Darkmere Summer

Rezensionen zu "Darkmere Summer"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 18. Mai 2016 

    Schöne Story

    3,5 Sterne
    Klappentext
    Der Plan war: Sommer, Sonne – und Leo. Schließlich hat Kate seine Einladung auf das alte Schloss nur angenommen, damit sie Zeit mit ihm verbringen kann. Doch seit sie und Leos Freunde in Darkmere sind, ist die Stimmung seltsam. Trotz der idyllischen Umgebung kommen die dunkelsten Seiten in ihnen zum Vorschein. Ist das Schloss wirklich verflucht? Kate fängt an zu recherchieren und stößt dabei auf das Tagebuch von Elinor. Ein Mädchen, das 1825 voller Hoffnung nach Darkmere kam. Und dort die Hölle auf Erden erlebte

    Die Autorin
    Helen Maslin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Cheltenham. Sie hat Englisch, Geschichte und Kunstgeschichte studiert – was auch immer noch ihre größten Interessen sind. An der Grundschule ihrer Kinder leitet sie einen Kunstklub. Das macht zwar Spaß, ist aber immer sehr chaotisch. Am liebsten mag Helen knallbunt gefärbte Haare, Peter Lorres Stimme, den Duft eines neuen Buches, Roy Lichtensteins Kunst, Nettigkeit und Kuchen.

    Meine Meinung

    Story
    Kate macht sich mit ein paar Schulfreunden auf in die Ferien. Sie will die Ferien genießen und hofft das zwischen ihr und Leo was läuft. Der Ort ihrer gemeinsamen Ferien ist ein altes Anwesen, welches Leo gerade geerbt hat. Ein kleines schlossähnliches Haus, abseits gelegen, mit eigenem Strand, aber mit einer geheimnisvollen Vergangenheit. Sehr schnell entdeckt Kate, dass an diesem Ort vor langer Zeit etwas Schreckliches passiert ist. Und Kate ist entschlossen dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

    Schreibstil
    Das Buch ist einfach, verständlich geschrieben. Im Wechsel mit der heutigen Geschichte um Kate, reist der Leser in die Vergangenheit und erfährt was sich eins in dem Haus zugetragen hat.

    Charaktere
    Helen Maslin versteht es gut ihren Protagonisten leben einzuhauchen und sie dadurch echt wirken zu lassen.

    Mein Fazit

    Ein altes Haus, ein altes Geheimnis, und ein Protagonist der dieses lüften will. Die Geschichte ist nicht unbedingt neu, denn auch Helen Maslin bedient sich althergebrachtem. Das Buch ist deshalb aber nicht schlecht. Dem Leser bietet das Buch eine einfache, aber dennoch spannende Geschichte. Ideal als einfache Urlaubs Lektüre.
    Ich vergebe hier 3,5 von 5 Leseratten und eine eingeschränkte Leseempfehlung für Leser, die gerne mal was jugendlich leichtes, aber dennoch spannendes mögen.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Feb 2016 

    Ein Schloss. Ein Fluch. Ein Sommer, der alles verändert.

    "Darkmere Summer" ist ein klassischer Schauerroman für moderne junge Leser: ein alter Fluch, Stimmen im säuselnden Wind, Schritte in einem leeren Flur, das bedrohlich tosende Meer - aber auch Party, Kiffen, Planking und Smartphone. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen: zum einen folgt sie der jungen Elinor, die im Jahr 1825 als naive 17-jährige Braut den Fuß in Darkmere Castle setzt (und das bitter bereut), zum anderen spiegeln sich deren Erlebnisse auf sonderbare Art wider im Leben von Kate, einem ganz normalen Teenager aus unserer Zeit.

    Was mich besonders begeistert hat, war der großartige Schreibstil; mit stimmungsvollen Bildern baut er unterschwellige Spannung und gepflegten Grusel auf. Dabei trifft die Autorin in meinen Augen aber auch die Jugendsprache moderner Teenager sehr gut!

    "Die Bäume wisperten und raschelten, das Meer seufzte wie eine müde Seele und der Seewind heulte gespenstisch. Ein Eulenruf ließ mich zusammenzucken und ich höre das Wummern der Musik und das Stimmengemurmel der Jungs in der Schlusshalle drinnen. (...) Ich konnte sogar hören, wie sich die zerbröckelnden alten Knochen des Schlossgemäuers zur Ruhe begaben."

    Die Ereignisse haben mich selten wirklich überrascht, aber dennoch übten sie auf mich einen unwiderstehlichen, düsteren Sog aus - ich war gefesselt und musste einfach immer weiterlesen.

    Die beiden jungen Frauen, durch deren Augen wir die Geschichte sehen, waren mir schnell sympathisch und ich habe ganz selbstverständlich mit ihnen mitgefühlt.

    Elinor gilt als undamenhafter Wildfang, macht sich nichts aus Juwelen oder schönen Kleidern und hat noch kein Interesse an jungen Männern oder gar Ehe - zumindest nicht im echten Leben! Stattdessen vergräbt sie lieber die Nase in einem Liebesroman. Außerdem hat sowieso keiner Augen für sie, da ihre bildhübsche Schwester mit geschicktem Flirten und geziertem Benehmen alle Blicke auf sich zieht.

    Kate sehnt sich nach der Akzeptanz und Zuneigung, die sie von ihrer meist betrunkenen Mutter nie bekommen hat. Sie ist intelligent und entschlossen, etwas aus ihrem Leben zu machen, reagiert aber manchmal unnötig misstrauisch oder feindselig, weil sie so daran gewöhnt ist, sich immer behaupten zu müssen.

    Beide haben wenig übrig für oberflächlichen Tand, legen Wert auf innere Werte und sind Leseratten - alles Eigenschaften, die mir gut gefallen haben!

    Und auch in der Liebe spiegelt sich ihr Leben: Elinor fühlt sich von St. Cloud, dem ersten Herr von Darkmere, angezogen - Kate von Leo, seinem Erben. Beide sind arrogant, verwöhnt, oft grausam und egoistisch, haben aber auch einen gewissen dunklen Charm.

    Romantik erweist sich in diesem Buch oft als Trugschluss, und Liebe ist noch keine Garantie für ein Happy End... Dadurch fand ich die Geschichte auch nie kitschig, konnte Kates und Elinors Gefühle aber gut mitfühlen.

    Zwei weitere Charaktere, die mich überzeugen konnten, waren Jackson (Gegenwart) und Anna (Vergangenheit).

    Anna ist Elinors Schwester und hat eigentlich nur ein Interesse: sie will sich so schnell wie möglich einen reichen Mann angeln, denn sie will ein Stadthaus, Bedienstete, die neueste Mode, eine eigene Kutsche und vieles mehr. Sie hat keinen Sinn für Romantik und kein Interesse an tieferen Werten. Aber ein Schicksalsschlag macht ihr einen Strich durch die Rechnung...

    Jackson ist ein Kumpel von Leo, der Kate immer feindselig und ablehnend zu mustern scheint, obwohl er dazu eigentlichen keinen Grund hat. Sie ist der Meinung, er wolle einfach kein Mädchen aus armen Verhältnissen in der Clique, und er scheint sich an Leos unsympathischeren Eigenschaften auch nie zu stören - aber natürlich stellt sich dann doch heraus, dass alles ganz anders ist.

    Die anderen Charaktere blieben für mich leider eher blass; ich hatte nicht das Gefühl, sie wirklich kennen zu lernen. Andererseits sind Kate und Elinor so lebendige, starke Charaktere, dass sie die Geschichte alleine tragen können.

    Eine kleine Sache, die ich nicht ganz schlüssig fand: Kate bezieht ihre Informationen hauptsächlich aus Elinors Tagebuch und alten Zeitungsausschnitten, weiß aber gegen Ende Dinge, die weder im Tagebuch noch in der Zeitung gestanden haben können...

    Fazit:
    Das Buch hat mir sehr viel Spaß gemacht, gerade weil die Autorin viel Grusel mit wenig Gewalt aufbaut - einfach nur mit dichter Atmosphäre und einem Schreibstil mit wunderbarer Sprachmelodie.
    Ich fand die Geschichte nicht sonderlich überraschend, aber dennoch unheimlich spannend! Die beiden Mädchen, die uns ihre Geschichte erzählen, wirkten auf mich sympathisch und glaubhaft.