Das Brombeerzimmer

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Brombeerzimmer' von Anne Töpfer
3.65
3.7 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Brombeerzimmer"

Nora liebt es, Marmelade zu kochen – am liebsten für ihren Mann Julian. Als dieser plötzlich stirbt, zerbricht Noras Welt. Doch dann findet sie einen Brief: Er ist von Julians Großtante. Kurz vor seinem Tod hatte er Kontakt zu ihr aufgenommen, um sie nach einem Familienrezept für Brombeerkonfitüre zu fragen. Nora macht sich auf die Suche nach der zurückgezogen lebenden Frau und findet einen verborgenen Marmeladenkeller voller Geheimnisse …

Autor:
Format:Audio CD
Seiten:5
EAN:9783956391989

Rezensionen zu "Das Brombeerzimmer"

  1. 3
    15. Aug 2017 

    Nette Unterhaltung mit kleinen Abstrichen...

    Noras Mann starb plötzlich und nach erst kurzer Ehe. Seit einem Jahr versucht Nora, ihre Trauer zu überwinden, und doch vergeht kein Tag, an dem sie nicht an ihren Julian denkt. Ihre beste Freundin und ihre Mutter sind Noras größte Stütze, und Nora ist froh, dass sie die beiden hat. Durch Zufall entdeckt die junge Witwe eines Tages in dem Arbeitszimmer ihres verstorbenen Mannes ein kleines Päckchen mit einem Brief, einem Rezept für Marmelade und einer kleinen Kostprobe derselben. Julians Großtante Klara ist der Absender, und Nora ist sehr berührt, denn ihr Mann hatte sie offensichtlich zu ihrem Hochzeitstag mit dem Präsent überraschen wollen. Nora selbst kocht leidenschaftlich gerne Marmeladen und Konfitüren und ist stets auf der Suche nach neuen leckeren Rezepten.

    Nachdem sie den netten Brief gelesen hat, beschließt Nora spontan, Klara Kummerow in Kinnbackenhagen zu besuchen. Zwar haben Julians Großvater und seine Schwester - denn eben diese ist Klara - seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr zueinander, aber was auch immer damals vorgefallen sein mag: Nora hat damit nichts zu tun. In dem kleinen Dorf in der Vorpommerschen Boddenlandschaft freundet sich Nora nicht nur rasch mit Klara an, sondern auch mit der lebenslustigen jungen Mandy. Schritt für Schritt kehrt Nora durch die Erlebenisse in und um Kummerow zurück ins Leben, öffnet sich den Menschen wieder und ahnt bald, dass es vielleicht auch für sie noch einmal eine neue Lieben geben wird. Doch zuvor will noch ein langgehütetes Geheimnis gelüftet werden...

    Ein lebendiger und bildhafter Schreibstil machen das Hörbuch zu einem unterhaltsamen Erlebnis, was v.a. auch an den lebensnahen Dialogen liegt. Der Spannungsfaktor allerdings kommt hier etwas zu kurz - selbst die Auflösung des Geheimnisses war für mich jetzt nicht allzu aufregend. Dafür gibt es viele von Humor durchsetzte Szenen, und man muss darauf gefasst sein, gelegentlich auch emotional berührt zu werden. Die Charaktere erscheinen lebendig und sympathisch, bleiben für meinen Geschmack aber zu oberflächlich und eindimensional. Nur 'lieb' kann eben rasch auch langweilig sein.

    An den Vortrag von Uta Simone musste ich mich zunächst gewöhnen. Eher sanft und leise wird hier gelesen, was mich gerade zu Anfang manchesmal in der Konzentration abweichen ließ. Aber später habe ich mich an diese Art der Lesung gewöhnt, so dass ich sie auch zunehmend genießen konnte. Das Ende des 6 h 11 min. dauernden Hörbuchs kam für mich dann etwas abrupt, aber letztlich sind damit wohl alle Fragen beantwortet.

    Ein unterhaltsamer Frauenroman für zwischendurch, sicher auch als Strandlektüre geeignet...

    © Parden

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  1. 5
    26. Mär 2017 

    Wunderschöne, emotionale Story mit viel Herz, Familie und Freund

    Anne Töpfer – Das Brombeerzimmer

    Nora ist in ihrer Trauer gefangen. Vor einem Jahr ist ihr Ehemann Julian beim joggen einfach tot umgefallen. Herzmuskelentzündung. Sie gibt sich die Schuld und „verarbeitet“ ihre Trauer indem sie weiter an alten Gewohnheiten festhält und sich distanziert, sehr zum Leidwesen ihrer besten Freundin Katharina, ihrer Mutter und vorallem ihrer Schwiegermutter Margot.
    An Julians Todestag verändert sich jedoch alles... denn sie findet einen Brief von Julians Großtante Klara, die Noras Leidenschaft teilt. Als sie sich verspätet bei ihr bedanken möchte, kann sie noch nicht ahnen, in welches Familiendrama sie hinein läuft, als sie Klara besuchen fährt. Vielleicht findet Nora Antworten auf die Geheimnisse, vielleicht findet sie neue Menschen, die ihr lieb und teuer werden, aber vielleicht findet Nora auch einfach nur zu sich selbst zurück...

    Ich bedanke mich herzlich für das Rezensionsexemplar über das ich mich sehr gefreut habe, natürlich beeinflusst dies meine ehrliche Meinung nicht.

    „Das Brombeerzimmer“ von Anne Töpfer ist mein erstes Buch der Autorin und ganz sicher nicht das letzte, denn die emotionale, berührende und spannende Handlung, der lockere, flüssige Schreibstil, die vielen Überraschungen und Geheimnisse sowie die bildhaften Beschreibungen der Handlungsorte haben mich sehr schnell in ihren Bann ziehen können, sodass aus dem „mal eben reinschnuppern“ gleich die Hälfte des Buches wurde.
    Die Charaktere wirken lebendig, sind facettenreich und detailliert dargestellt, haben eine besondere emotionale Tiefe und man fühlt sich ihnen so nahe, das ich vor allem mit Nora mitgeweint habe, als sie um ihren Mann trauert und mich mit ihr gefreut habe, als sie langsam das Leben wieder zu schätzen lernt. Hier ist der Autorin wirklich außergewöhnliches gelungen, denn selten habe ich mich so wohl und „zuhause“ in einem Buch gefühlt.
    Neben Nora ist mir auch Mandy unheimlich ans Herz gewachsen, eine junge toughe Frau mit Träumen und einem großen Herzen.
    Auch Noras beste Freundin Katharina konnte mich absolut von sich überzeugen, sympathisch, stark und mit einer verbalen Schlagkraft ausgestattet, konnte sie die Story immer wieder auflockern und sie hat mich wirklich beeindruckt.
    Und nicht zuletzt Klara, die Seniorin mit dem großen Herzen, die sich zu verteidigen weiß und nicht nur neugierig auf Kastanienbäumen klettert, war mir von Anfang an sympathisch.

    In diesem Buch steht die Familie im Vordergrund, das Leben und die Freundschaften, natürlich bringen die kleinen Geheimnisse den Pep in die Story und so ist das Buch kurzweilig und hat mir schöne und vor allem emotionale Lesestunden geschenkt.
    Da nicht alle Fragen beantwortet werden, könnte ich mir hier noch eine Fortsetzung zu vorstellen, aber selbst wenn nicht, ist es eine schöne, stimmige Story die das Herz berührt.

    Hervorheben möchte ich noch die tollen Rezepte, die am Ende einiger Kapitel eingestellt sind. Hier gibt es schöne Ideen, die sich aufgrund der tollen Beschreibungen sicherlich leicht nachmachen lassen.

    Fazit: Wunderschöne, emotionale Story mit viel Herz, Familie und Freundschaft
    Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

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  1. Schöne Marmeladenrezepte

    Viel zu früh hat Nora ihren Mann verloren, statt des erhofften gemeinsamen Lebens, steht sie nach wenigen Ehejahren als Witwe allein da und weiß kaum, wie sie mit ihrer Trauer und ihrem Schmerz umgehen kann. Sie hat noch nicht mal die Kraft den Schreibtisch ihres Mannes aufzuräumen, statt-dessen flüchtet sie sich in ihre Arbeit und in das sonntägliche Ritual des Marmeladekochens.

    Doch dann findet sie zufällig einen Brief einer alten Verwandten ihres Mannes mit einem ganz besonderen Rezept und sie beschließt spontan, diese Großtante aufzusuchen. Damit bringt sie fast die ganze Familie ihres Mannes gegen sich auf, denn es scheint eine alte Fehde und ein altes Familiengeheimnis zu geben.Diese Reise nach Vorpommern wird sich als Wendepunkt ihres Lebens herausstellen.

    In dieser Geschichte geht es um große Gefühle, Liebe, Trauer und Vertrauen. Das ist emotional erzählt. Besonders einfühlsam wird die Trauer Noras geschildert, ihre Flash Backs, die immer wieder eine Tränenflut auslösen können, ihr langsames Wiederauftauchen in die Welt. Dabei spielt Freundschaft eine große Rolle. Ihre beste Freundin ist eine Stütze, immer für sie da, ohne zu fragen oder zu zögern. Auch die neu auftauchenden Frauenfiguren finden sofort in Freundschaft zusammen.

    Das ist alles schön erzählt und trotzdem hat mich das Buch nicht richtig gepackt. Mir war das zu glatt, zu vorhersehbar. Es fehlte an keiner Zutat, wie bösen Nachbarn, liebevolle Hunde, attraktiven Singles usw, die zu diesem Genre gehören. Ich hätte nicht für jede Romanfigur ein passendes Happy End in 2-Wochenfrist gebraucht und ich fand manche Nebenhandlung dann doch sehr belanglos.

    Ein Highlight dieses besonders hübsch gestalten Buches sind die Marmeladen- und Likörrezepte, alle machen Lust auf’s Ausprobieren und Nachkochen. Diesen süßen Verführungen kann man sich einfach nicht entziehen. Ganz sicher werde ich das ausprobieren und schon dafür hat sich das Buch gelohnt.

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