Blutige Gnade

Rezensionen zu "Blutige Gnade"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 03. Mär 2020 

    Ein Wolf im Schafspelz geht um

    "Der Mensch ist das einzige Tier, das so lange freundlich zu seinen Opfern sein kann, bis es sie frisst." (Samuel Butler der Jüngere)
    Ein Einbruch, bei dem nichts gestohlen wird, es jedoch eine Tote gibt. Den Journalisten Peter Johannsen der brutal gefoltert und ermordet wird. Doch hinter welcher Story war er dran, dass ihn jemand so brutal getötet hat? Die extravagante Frankfurter Kommissarin Mara Billinsky bekommt wieder ordentlich was zu tun. Außerdem fällt ihr auf, dass sie in letzter Zeit von jemand beschattet wird. Ist es womöglich Blochin, den sie damals nicht zufassen bekam oder einer seiner Hintermänner? Doch der Schatten stellt sich als jemand aus Maras Vergangenheit heraus, bei dem sie nicht weiß was sie von ihm halten soll. Als dann noch Rafael Makiadi, Maras junger Freund dem sie geholfen hat, spurlos verschwindet, macht sie sich ernsthaft Sorgen. Doch es wird ihr genauso klar, dass alle Fälle eine Verbindung haben und nicht nur sie in großer Gefahr schwebt. Schafft es Mara, rechtzeitig die Hintermänner zu schnappen, um die ganze Wahrheit herauszufinden?

    Meine Meinung:
    Wieder eine typische Krähe ziert das Cover des vierten Mara Billinsky Thriller aus Frankfurt. Voll erfreut habe ich mich auf den neuen Band von Leo Born gestürzt, da ich einfach von dieser Reihe überzeugt bin. Sein Schreibstil ist bildhaft, flüssig, locker und unkompliziert, sodass ich einmal begonnen das Buch nicht mehr weglegen kann. Besonders da es hier wieder um sehr verzwickte Ermittlungen ging, die alle ineinander zusammenlaufen, wie es nahezu typisch ist bei dieser Reihe. Doch diesmal lerne ich dazu Mara noch ein wenig besser kennen, da jemand aus ihrer Vergangenheit auftaucht. Des Weiteren treffe ich wieder auf Rafael den jungen Straftäter, dem Mara und Sozialarbeiter Hanno geholfen haben. Dass die Vorfälle in der Fleischfabrik, wo er arbeitet, noch Probleme für ihn geben wird, war mir schnell klar. Jedoch das es so gefährlich wird, hat mich schon etwas geschockt. Die Foltermethoden, die an dem toten Journalisten angewendet wurden, fand ich wirklich krass und erschreckend. Dass es nicht bei dem einen Toten bleibt, war mir recht schnell klar. Im Übrigen hatte ich sofort kein gutes Bauchgefühl für den, der im Hintergrund die Fäden zieht. Den mir war schnell klar, dass dieser, was im Schilde führt. Gut gefallen hat mir diesmal wieder die Kooperation mit Jan Rosen. Selbst wenn die beiden so unterschiedlich sind, hat sich der schüchterne, bunte Spatz, wie er von seinen Kollegen genannt wird, wirklich positiv entwickelt. Überhaupt gefällt mir das kollegiale Verhalten des Frankfurter Teams bei Weitem besser als zu Beginn der Reihe. Den ebenfalls positiv verändert hat sich ihr Vorgesetzter Klimmt, der inzwischen zumindest von Mara Arbeit überzeugt ist. Seine cholerische, schroffe Art, die ihn so unsympathisch machte, kommt nun eher selten zum Ausbruch. Jedoch ebenso hat Mara sich verändert, sie scheint langsam ein wenig weicher zu werden, zumindest gegen ihren Vater. Und zusätzlich hat ihr letzter Fall Spuren bei ihr hinterlassen, körperlich und psychisch. Sie wirkt lange nicht mehr so abgebrüht und unnahbar, im Gegenteil manchmal blitzt sogar dieser toughen Ermittlerin die Angst durch, was ihr nicht immer gefällt. Doch für mich wirkt sie dadurch ein wenig menschlicher und nicht mehr so als Superheldin wie am Anfang und ich habe sie und Jan Rosen inzwischen in mein Herz geschlossen. Wie schon in den letzten Büchern hat Leo Born hier wieder viele Ermittlungen, Impulse und Wendungen in diesen Thriller gepackt, damit er spannend bleibt und als Zusatz diesmal noch ein wenig Gefühl. Mich jedenfalls konnte er wieder voll überzeugen, den Mara ist für mich eine der besten deutschen Ermittlerinnen. Deshalb von mir eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne. Weiter so Leo Born, ich möchte noch mehr von Mara Billinsky lesen.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Feb 2020 

    Spannend vom Anfang bis zum Schluss

    Wie gewohnt handelt es sich bei „Blutige Gnade“ wieder um einen äußerst spannenden Mara Billinsky-Thriller. Er lässt sich flott lesen, nicht zuletzt wegen der spannenden Kapitelenden, wo man einfach weiterlesen muss. Durch Perspektivenwechsel wird die Handlung noch spannender, Hinweise werden gestreut, wodurch man zu den von Beginn an auftretenden Fragen Vermutungen aufstellt und Theorien strickt, wie und durch wen die Toten gestorben sind. Die komplexen Kriminalfälle entwickeln sich langsam und nach und nach werden die Zusammenhänge deutlich. Wer eine gute Fallkonstruktion und einen spannenden Plot sucht, ist hier genau richtig. Auch mit einigen Überraschungen wartet der Autor auf. Das Ende ist zufriedenstellend und rundet das Buch ab.

    Der Schreibstil ist abermals sehr anschaulich. Die Ermittler Mara und Rosen sieht man als dreidimensionale Figuren vor seinem inneren Auge den Spuren nachgehen. Auch gefährliche Szenen sind eindrucksvoll geschildert. Besonders gefallen haben mir die aufregenden Stellen, als die Polizei kurz vor einem Zugriff stand, man die „Ruhe vor dem Sturm“ spüren konnte sowie die Angespanntheit und Hoffnung von Mara und ihren Kollegen greifbar war. Leo Born weiß, wie man einen spannenden und bildhaften Thriller schreibt.

    Der Autor hat beeindruckende, dreidimensionale Charaktere mit Ecken und Kanten geschaffen, die man sympathisch findet. Von Band zu Band der Thrillerreihe entwickeln sie sich weiter, verändern sich durch die Erlebnisse. Man lernt die Figuren von einer neuen Seite kennen, sie bleiben sich aber treu. Die Charakterentwicklung hat neben den Kriminalfällen einen bedeutenden Stellenwert und ist passend in die Handlung integriert. Auch alte Bekannte aus den vorherigen Bänden wie Hanno und Rafael trifft man wieder. Man hat das Gefühl, es wird hier eine große Geschichte erzählt und nicht mehrere aufeinanderfolgende, nicht zusammenhängende Kriminalfälle.

    Fazit:

    Wieder ein grandioser Billinksy-Thriller mit äußerst spannender Ermittlungsarbeit und tiefgründigen Charakteren. Der bildhafte Schreibstil lässt das Kopfkino laufen. Ich kann den nächsten Band kaum erwarten.

  1. 5
    (5 von 5 *)
     - 10. Feb 2020 

    Investigativjournalismus

    Auch mit seinem vierten Mara Billinsky-Thriller, „Blutige Gnade“, konnte Leo Born mich abermals voll und ganz überzeugen. Erschienen ist dieser 444-seitige Roman im Januar 2020 bei Bastei Lübbe.
    Ein zu Tode gefolterter Journalist. Ein Einbruch mit tödlichem Ausgang, bei dem nichts erbeutet wurde. Und schließlich ein Überfall auf die Mitarbeiter/innen einer Fleischfabrik. Die Arbeit scheint für Mara Billinsky und ihr Team kein Ende zu nehmen. Doch auch privat mangelt es der Kommissarin nicht an Abwechslung: Ihr Exfreund, Krux, tritt wieder in ihr Leben, und auch das Verhältnis zu ihrem Vater belastet sie nach wie vor. Kein Wunder, dass Mara dabei in die eine oder andere kritische Situation gerät.
    Wie schon die Vorgängerromane, so beginnt Leo Born auch diesen Thriller mit einem wahren Trommelwirbel: Gleich drei scheinbar unzusammenhängende, teils sehr grausame Verbrechen ereignen sich in Frankfurt, dem Dienstort der exotischen Kommissarin Mara Billinsky. Dieses sorgt von Anfang an für Spannung, welche auch im Laufe der nachfolgenden Seiten kaum an Intensität verliert, ja mehrere Male sogar noch durch unvorhergesehene Wendungen neu angefeuert wird. Rasche Szenenwechsel, wechselnde Perspektiven und rasante Sprache tragen ihr Übriges dazu bei, den Spannungslevel aufrechtzuerhalten. Leserinnen und Leser sind sogleich von den Ereignissen gefangen und zermartern sich während des Lesens eigentlich unermüdlich den Kopf darüber, wer oder was eigentlich hinter den Verbrechen stecken mag. Dabei werden Zusammenhänge zwar im letzten Drittel immer ersichtlicher, dafür gelingt es dem Autor jedoch gegen Ende noch einmal, mit einer spektakulären Szene seine Leser/innen dazu zu bringen, den Atem anzuhalten.
    Auch wenn die Verbrechen dieses Thrillers teils sehr brutal sind, vermeidet Leo Born allzu grausame Details, sodass man, wenn man nicht allzu zart besaitet ist, diesen Roman gut lesen kann, ohne Angst vor Albträumen haben zu müssen.
    Dabei wird in diesem Roman wieder ein Blick auf die düstere Seite der Finanzmetropole Frankfurt geworfen: Hinter der schillernden Fassade tun sich Abgründe auf, im Bahnhofsviertel machen sich, wie in allen Großstädten, zwielichtige Gestalten breit, und schließlich darf auch das organisierte Verbrechen nicht fehlen. Doch wer beim Lesen glaubt, alleine hier die Lösung für die Verbrechen finden zu können, irrt: Die Lösung des Falls findet sich dort, wo wohl kaum jemand sie vermutet. Mitten unter uns sozusagen. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Jedenfalls ist es Leo Born ein weiteres Mal gelungen, ein aktuelles Thema mitsamt kritischer Anmerkungen in einen spannenden Thriller zu verpacken. Was will man mehr?
    Mara Billinsky ist immer noch die „Krähe“, die Polizeibeamtin, die mit ihrer schwarzen Kleidung und ihrer finsteren Art auffällt, die aneckt. Aber dennoch kann man, wenn man die Romane als Reihe liest, entdecken, dass sie sich wandelt. Zwar ist sie immer noch die Einzelgängerin, doch wird sie offener für ihre Mitarbeiter*innen. Zeichen hierfür sind, dass sie sich durchaus auch kritisch betrachtet oder sich ein (lustiges) Geplänkel mit ihrem Chef gönnt. Gerade Letzteres empfand ich bei all der Spannung als sehr erheiternd. Sehr gut gefällt mir zudem die Entwicklung ihres Kollegen Jan Rosen, der zwar nach wie vor voller Selbstzweifel ist und über wenig Selbstbewusstsein verfügt, der aber zunehmend beginnt, sich aktiv in die Ermittlungsarbeiten einzubringen und eigene Wege zu gehen. Positiv hervorzuheben ist überdies, dass auch Maras Freunden Rafael und Hanno hier wieder mehr Platz eingeräumt wird.
    Obwohl es sich bei diesem Thriller um den vierten Teil einer Reihe handelt und es immer wieder Bezüge zu den vorangegangenen Bänden gibt, sollte dieser Teil auch als Einzelband oder Einstieg in die Reihe lesbar sein. Ich jedenfalls finde, dass Born das richtige Mittelmaß zwischen Erklärungen und Vorwissen gefunden hat.
    Alles in allem konnte Leo Born mich erneut in seinen Bann ziehen, und diesen vierten Band habe ich regelrecht verschlungen. Nach wie vor sind die Mara Billinsky-Thriller m.E. das Beste, was der deutsche Thrillermarkt momentan zu bieten hat. Und natürlich warte auch ich auf das Erscheinen des nächsten Teils.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 10. Feb 2020 

    Rezension zu Blutige Gnade

    Rezension zu Blutige Gnade

    Ein Journalist, der kurz davor stand, eine Big Story zu enthüllen wird ermordet aufgefunden und ein Einbruch ohne Diebstahl, aber mit einer Leiche. Die neuen Fälle für die „Krähe“ Mara Billinsky erscheinen zunächst sehr mysteriös und die Ermittlungen gestalten sich mehr als schwierig. Zusätzlich muss Mara sich mit einem Teil ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, bei dem sie nicht sicher ist ob sie das überhaupt möchte und warum es gerade jetzt passiert. Als ihr bewusst wird, was tatsächlich gespielt wird ist nicht nur Maras Leben in Gefahr…

    Blutige Gnade ist der vierte Teil um die „Krähe“ Mara Billinsky aus der Feder von Leo Born.

    Mara Billinsky, Ermittlerin bei der Polizei Frankfurt fällt auf und eckt an. Ihr Kleidungsstil ist mehr als ungewöhnlich für eine Polizistin und auch mit ihrer Persönlichkeit ist es nicht immer einfach auszukommen. Aber sie hat das Herz am richtigen Fleck auch wenn sie es gerne mal in einen Panzerschrank verschließt, und sie verbeißt sich in ihre Fälle bis sie sie gelöst hat.
    Ich persönlich mag solche leicht unangepassten Protagonisten gerne und es macht wirklich Spaß Mara durch die Geschichte zu folgen. Aber sie ist ja nicht der einzige Charakter der in der Reihe etwas Besonderes ist, denn auch ihr Partner Jan Rosen, der „Spatz“ sticht hervor. Er scheint das genaue Gegenteil von Mara zu sein, er hadert oft mit sich selbst und kämpft mit seinen Ängsten, aber wenn es darauf ankommt ist er zur Stelle und steht seinen Mann. Die Entwicklung die Jan Rosen in der Reihe nimmt gefällt mir sehr, sie passt, sie ist gut nachvollziehbar und macht ihn für den Leser greifbar.

    Die Fälle mit denen Mara sich auseinandersetzten muss haben es schon in sich, auch einige Szenen sind schwer zu ertragen, wenn wie bei mir das Kopfkino seinen Film fährt und die Vorstellung das es sowas wirklich geben kann oder auch gibt macht es noch ein wenig schwerer. Aber all dies unterstützt die doch immer recht düstere Stimmung und Atmosphäre, die der Autor für Frankfurt und Umgebung schafft und die ich wirklich gut eingefangen finde.

    Der Thriller ist wirklich spannend erzählt, während der ganzen Zeit ist immer eine gewisse Grundspannung zu spüren, die durch einzelne spannende Szenen noch unterstrichen und erhöht wurde. Man spürt die wachsende Bedrohung die scheinbar immer näher kommt diese treibt einen auch gekonnt durch die Geschichte. Bis zum Ende hin stieg dieses Gefühl weiter an und gipfelte für mich in einem gekonnt erzählten und spannenden Finale.

    Mein Fazit:
    Ein spannender vierter Teil der Reihe, der mir ausgesprochen gut gefallen hat. Mit ungewöhnlichen Hauptcharakteren und einer spannenden Story konnte mich der Autor wirklich überzeugen und ich freue mich schon auf den nächsten Teil der Reihe.