsjahre echte Mangelware waren – die zutiefst religiösen Folletts erlaubten ihren Kindern zudem weder Fernsehen noch Kinobesuche und verboten ihnen sogar, Radio zu hören. Dem jungen Ken blieben zur Unterhaltung nur die unzähligen Geschichten, die ihm seine Mutter erzählte – und die Abenteuer, die er sich in seiner eigenen Vorstellungswelt schuf. Schon früh lernte er lesen; er war ganz versessen auf Bücher, und nirgendwo ging er so gern hin wie in die öffentliche Bibliothek.

    Meine Meinung

    Story
    Ken Follett Kingsbridge Saga ist mit dem dritten Teil im 16. Jahrhundert angekommen. Das 16. Jahrhundert ist wohl das Jahrhundert mit den größten Umwälzungen in der Europäischen Geschichte. Überall herrscht Krieg zwischen den Anhängern des neuen und des Alten Glaubens. England sagt sich vom Papsttum los. Der Papst will England erobern lassen. Das mächtige Spanien erlebt den Aufstieg zur alles überragenden Seemacht und schließlich den Niedergang, In diesem ereignisreichen Jahrhundert spielt die Geschichte von Ken Follett. Was mit, Die Säulen der Erde und Die Tore der Welt anfing, geht nun mit Das Fundament der Ewigkeit weiter. Und man kann davon ausgehen das es nicht der Letze Teil sein wird.

    Schreibstil
    Obwohl in dem 1162 Seiten Buch, über 100 Personen mitspielen und das an mehreren Orten verteilt, verliert man als Leser nicht den Faden, selbst wenn man mal ein paar Tage nicht zum lesen kommt. Durch dezent eingearbeitet Sätze bleibt man als Leser immer in der Geschichte drin. Daher ist die Geschichte gut verständlich und leicht zu lesen. Dabei spannend und da gut recherchiert auch informativ.

    Charaktere
    Über 100 Charaktere beleben das Buch, mit tiefgründigen Personenbeschreibungen hält sich Follett nie auf, so ist es auch nicht möglich sich in jede Rolle hineinzuversetzten. Es ist genug um das Handeln der eine einzelne Charakter zu verstehen. Am Anfang und am Ende des Buches befindet sich eine Auflistung aller mitspielen Personen. Personen die es wirklich gegeben hat sind dabei hervorgehoben.

    Mein Fazit

    Während es in den Vorangegangenen Teilen um den Bau großer Bauwerke ging, so geht es diesmal im übertragenen Sinn, um den Aufbau ( Aufstieg) Englands, zur absoluten Seemacht, die noch Jahrhunderte andauern sollte. Der englischen Königin Elisabeth, gelingt es durch eine geschickte Politik England, zu großen Wohlstand und Macht zu verhelfen. Ken Folletts Hintergrundgeschichte ist für Leser historischer Romane nicht unbedingt neu aber er hat es sehr gut geschafft. der Epoche mit einer spannenden Geschichte Leben einzuhauchen. Er versteht es sehr gut sich nicht in allzu lange Erklärungen zu verlieren und dennoch erfährt der Leser genug um der Geschichte zu folgen. Ken Follett gehört seit jeher zu meinen Lieblingsautoren, was nicht heißt das ich alles gut finde was er schreibt. Ich würde diesem Buch gerne 5 von Leseratten geben aber leider kann ich nur 4 Leseratten geben . Die

    Geschichte an sich hätte durchaus 5 Verdient aber als Rezensent bewertet man nicht nur die Geschichte. Und in einem Punkt ist mir das Buch sauer aufgestoßen, nämlich der Preis 36,00 € für in Hardcover das ist mehr als heftig. Zugegeben, das Buch ist wunderschön aufgemacht aber selbst die illustrierten Ausgaben eines Dan Brown waren nicht so teuer. Wenn die Verlagshäuser meinen ihren Autoren zweistellige Millionenbeträge als Vorschuss zu zahlen, dann sollen sie das tun ,aber nicht auf Kosten der Leser. So wird lesen was für Besserverdienende. Ken Follett, sicher einer der best verdienensten Autoren der Welt hätte, sicherlich hier gegensteuern können.
    Deshalb gibt es von mir vier von fünf guten Leseratten/Sternen und eine Leseempfehlung.

  1. Ein tolles Buch, dessen Spannung am Ende jedoch nachlässt.

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 21. Okt 2017 

    Inhalt: Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Glaubenskonflikt zwischen Katholiken und Protestanten entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten.
    Vorweg sei schnell gesagt, dass dies zwar der dritte Kingsbridge-Roman ist, er aber nichts mit den ersten Teilen zu tun hat, außer einigen Anspielungen für Fans und daher problemlos ohne Vorwissen gelesen werden kann. Wer dieses Buch nur liest, weil ihm Die Säulen der Erde gefallen hat, der wird enttäuscht werden. Wer es jedoch liest, weil ihm auch die anderen Follett-Bücher gefallen, der wird seine Freude damit haben. Das sagt eigentlich schon das wichtigste über dieses Buch. Es ist perfekt recherchiert, hat der Autor ja auch eine Horde Historiker engagiert, um genau das für ihn zu erledigen und das Manuskript dann mehrmals Korrektur zu lesen. Wer sich also für die Ereignisse im Zeitalter von Elizabeth Tudor interessiert, mit dem Fokus auf die Glaubenskriege in ganz Europa, der wird hier fündig. Das ist aber auch einer meiner Kritikpunkte: Es fühlt sich teilweise mehr wie die Nacherzählung von aneinandergereihten Ereignissen an, als ein Plot, der sich zum Ende hin zuspitzt. Im Gegenteil hat das Buch im letzten Drittel für mich dramatisch an Spannung verloren und viele Szenen habe ich dann nur noch übersprungen. Dafür bildete dann der kurze Epilog einen wunderbaren Abschluss.
    Es ist zunächst wirklich spannend und interessant den verschiedenen Charakteren zu folgen, wie sie zwischen Kingsbridge, Calais, Sevilla, Antwerpen, der Karibik, Paris und London herumreisen und mit dem Hintergrund realer Ereignisse Abenteuer erleben. Follett hat hier wunderbare Panoramabilder geschaffen, mit denen man jenes Zeitalter sehr gut kennenlernt und eintauchen kann. Aber es ist zu lang. Irgendwann gibt es nichts Neues mehr zum Kennenlernen und der Plot verliert an Zug, ist einfach nicht mehr spannend, da nicht mehr überraschend.
    Die für mich persönlich größte Enttäuschung war die knappe Darstellung des Geheimdienstes, obwohl das ein zentraler Teil der Werbung war und laut Autor auch der Grund, dieses Buch zu schreiben. Ist hier doch der erste Geheimdienst der Welt begründet worden. Ned Willard ist zwar ein Agent, aber ich hätte mir schon mehr zu Francis Walsingham und den verschiedenen Verschlüsselungsmethoden erwartet, als einfach nur das Sammeln von Informationen an verschiedenen Orten.
    Ich habe dieses Buch also mit einer falschen Erwartungshaltung in die Hand genommen. Wem es jedoch um Politik, Glaubensfragen und Panoramadarstellungen geht, der wird mit dem Buch zufrieden sein. Allgemein finde ich die Darstellung der Katholiken und Protestanten sehr gut, haben doch beide Fehler gemacht und gehören kritisiert, es wird nichts schöngeredet und niemand als unschuldiges Opfer dargestellt.
    Fazit: Für Follett- und Geschichtsfans durchaus zu empfehlen, wer sich aber ein spannendes Epos mit einem großartigen Showdown am Ende erwartet, der sollte wohl hier nicht zugreifen.

    Hier geht es zum Originaltext und weiteren Rezensionen: https://meinekritiken.com/2017/10/21/buch-follett-ken-das-fundament-der-...