Blutsommer

Buchseite und Rezensionen zu 'Blutsommer' von Rainer Löffler
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Blutsommer"

Das 1x1 des Grauens.

Eine Dunstglocke liegt über der Stadt. Die Hitze ist unerträglich. Und dann der Geruch, dieser furchtbare Geruch!
Der Picknickausflug von Familie Lerch nimmt ein grausiges Ende, als sie im Wald auf einen dunklen Haufen stoßen, von Fliegen und Maden bedeckt: Der «Metzger» hat wieder zugeschlagen.

Martin Abel, bester Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, wird zur Unterstützung der Polizei nach Köln beordert. Keiner kann sich so gut in die Gedankenwelt von Serienmördern hineinversetzen wie er: Eine Gabe, die einsam macht. Abel glaubt an Schrecklichem schon alles gesehen zu haben. Doch das hier – das ist eine neue Dimension.

Format:Taschenbuch
Seiten:496
Verlag: rororo
EAN:9783499257278

Rezensionen zu "Blutsommer"

  1. Recht blutige Thrillerunterhaltung - nichts für Zartbesaitete

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 09. Jun 2017 

    Martin Abel ist ein begnadeter Fallanalytiker - der beste jedenfalls beim Stuttgarter LKA. In aussichtslosen Fällen wird er hinzugezogen, und nun ereilt ihn ein dringender Ruf aus Köln. Kommissar Greiner benötigt dringend Schützenhilfe bei der Jagd nach dem 'Metzger', der die Stadt in diesem unerträglich heißen Hochsommer zum Frösteln bringt. Entsetztlich verstümmelte Leichen lässt dieser Killer überall in Köln zurück, und man mag sich das Martyrium gar nicht vorstellen, dem die Opfer ausgesetzt waren.

    Martin Abel ist es gar nicht recht, nach Köln beordert zu werden, denn eigentlich arbeitet er gerade an einem anderen dringenden Fall. Doch die Order seines Vorgesetzten ist deutlich - und es kommt für Abel noch schlimmer. Er bekommt für den Fall des 'Metzgers' auch noch eine Schülerin zugewiesen, talentiert zwar, wie sein Chef betont, aber doch noch ohne gravierende Erfahrungen. Äußerst missgelaunt macht der Fallanalytiker sich auf den Weg nach Köln und gibt sich keine Mühe, seinen Missmut zu verbergen. Sowohl Kommissar Greiner als auch die angehende Fallanalytikerin Hannah Christ merken schnell, dass der Abel vorauseilende Ruf eines eigenbrötlerischen und unwirschen Mannes nicht übertrieben ist - er stößt einfach jeden vor den Kopf.

    "Abel schlürfte seinen Kaffee und verzog dabei das Gesicht, als ob Essig darin wäre. 'Ich will mir erst noch die heutigen Erkenntnisse durch den Kopf gehen lassen. Das sollten Sie vielleicht auch tun. Abends kommen einem oft die besten Gedanken.' - Hannah Christ kam sogar ein ziemlich guter Gedanke, doch zu ihrem Bedauern hatte sie ihre Dienstwaffe nicht dabei..."

    Doch Martin Abel ist es gewohnt, dass die Menschen ihn nicht mögen. Er konzentriert sich ganz auf seine Arbeit, die ihn selbst nachts nicht loslässt - selten einmal schläft er länger als drei Stunden. Dabei hat er sehr eigenwillige Methoden, die sowohl bei seinen Kollegen als auch bei mir für Erstaunen, gelegentlich aber auch für Kopfschütteln sorgten. Doch trotz aller Anstrengungen gelingt es zunächst nicht, dem Morden Einhalt zu gebieten.

    Blutig geht es hier zu - da verspricht der reißerische Buchtitel nicht zu viel. Für Zartbesaitete ist das sicher nichts, denn hier wird einiges sehr detailliert beschrieben, was man so bildhaft erst einmal verkraften muss. Die schrecklich zugerichteten Leichen, die Vorgänge während der Autopsie, einzelne bestialische Handlungen des Täters, Rückblenden in die Vergangenheit des 'Metzgers' - all dies verlangt dem Leser einen stabilen Magen ab. Doch wer vor so vielen blutigen Details nicht zurückschreckt, der wird mit diesem Thrillerdebüt spannende Lesestunden verbringen können.

    Zwar gibt es hier ein paar Ungereimtheiten, unlogische Details oder Handlungsweisen, die so nicht wirklich vorstellbar sind, doch bietet der Fall selbst alles, was einen guten Thriller ausmacht. Rainer Löffler lockt den Leser immer wieder auf eine falsche Fährte und lässt erst am Ende die Katze aus dem Sack - Showdown inbegriffen. Die Charaktere hätte ich mir weniger klischeebehaftet gewünscht (der brummige Fallanalyst, die hübsche Schülerin, der Kommissar, der viel damit zu tun hat, das Alphamännchen raushängen zu lassen), aber so bleibt immerhin Raum für die Charakatere, sich in den kommenden Folgen weiterzuentwickeln...

    Alles in allem ein solides Debüt, das Lust macht auf die nächsten Fälle!

    © Parden