Das Erbe von Winterfell

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Erbe von Winterfell' von George R.R. Martin
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um Robert als Berater und Stellvertreter zu dienen. Eddard ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – aber die Ränke der Mächtigen bei Hof sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann ...


Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones


Format:Taschenbuch
Seiten:544
Verlag: Blanvalet
EAN:9783442267811

Rezensionen zu "Das Erbe von Winterfell"

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 01. Jul 2017 

    Leider kein Meisterwerk

    Nachdem Game of Thrones aktuell DIE Serie ist, habe ich mich einmal an den ersten Teil der Bücher Die Herren von Winterfell gewagt. Auch weil die Geschichte nach Hören Sagen durch die zahlreichen Konflikte lebt, hatte ich gehofft dadurch etwas für mein Schreiben zu lernen.

    Die Geschichte selbst ist allerdings nichts Besonderes. In einem mittelalterlichen Setting gibt es verschiedene adlige Familien, die um Macht kämpfen und sich mit Intrigen und Mord bei Laune halten. Gepaart wird das Ganze mit wenigen außergewöhnlichen Tieren und mysteriösen Wesen hinter einer großen Mauer.
    Der Einstieg ist holprig, weil einem dermaßen viele Charaktere um die Ohren gehauen werden, dass einem schwindlig wird. Nicht nur das. Ihre Geschichte und Familienverhältnisse gleich mit. Dem zu folgen ist mehr als schwer und sorgt im Fortlauf der Geschichte durchaus für mal Verwechslungen. Ignoriert man diesen Umstand bleibt zunächst eine relativ schwache Geschichte, die erst im zweiten Drittel überhaupt an Fahrt gewinnt. Und da hat man bereits 400 Seiten gelesen. Das mag der Komplexität der Geschichte geschuldet sein, wäre aber bei jedem anderen Buch ein KO-Kriterium. Um so enttäuschender ist es, dass die Geschichte nach den 600+ Seiten einfach aufhört.

    Mir war bewusst, dass es im Deutschen 10 und im Englischen nur 5 Bände gibt. Dass man diese aber so dilettantisch trennt und damit nicht einmal grundlegende Fragen des ersten Teils auflöst, entbehrt jedweder Lesebegeisterung. In Anbetracht von 16€ für das Taschenbuch(!), zahlt man für den kompletten ersten Teil mal eben 36€. Das ist Abzocke.
    Hinzu kommt, dass das Buch auch sonst mit nicht viel aufwarten kann. Die Sprache ist einfach und schnörkellos, besitzt keinen Wiedererkennungswert oder besonderen Zauber. Einzig die Dialoge sind großartig und beleben den ganzen Text mit ihrer alten Sprache. Ansonsten ist auch die Welt nicht außergewöhnlich. Eine Burg hier, eine da, Klan hier, Klan dort, mal ein Schattenwolf und eine große Mauer, auf die nicht wirklich eingegangen wird. Sie ist meiner Ansicht nach sogar das einzig wirklich spannende an dem Buch.

    Da mich Die Herren von Winterfell nicht wirklich gefesselt haben, die Geschichte selbst nur interessant ist, die Umsetzung noch schlimmer, gibt es gerade einmal zwei Sterne. Ich denke, diese Geschichte zeigt, was man mit Werbung erreichen kann. Sie mag als Fernsehformat in gekürzter Fassung hervorragend funktionieren. Als Buch gibt es deutlich bessere und vor allem fesselndere Geschichten, die nur halb solang sind. Abschließend gibt es also keine Leseempfehlung.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 08. Aug 2016 

    In einem Wort: großartig.

    Hinweis: Ich habe dieses Buch letztes Jahr schon auf deutsch gelesen, mir aber jetzt noch einmal den englischen ersten Band vorgenommen: "A Game of Thrones", der im Deutschen aufgesplittet wurde in die beiden Bände "Die Herren von Winterfell" und "Das Erbe von Winterfell".

    Im direkten Vergleich würde ich sagen, dass die Übersetzung an sich ohne Zweifel hochwertig und gut gelungen ist, aber dennoch nicht ganz an die sprachliche Urgewalt des Originals herankommt. In meinen Augen ist das aber auch kaum möglich, denn in einer Übersetzung geht immer etwas verloren! Außerdem wurden die Namen zum Teil ins Deutsche übersetzt (so wurde aus "Arys Oakheart" zum Beispiel "Arys Eichenherz"), und das spaltet ja immer die Gemüter... Ich kann diese Entscheidung allerdings nachvollziehen, denn ansonsten würden einem Leser, der des Englischen nicht mächtig ist, ja die Bedeutung der Namen komplett entgehen!

    Da es schon eine gefühlte Million an Rezensionen gibt, von begeisterten 5 Sternen bis hinunter zum giftigen Verriss mit nur einem Stern, ist eigentlich schon alles gesagt. Deswegen gibt es von mir statt einer ausführlichen Rezension nur eine knappe Kurz-Bewertung:

    Originalität: Liest sich einerseits realistisch wie ein Geschichtsbuch, anderseits so unglaublich einfallsreich, dass einem der Kopf schwirrt. Klassische Fantasy, und dennoch voller unverbrauchter Ideen!

    Spannung: Warnung! Wenn man am nächsten Morgen früh raus muss, sollte man das Buch auf keinen Fall mit ins Bett nehmen mit dem Vorsatz: "Nur noch ein Kapitel..." Schlachten! Intrigen! Persönliche Tragödien! Superspannend und meines Erachtens unwiderstehlich.

    Logik / Schlüssigkeit: George RR Martin hat nicht einfach Bücher geschrieben, er hat eine ganze Welt erfunden, und zwar durchdacht bis ins allerklitzekleinste Detail. Keine Ahnung, wie der Mann es hinbekommt, bei den ganzen Adelshäusern und der verwickelten Geschichte nicht den Überblick zu verlieren, aber er schafft es... Vielleicht ein Grund dafür, warum er inzwischen seit 1991 (!!) an der Reihe arbeitet?

    Charaktere: Viele. Seeeeehr viele. Ein ganzes Heer an Charakteren, und trotzdem alle komplex und vielschichtig. Tipp: Häng dein Herz nicht an einen Charakter, sonst geht er mit Sicherheit drauf.

    Schreibstil: Wie gesagt: sprachliche Urgewalt. Absolut umwerfend, mit Atmosphäre, die dicht genug ist zum Schneiden.

    Humor: Überraschend viel, oft böse. Besonders Tyrion Lannister macht kaum mal den Mund auf, ohne dass ich grinsen muss.

    Romantik: Eher wenig. Arrangierte Ehen überall, da ist Romantik eher ein Unfall, kommt aber vor.

    Erotik: Der Sex ist oft ziemlich gewalttätig und/oder gefühllos. Dass die Sieger einer Schlacht die Frauen der Gegner vergewaltigen, ist gang und gäbe. Nicht schön, aber da die Buchreihe zum Teil auf Epochen unserer Geschichte basiert, in denen es mehr als genug Präzedenzfälle für diese Art von Verhalten gibt, leider realistisch.

    Fazit:
    Gibt es irgendwas, was noch nicht über diese Bücher gesagt wurde? Deswegen kurz und knapp: Ich finde sie originell und spannend, voller großartiger Charaktere, mit einem grandiosen Schreibstil und überraschend viel Humor, dafür aber mit eher wenig Romantik / Erotik. (Wobei letzteres für mich kein Grund für Punktabzug ist, denn es würde zu den Büchern in meinen Augen auch nicht passen.)