Buchland

Buchseite und Rezensionen zu 'Buchland' von Markus Walther
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Das Buchland im Keller unter uns ist unglaublich viel mehr, als diese Aneinanderreihung von gefüllten Regalen. Dort findet man billige Klischees, abgedroschene Fantasien und halbe Wahrheiten direkt neben den großen göttlichen Ideen, die die Welt veränderten. Die ganze Kreativität der Menschheit."

Dieses Antiquariat ist nicht wie andere Buchläden!

Das muss auch die gescheiterte Buchhändlerin Beatrice feststellen, als sie notgedrungen die Stelle im staubigen Antiquariat des ebenso verstaubt wirkenden Herrn Plana annimmt. Schnell merkt sie allerdings, dass dort so manches nicht mit rechten Dingen zugeht:
Wer verbirgt sich hinter den so antiquiert wirkenden Stammkunden "Eddie" und "Wolfgang"? Und welche Rolle spielt Herr Plana selbst, dessen Beziehung zu seinen Büchern scheinbar jede epische Distanz überwindet?
Doch noch ehe Beatrice all diese Geheimnisse lüften kann, gerät ihr Mann Ingo in große Gefahr und Beatrice setzt alles daran, ihn zu retten. Zusammen mit Herrn Plana begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch das mysteriöse Buchland. Dort treffen sie nicht nur blinde Buchbinder, griechische Göttinnen und die ein oder andere Leseratte, auch der Tod höchstpersönlich kreuzt ihren Weg.
Und schon bald steht fest: Es geht um viel mehr, als bloß darum, Ingo zu retten. Vielmehr gilt es, die Literatur selbst vor ihrem Untergang zu bewahren!

Markus Walther, der Autor der Kurzgeschichtensammlungen "EspressoProsa" und "Kleine Scheißhausgeschichten", entführt den Leser nun mit seinem ersten Roman in die phantastische Welt des Buchlandes. Ein Muss für jeden Bibliophilen!

Format:Broschiert
Seiten:244
Verlag: Acabus Verlag
EAN:9783862821860

Rezensionen zu "Buchland"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 28. Sep 2016 

    Buchtastisch

    Buchtastisch

    Beatrice Liber beginnt eine Anstellung im Antiquariat des Herrn Plana. Schnell wird klar, dass Herr Plana große Pläne mit Beatrice hat. Er weiht sie nach und nach in die Geheimnisse des Buchlandes ein, welches im Keller des Antiquariats schlummert. Dort befindet sich ein riesiges Areal mit allen existierenden Büchern. Sogar die ungeschriebenen Bücher haben hier einen Ort.
    Herr Plana bezeichnet sich selbst als Auktoral, er kann auf magische Weise mit den Büchern kommunizieren, ist mit ihnen verbunden.
    Doch das Buchland ist in Gefahr, es braucht ein Buch, aus der Hand von Beatrice, die sich so gar nicht als Schreiberin sieht. Herr Plana will Beatrice überzeugen dieses Buch dennoch zu schreiben, und erlebt einige beschauliche Abenteuer gemeinsam mit Bea, wie er sie nennt. So lernen sie bezaubernde Kammern und Gestalten des Buchlandes kennen, unter anderem auch den Tod. Der seine Hände nach Ingo, Beatrice Mann ausstreckt.........

    Dieses Buch ist ein wahres Juwel. Es vereint ganz viele Elemente die einem Buchliebhaber das Herz höher schlagen lassen. So finden viele literarische Größen Erwähnung, bekannte Werke fließen in die Geschichte mit ein. Viele berühmte Zitate, werden aufgegriffen. Markus Walther schafft es hier und da immer wieder Anekdoten einzubauen, die dem Vielleser ein Strahlen ins Gesicht zaubern. Musste oft schmunzeln, und war genauso oft peinlich berührt.
    Ein wenig fühlte ich mich wie damals als Kind, als ich in die unendliche Geschichte von Michael Ende eintauchen durfte. Ich fieberte mit Bea und Herrn Plana mit, dieses wundervolle Buchland darf nicht dem Untergang geweiht sein.

    Die Charaktere sind sehr bildhaft und schafften es mich zu fesseln. Herr Plana zieht seine Macht aus den Büchern, es scheint so, dass das geschriebene Wort sein Lebenselixier ist. Hört sich fantastisch an, ist es auch, aber nach kurzer Zeit in dieser Welt erscheint es fast Real. Wie gern würde man an Beatrice Stelle treten und in diese Welt eintauchen. Beatrice hat schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen, sieht sich selbst als schwach an, dass ist sie aber ganz und gar nicht. Doch um das zu erkennen, muss sie erst ein Buch schreiben.

    Das Abenteuer Buchland geht weiter. Eine Fortsetzung ist erst kürzlich erschienen. Da Beatrice und diese magische Welt mich so verzaubert haben, werde ich mich erneut auf die Reise machen, und bin jetzt schon gespannt, ob die Bücher wieder wispern und ihr Geheimnis preisgeben.

    Ein Werk das Buch -und Fantasyliebhaber unbedingt lesen sollten. Erschienen im Acabus-Verlag

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Apr 2014 

    Aufschlagen, träumen und genießen

    Herr Plana betreibt ein Antiquariat in einer Gegend, in der andere Geschäfte nach und nach schließen müssen. Um frischen Wind in seine liebevoll geführte Buchhandlung zu bringen, stellt er Beatrice Liber ein, die gerade ihre Bücherei schließen musste. Dankbar nimmt sie die Stelle an und nachdem sie auch aktuelle Bücher in ihr Sortiment aufgenommen haben, läuft der Laden auch wesentlich besser. Doch schon bald merkt Bea, dass in dem Antiquariat seltsame Dinge vor sich gehen und verlangt eine Erklärung von ihrem Chef. Daraufhin führt er sie in den Keller, ins Buchland. Und als wäre das nicht schon verwirrend genug, muss sie auch noch Angst um ihren Mann Ingo haben.

    Seit mir Markus Walther von seiner Idee für Buchland erzählt hatte und ich auch die ersten Kapitel lesen durfte, konnte ich das Erscheinen des Buches kaum noch erwarten. Selbst von dem Wenigen das ich gelesen hatte, war ich wie verzaubert.

    Und heute war es dann endlich soweit: Mein signiertes Exemplar von Buchland war da. Und als ganz besonderes Schmankerl für mich schrieb Markus, dass Seite 241 für mich reserviert sei. Ihr könnt euch vielleicht meine großen Augen vorstellen, als ich meinen Namen bei der Danksagung las. Ich war total platt und freue mich jetzt noch wie verrückt. Vielen Dank Markus.

    "Wenn Worte den Geist emportragen, so muss dein Körper nicht verweilen. (Seite 197)

    Bisher hat es nur ein Geschichtenschreiber geschafft mich so mit seinen Werken zu bezaubern und das ist Carlos Ruiz Zafón. Jetzt gibt es auch noch einen zweiten Autor dem das gelingt und das ist Markus Walther. In seinen Kürzestgeschichten hatte es sich schon angedeutet und in seinem ersten Roman ist es zur absoluten Gewissheit geworden: Dieser Autor ist ein Genie, er kann mit Worten zaubern und der feinsinnige Humor lässt immer wieder ein Lächeln auf den Gesichtern der Leser erscheinen. In jeder Zeile spürt man die Liebe des Autors zu Büchern und ich bin mir sicher, dass man in Herrn Plana einige Charakterzüge von Markus Walther wiederfindet.

    "Die Realität steht geschrieben. Das Geschriebene ist Realität. (Seite 151)

    Innerhalb weniger Stunden hatte ich das Buch verschlungen obwohl ich mir jedes Wort auf der Zunge zergehen lies. Die Charaktere sind so wundervoll erarbeitet und vielschichtig, Herr Plana so ein liebenswürdiger Kauz, dass ich gerne noch tagelang weiter gelesen hätte. Der Schreibstil ist fesselnd und flüssig zu lesen und die Sprache so wundervoll bildhaft, dass einem ein Film keine schöneren Bilder hätte liefern können.

    "Die Bücher um mich herum, die sich unter einem staubigen Mantel zu verbergen suchten, schienen leise zu wispern. Sie erzählten sich ihre Geschichten, während sie darauf warteten, einen unschuldigen Leser zu finden, in den sie ihre Saat pflanzen konnten." (Seite 9)

    Lieber Markus, bitte lass uns nicht so lange auf dein nächstes Buch warten. Ich werde dich jedenfalls wieder kräftig anfeuern. Ich vergebe für dieses außergewöhnlich schöne Buch 5 von 5 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle, die des Lesens mächtig sind.

    © Beate Senft