Das dunkle Dorf

Buchseite und Rezensionen zu 'Das dunkle Dorf' von Lenz Koppelstätter
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das dunkle Dorf"

Rachsüchtige Mafiosi, ein toter Dorfpolizist und geheime Ermittlungen: In seinem sechsten Fall bekommt es Südtirols beliebtestes Ermittlerduo mit Italiens gefährlichsten Verbrechern zu tun. Es ist Mitte Januar, im verschneiten Grödental zittert immer wieder die Erde. Rund um das luxuriöse Winteridyll St. Christina gehen ungewöhnlich viele Lawinen ab. Doch Commissario Grauner hat keine Augen für dieses Naturspektakel. Auch als ein Toter in einer heruntergekommenen Villa gefunden wird, ermittelt er nur widerwillig. Denn seit Tagen ist seine achtzehnjährige Tochter Sara spurlos verschwunden. Als er erfährt, dass sein neapolitanischer Kollege Saltapepe untertauchen musste, weil der Mafiaboss Giorgio Garebani, den der Ispettore einst ins Gefängnis brachte, hinter ihm her ist, glaubt Grauner nicht mehr an einen Zufall. Gemeinsam mit seiner Frau Alba ermittelt er gegen alle Vorschriften – sie stürzen sich in einen Kampf, den sie eigentlich nicht gewinnen können, aber nicht verlieren dürfen.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:304
Verlag:
EAN:

Rezensionen zu "Das dunkle Dorf"

  1. Äußerst spannend

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Jan 2021 

    Pünktlich wie jedes Jahr im Januar erscheint im Januar ein neuer Roman Lenz Koppelstätters mit dem lieber Bauer als Kommssar seiendem Grauner. und der neue Fall hat es in sich.

    In Wolkenstein, dem Hauptort des Grödnertals, wird ein der unbewohnten Etage eines Hotels ein ermordeter Dorfpolizist aufgefunden. Kaum hat Grauner mit den Ermittlungen begonnen, wird ihm der Fall auch gleich wieder entzogen, gibt es doch offensichtlich Verbindungen zur Mafia, weshalb eine Sondereinheit der Anti-Mafia eingeschaltet wird. Grauenr geht das eigentlich gegen den Strich, da er grundsätzlich ungern Fälle abgibt, anderserseits kommt es im gerade recht, denn er muss nach seiner Tochter und der Freund suchen, die spurlos verschwunden sind, im Zimmer der Tochter hat seine Frau eine beträchtliche Menge synthetischer Drogen gefunden. Ist Sara in Drogengeschäfte verwickelt? Diese Frage treibt Grauner und seine Frau Alba dazu, gemeinsam in Bozen in der Drogenszene herumzustochern. Doch während der Suche bekomt Grauner die Nachricht, dass sein Kollege Saltapepe spurlos verschwunden ist. Dieser hatte einst in seiner Heimatstadt Neapel einen Mafiaboss zur Strecke gebracht, dieser hatte ihm Rache geschworen. Und nun taucht dessen Tochter, die das Geschäft übernommen hat, ebenfalls in Wolkenstein auf. Hin- und hergerissen zwischen der Sorge um seine Tochter und seinen Kollegen versucht Grauner in beiden Fällen zu ermitteln, natürlich ohne Auftrag. Dabei entdeckt er einen fürchterlichen Zusammenhang, der nicht nur ihn selbst und seine Familie sondern letztendlich sein ganzes Team in höchste Gefahr bringt.

    Der jüngste Roman Koppelstätters ist äußerst spannend, ich "musste" ihn in einem Guss lesen. Und das Ende weist einen Cliff-Hanger auf, der die Wartezeit bis zum nächsten Januar unendlich lang erscheinen lässt.

  1. Weißes Pulver

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 23. Dez 2020 

    Das tief verschneite Grödner Tal ist ein Idyll. Im luxuriösen Wolkenstein wird in einem Hotelzimmer der junge Dorfpolizist erschossen aufgefunden. Inspektor Grauner hat derweil noch ganz andere Sorgen. Seine Tochter Sara ist einige Tage nicht nach Hause gekommen. In ihrem Zimmer findet seine Frau Alma eine größere Menge Rauschgift, ein teuflisches chemisches Zeug, wie Grauner nach einer Analyse erfährt, das seit einiger Zeit in immer größeren Mengen den Markt überschwemmt. Offensichtlich will die Russenmafia den italienischen Organisationen den Markt streitig machen. Als dann noch Grauners Kollege Saltapepe spurlos verschwindet, ist er alarmiert. Denn Saltapepe wurde zu seinem Schutz von Neapel nach Südtirol versetzt, weil er maßgeblich an der Verhaftung eines Mafiabosses beteiligt war. Das alles kann kein Zufall sein.

    Lenz Koppelstätters Südtirol Krimis haben mir immer sehr gut gefallen. Sie passten mit ihrem Protagonisten Grauner, der lieber Bauer als Kriminalkommissar ist, gut in die Landschaft. Dieses Mal wird Südtirols Ferienidyll gebrochen, dabei existiert das Idyll ja nur noch in den Köpfen. Längst ist auch der Luxus bis in die abgelegenen Täler vorgedrungen. Und wo viel Geld im Spiel ist, ist auch das Organisierte Verbrechen – sprich Mafia – nicht weit.

    In diesem neuen Band geht es sehr viel härter zu. Grauner muss zusammen mit seiner Frau Alma seine Tochter suchen, ganz offensichtlich sind sie in die Fänge der Mafia geraten. Er weiß nicht, wem er in der Dienststelle trauen kann, auch die Staatsanwaltschaft ist ihm suspekt. Dazu kommen die Sorgen um den Kollegen Saltapepe. Zu oft hat er von undichten Stellen und fatalen Verbindungen gehört.

    Seine Suche führt ihn bis nach Neapel und hier bekommt der Südtirol Krimi eine weitere Wendung. Unerhört spannend geschrieben, hat mich die Geschichte nicht mehr losgelassen. Ganz besonders gefiel mir der Part Grauners. Er, der Südtirol nur sehr ungern verlässt, muss nach Neapel, muss sich auf das organisierte Verbrechen und den Drogenhandel einlassen, immer mit dem Wissen im Hintergrund, in welcher Gefahr seine Familie und sein Kollege schweben.

    Der Plot ist wirklich vielschichtig und der Autor gibt in diesem Band auch mal der Kollegin Tappeiner mehr Raum, so dürfen sie und Saltapepe auch aus Grauners Schatten treten.

    Wieder hat mich Koppelstätter mit seinem Krimi überzeugt.