Das Fell des Bären: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Fell des Bären: Roman' von Matteo Righetto
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Gebundenes Buch
Ein großes Abenteuer in den Dolomiten und eine berührende Vater-Sohn-Geschichte.

Seit dem Tod seiner Mutter vor zwei Jahren hat der 12-jährige Domenico ein hartes Leben: Sein Vater, ein Tischler, ist schweigsam und ungesellig wie ein Luchs geworden und interessiert sich nicht einmal für die glänzenden schulischen Leistungen seines Sohnes. Dieser findet Trost nur in der Natur, an den Bächen und Wasserfällen der Dolomiten.

An einem Herbstmorgen im Jahr 1963 eröffnet Pietro, der Vater, seinem Sohn, dass er heute nicht zur Schule gehen soll: Sie werden für einige Tage in die Berge gehen - mit Proviant und zwei alten Gewehren. Im Laufe des mühevollen Aufstiegs erfährt der Junge, dass Pietro eine Wette eingegangen ist: Ausgerechnet er, der Außenseiter im Dorf, hat versprochen, den Bären zu erlegen, der in dieser Gegend seit einigen Wochen Bienenstöcke zermalmt, Hirsche und Rehe reißt. Auf ein solches Abenteuer hat Domenico schon lange gewartet. Dass es ihn an seine Grenzen führt, wird rasch deutlich. Zugleich spürt er im Laufe der abenteuerlichen Jagd eine wundersame Wandlung seines Vaters: Unter dessen rauer Schale bricht ein zugänglicherer, viel emotionaler Mensch hervor, als Domenico je für möglich gehalten hätte.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:160
EAN:9783896675996

Rezensionen zu "Das Fell des Bären: Roman"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 10. Mär 2018 

    Vater-/Sohn-Abenteuer vor beeindruckender Kulisse

    Der 12-jährige Domenico lebt zusammen mit seinem Vater in einem italienischen Bergdorf am Rande der Dolomiten. Er ist ein ehrgeiziger Schüler, ein Außenseiter und träumt davon, etwas Großes im Leben zu erreichen. Vor zwei Jahren starb seine Mutter, seitdem ist der Vater ein unleidlicher Zeitgenosse, der seine Abende im Gasthaus verbringt und mitunter aggressiv nach Hause kommt. Zwischen Vater und Sohn herrscht eisiges Schweigen.

    Die ganze Gegend lebt in Angst vor dem großen Teufelsbären, der in der Gegend umherstreift und um den sich Mythen ranken... Der Bär muss weg. Darüber ist man sich einig, aber keiner traut sich, die Sache anzugehen. Bis eines Abends Domenicos Vater Piettro mit dem reichen Händler des Ortes eine Wette abschließt: wenn Piettro den Bären erlegt, bekommt er eine große Geldsumme!

    Sofort am nächsten Morgen brechen Vater und Sohn zur Bärenjagd auf, ein Abenteuer beginnt, das das Schweigen zwischen den beiden bricht und sie wieder näher zueinander bringt. Langsam nähern sie sich aber auch dem Bären an, schauen der Gefahr ins Auge, es kommt zur Konfrontation mit dem Ungetüm...

    Neben dieser Spannung besticht der 159 Seiten starke Roman durch die beeindruckenden Beschreibungen der Bergwelt, diese Natur kann man wirklich "sehen". Der Schreibstil ist unverschnörkelt und klar. Wie bei einer Novelle wird ein Erlebnis in den Mittelpunkt gerückt. Dessen Auswirkungen haben natürlich Einfluss auf das Leben und die Entwicklung des Protagonisten.
    Es bleibt also Raum zum Nachdenken. Ein herrliches Buch!

    Die Atmosphäre hat mich an den Roman "Acht Berge" von Paolo Cognetti erinnert.
    Das Vater-Sohn-Abenteuer an "Goat Mountain" von David Vann.
    Wem diese Bücher gefallen haben, der wird auch an diesem seine Freude haben.