The Complete Fiction of Nella Larsen

Buchseite und Rezensionen zu 'The Complete Fiction of Nella Larsen' von Charles Larson
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "The Complete Fiction of Nella Larsen"

Format:Taschenbuch
Seiten:304
Verlag: Anchor
EAN:9780385721004

Rezensionen zu "The Complete Fiction of Nella Larsen"

  1. Quicksand

    Interessantes Buch über Rassendiskriminierung

    Vorab: Das Buch ist mittlerweile fast 100 Jahre alt. Es kam ein Jahr vor „Passing“ auf den Markt und beleuchtet das Problem hellhäutiger Schwarzer aus Sicht einer damals noch „Mulattin“ genannten Frau. Es gibt unglaublich viel Sekundärliteratur zu dem Roman, viel mehr als zu „Passing“. Ins Deutsche oder in eine andere Sprache übersetzt wurde er wohl bisher nicht.

    Die junge Lehrerin Helga Crane flieht aus ihrem Job an einer Schule für schwarze Mädchen im Süden der USA und zieht zunächst auf der Suche nach Familie nach Chicago, später nach New York und dort nach Harlem. Erst ist sie begeistert von der Atmosphäre und ihrer neugewonnenen Freiheit, dann wird ihr das alles zu viel und sie fährt mit dem Schiff nach Kopenhagen auf der Suche nach ihrer weißen europäischen Verwandtschaft – ihre Mutter war Dänin (wie auch die Mutter der Autorin). Dort fühlt sie sich aber nur exotisch (eine Frau glaubt der eher hellhäutigen Helga nicht, dass sie eine Schwarze ist, denn „Neger sind kohlpechrabenschwarz und haben wollige Haare“) und bestaunt, manipuliert, daraufhin kehrt sie nach New York zurück. Einen Heiratsantrag eines dänischen Porträtmalers im Kopenhagen hat sie ausgeschlagen, schließlich heiratet sie den Prediger einer Missionsstation in New York, in die sie sich vor einem Platzregen rettet, und zieht mit ihm aufs Land nach Alabama. Sie bekommen fünf Kinder, aber die „Stabilität, das dauerhafte Glück“, das sie sich von dieser Verbindung erhofft hatte, stellen sich nicht ein. Sie wird nie wirklich dazugehören, immer Außenseiterin bleiben und trotzdem nie ausbrechen können.

    Sehr gefallen hat mir der flüssige und schöne Stil, das wie auch bei „Passing“ etwas Antiquierte, das gut Stimmungen transportiert. Auch die Thematik der Mischehe wurde gut erklärt. Der Werdegang von Helga ist nicht der gleiche wie der von Nella Larsen, aber ich vermute mal, dass ihre Erfahrungen mit der Rassenfrage sehr ähnlich sind. Helga wünscht sich ein Leben inmitten der schwarzen Community und ist absolut gegen eine Mischehe. Das zweite beherrschende Thema, ihre spirituelle Erfahrung, konnte ich allerdings schwer nachvollziehen – sie findet letzten Endes nicht die erhoffte Ruhe in der Religion.

    Alles in allem interessant, aber unbefriedigend. Vier Sterne.

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