Blutdämmerung

Buchseite und Rezensionen zu 'Blutdämmerung' von Rainer Löffler
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Der Himmel ist blau, die Sonne brennt, das Wasser im See schimmert türkis. Im nahegelegenen Wäldchen singen die Vögel. Unter Wasser dann: Stille. Kühle. Frieden.
Ewiger Frieden.

Nicht zum ersten Mal wird Martin Abel, bester Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, nach Köln beordert. Im See am Ginsterpfad wurde von Hobbytauchern eine Leiche entdeckt – eine junge Frau, gekleidet wie für eine Hochzeit. Und sie war nur die erste. Nun sind es schon fünf - fünf tote Bräute. Was ihnen angetan wurde, ist so verstörend, dass es nicht an die Öffentlichkeit dringen darf ...

«Rainer Löffler bereichert die deutsche Thriller-Szene um eine aufregende Stimme.» (Kölner Stadtanzeiger)

Format:Kindle Edition
Seiten:416
EAN:

Rezensionen zu "Blutdämmerung"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 09. Aug 2017 

    Die Bräute ohne Füße...

    Martin Abel ist ein begnadeter Fallanalytiker - der beste jedenfalls beim Stuttgarter LKA. In aussichtslosen Fällen wird er hinzugezogen, und nun ereilt ihn bereits zum zweiten Mal ein dringender Ruf aus Köln. Wieder ist es Kommissar Greiner, der Abels Dienste in Anspruch nehmen wil, denn erneut erschüttert eine unglaubliche Mordserie die Stadt. In einem abgelegenen See wurden gleich fünf Leichen junger Mädchen gefunden - alle im Brautkleid. Und alle ohne Füße.

    Während Martin Abel noch rätselt, was es mit den Brautkleidern und den verschwundenen Füßen auf sich haben mag - erneut erhält er hierbei Unterstützung durch die angehende Fallanalytikerin Hannah Christ -, verschwindet ein weiteres Mädchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn mit jedem weiteren Tag schwindet die Hoffnung, das Mädchen noch lebend aufzufinden. Bald schon scheint klar, wer hinter den Taten steckt, doch es fehlen die Beweise. Und die Uhr tickt...

    Blutig geht es auch in diesem Fall zu - da verspricht der reißerische Buchtitel nicht zu viel. Für Zartbesaitete ist das sicher nichts, denn hier wird einiges sehr detailliert beschrieben, was man so bildhaft erst einmal verkraften muss. Der Zustand der Leichen, das Vorgehen des Täters, diverse Szenen aus der Vergangenheit einzelner Charaktere - all dies verlangt dem Leser einen stabilen Magen ab. Doch wer vor so vielen blutigen Details nicht zurückschreckt, der wird auch mit diesem zweiten Fall um den Fallanalysten Martin Abel spannende Lesestunden verbringen können.

    Martin Abel ist wie schon im vorherigen Band kein einfacher Charakter. Eigenbrötlerisch und häufig unwirsch stößt er so manchem seiner Kollegen vor den Kopf - und doch erschien er mir in diesem Fall um einiges zugänglicher als zuvor. Zwar erscheinen seine Reaktionen oftmals unangemessen in ihrer Vehemenz, doch wird deutlich, dass Abel vielfach gar nicht anders handeln kann. Rückblenden in seine Kindheit machen deutlich, wie Abel zu dem wurde, was er heute ist, und lassen ihn dadurch menschlicher erscheinen.

    Rückblenden und Hintergrundinformationen werden in diesem Thriller zum einen auch zur Person des Täters geboten, zum anderen aber auch zu Kommissar Greiner, der dadurch mehr in den Fokus der Erzählung rückt als in dem vorherigen Fall. Für meinen Geschmack gab es hier in der Summe zu viele dieser Informationen, da diese doch zulasten der Spannung gingen. Doch bezüglich der Charaktere, die in den Folgebänden vermutlich noch eine Rolle spielen könnten, halfen diese Spuren abseits des eigentlichen Falls, den Figuren als Leser näher zu kommen.

    Ein flüssiger Schreibstil sowie eine zumindest latent vorhandene Spannung quer durch den Roman ließen mich durch die Seiten fliegen. Zwar gibt es auch hier wieder ein paar Ungereimtheiten, unlogische Details oder auch Handlungsweisen, die so nicht wirklich vorstellbar sind, doch bietet der Fall selbst alles, was einen guten Thriller ausmacht. Obschon der Name des vermeintlichen Täters frühzeitig bekannt ist, wird das Buch nicht langweilig. Die Jagd auf den Täter, die Frage, ob das verschwundene Mädchen diesmal noch rechtzeitig gefunden werden kann und der immer wieder nagende Zweifel, ob man wirklich dem Richtigen hinterher jagt, sorgen für Spannung - und unerwartet gibt es am Ende noch eine Überraschung.

    Alles in allem ein solider Fall, der Lust macht auf die weiteren Folgen um den Fallanalytiker Martin Abel.

    © Parden

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 11. Sep 2016 

    Blue Monday

    Einen blauen Montag hat Martin Abel nicht, nachdem er nach seinem letzten Fall erstmal Erholung brauchte, wird er nun dringend wieder in Köln gebraucht. Dort haben junge Taucher zufällig zwei Leichen entdeckt, die in einem See versteckt waren. Junge Frauen, ermordet und verstümmelt, unklar ist zunächst, was ihnen vor ihrem Tod angetan wurde und was danach. Mit Feuereifer ist Abel bei der Sache. So ein Mörder hört nicht auf. Es gilt, weitere Taten zu verhindern. Schwierig gestaltet sich auch die Identifikation der Mädchen. Wie soll man die Suche eingrenzen? Dennoch wird der Name eines Opfers schnell gefunden und die Ermittler finden erste Ansatzpunkte.

    Ein grausamer Täter scheint hier am Werk zu sein, der kein Mitleid kennt und der einen gewissen Plan zu haben scheint. Einen Plan, der über das Vorstellungsvermögen des üblichen Durchschnittsmenschen hinausgeht. Allzu genau stellt man sich das Beschriebene lieber nicht vor. Lieber hält man sich an den Analytiker Abel und seine Partnerin Hannah, die gleichzeitig seine Lebensgefährtin ist. Abel selbst mit seine schwierigen Jugend belastet, besitzt die Fähigkeit, sich in die Täter hineinzuversetzen. Manchmal ist er damit einfach schneller als seine Kollegen. So ganz den Konventionen entsprechen seine Methoden nicht, doch so lange er Erfolg hat, wird schon mal ein Auge zugedrückt.

    Wenn man ein Liebhaber harter Thrillerkost ist, wird man an „Blutdämmerung“ sicher Gefallen finden. Es wird spannende Unterhaltung geboten, die die Lesezeit nur so dahinfliegen lässt. Allerdings wirken manche Hintergründe etwas weit hergeholt und manche Nebenhandlungen irgendwie nicht lebensecht. Dieses Empfinden mag möglicherweise eher in der Natur des Lesers begründet sein als in der Absicht des Autors, aber so könnte es doch sein, dass dieser Roman etwas polarisierend wirkt, die Einen bleiben etwas neben der Spur der Geschichte, die anderen lesen einen packenden Thriller, der sie den Atem anhalten lässt.