Blutmond: Ein Kopenhagen-Thriller (Kørner & Werner)

Buchseite und Rezensionen zu 'Blutmond: Ein Kopenhagen-Thriller (Kørner & Werner)' von Katrine Engberg
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Ein Kopenhagen-Thriller
Buch mit Leinen-Einband
Es ist ein klirrend kalter Januar. In den prunkvollen Sälen des Geologischen Museums trinken sich die Größen der Modewelt warm für die Copenhagen Fashion Week, als draußen im Schnee der Designer Bartholdy unter Qualen zusammenbricht. Jeppe Kørner und Anette Werner ermitteln in dem Fall. Jeppe ist zurück von einem längeren Urlaub in Australien, doch die Erholung hält nicht lange an. Denn Jeppes bester Freund ist seit dem grausamen Mord an Bartholdy unauffindbar.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
Verlag: Diogenes
EAN:9783257070583

Rezensionen zu "Blutmond: Ein Kopenhagen-Thriller (Kørner & Werner)"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 01. Dez 2019 

    Modewoche

    Kriminalassistent Jeppe Kørner hat sich nach dem letzten Fall erholt und auch die Trennung von seiner Frau einigermaßen überwunden. Nur das Haus ist so leer. Da freut er sich beinahe auf den nächsten Fall. Ende Januar ist es kalt in Kopenhagen. Doch die Modewoche läuft, die ersten Meetings und Parties haben begonnen. Nach einer solchen Feier taumelt der Designer Alpha Bartholdy nach draußen und stirbt dort qualvoll. Für Jeppe besonders bedrückend, sein bester Kumpel Johannes Ledmark war mit dem Opfer befreundet. Nun muss Jeppe herausfinden, ob sein Freund etwas mit der Tat zu tun haben könnte.

    Es ist der zweite Fall, in dem Jeppe Kørner und Anette Werner gemeinsam ermitteln. Jeppe geht es relativ gut. Er hat seine mehrwöchige Reise nach Australien genossen und eine neue Freundin hat er auch. Dagegen macht sich Anette Sorgen um ihre Gesundheit. Sollte sie, die immer eine Pferdenatur hatte, plötzlich gesundheitliche Probleme entwickeln. Es kostet sie große Überwindung, zum Arzt zu gehen. Und nun auch noch dieser rätselhafte Fall. Wer in der Modebranche sollte etwas gegen Bartholdy gehabt haben. Offensichtlich war der Mann nicht übermäßig sympathisch, aber er war eben auch ein Einzelgänger. Bald stellt sich heraus, dass doch ein paar Menschen Grund gehabt hätten, auf Bartholdy sauer zu sein.

    Bei der Lektüre freut man sich, den alten Bekannten wieder zu begegnen. Neben den Ermittlern tauchen auch Esther und Gregers wieder auf und tragen auf ihre spezielle Art zu den Nachforschungen bei. Sehr gut aufgebaut ist der Fall. Ein Mann, der vor fast nichts zurückschreckt, da seien nur Betrug und Erpressung genannt, hat eben doch ein paar Feinde. Darunter auch solche, die ihm an Gemeinheit in nichts nachstehen. Doch diese Lösung wäre zu einfach. Da hat sich die Autorin wirklich etwas Besseres ausgedacht. Die Ermittlung geht in alle Richtungen und als Leser ist man mega gespannt, welches sich als die Richtige erweisen wird. Nicht zu kurz kommt auch das Private und die persönlichen Beziehungen der Handelnden. Erfreulich, dass eine wunderbar ausgewogene Balance zwischen Beruf und Privat erreicht wird. Dieser zweite Teil hat den ersten übertroffen.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 27. Apr 2019 

    Sympathischer Ermittlerkrimi

    Die dänische Autorin Katrine Engberg schrieb mit „Blutmond“ den zweiten Band der Kopenhagener Krimiserie um die Ermittler Jeppe Kørner und Anette Werner.
    Es ist nicht zwingend erforderlich, den ersten Band zu kennen, aber Figuren und Geschichten, aus dem ersten Teil werden aufgegriffen, insofern ist es durchaus sinnvoll, den neuen Roman mit Kenntnis der Krimidebüts „Krokodilwächter“ zu lesen.

    Das Setting ist ein klirrend kalter Januar mit einem Toten am Rande der Fashion Werk in Kopenhagen. Mit großer Spannung im Prolog wird man als Leser mitten in die Geschichte gesetzt, bei der die dänische Modewelt vom Tod eines Partygastes erschüttert wird. Der Designer Alpha Bartholdy, getötet mit Abflussreiniger, ist der erste Tote, einer Serie von Morden, die alle in gleicher Art ausgeführt das Ermittlerteam und ihre Helfer in Aufregung versetzen.

    In gewohnter Manier rollt Katrine Engberg die Geschichte mit vielen Nebenschauplätzen auf, die zunächst verwirrend erscheinen, aber wie bereits im ersten Band hält sie gekonnt alle Fäden der Geschichte in der Hand, führt den Leser an der Seite der Ermittler durch den Fall, stiftet hier und da Unruhe durch private Querelen, mit denen sich Jeppe und Anette herumschlagen müssen, und berücksichtigt in für mich bewundernswerter Weise die Fehler und Menschlichkeit ihrer Figuren.
    Man trifft alte lieb gewonnene Bekannte aus dem Band „Krokodilwächter“ wieder. Esther und Gregers, zwei Rentner, unterstützen die Polizei mit Privatinitiative und liefern hilfreiche Hinweise.

    Glaubhaft und lebensecht sind alle Figuren gezeichnet, es gibt keine Polizei-Übermenschen und keine abgrundtief bösen Gangster, und genau das macht für mich den Roman so sympathisch, die Charaktere so dreidimensional mit vielen Facetten, die für mich als Leser absolut nachvollziehbar sind.

    Es ist keine nägelkauende Spannung, die das Buch verbreitet, aber es ist ein angenehmer, spannender, sehr gut lesbarer und spannender Ermittler-Krimi, bei dem am Ende die meisten Fäden logisch und nachvollziehbar entwirrt sind, und der zugleich durch die Blutmondstimmung ein wenig Düsternis in das Geschehen zu streuen vermag.