Aus dunklen Federn

Buchseite und Rezensionen zu 'Aus dunklen Federn' von Markus Heitz
4.75
4.8 von 5 (4 Bewertungen)

Markus Heitz, Thomas Finn und andere Autoren lehren uns die Kunst des Schreckens in der Anthologie „Aus dunklen Federn“, jetzt als eBook bei dotbooks.

Ein unheimliches Baby, die Macht lang verschwundener Götter und nächtlicher Gesang, der den Tod herbeiruft: Lesen Sie diese düsteren Geschichten auf eigene Gefahr! Aus den dunklen Federn von Thomas Finn und Markus Heitz, Boris Koch, Lena Falkenhagen, Hanka Jobke, Vincent Voss und Sonja Rüther fließt feinster Horror über Schrecken, die sich hinter der Maske des Alltäglichen verbergen. Wenn Sie keine Angst vor einem Karussell haben, das sich bis in alle Ewigkeit drehen wird, und eine Begegnung mit den Todesschläfern aus dem Bestseller „Oneiros“ von Markus Heitz nicht fürchten, heißen wir Sie herzlich Willkommen. Aber sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt ...

Jetzt als eBook kaufen und genießen: Die Horror-Anthologie „Aus dunklen Federn“ mit den blutigen Handschriften von Thomas Finn, Boris Koch, Markus Heitz, Sonja Rüther und vielen anderen. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks – der eBook-Verlag.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:368
EAN:9783981557466

Rezensionen zu "Aus dunklen Federn"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Jan 2016 

    Die Vielseitigkeit des Horrors...

    Ich und Horror? Und dann noch eine Anthologie? Naja, hier ergab sich für mich einfach die Möglichkeit, das Buch lesen zu dürfen - einige der Autoren waren mir auch schon aus anderen Büchern bekannt, und so siegte die Neugierde.

    Mit einiger Vorsicht ging ich ans Lesen, und als ich das Cover aus der Nähe betrachtete, gab es ein erstes Gruseln. Eine blutbesudelte Hand hält eine große Schreibfeder bereit, von deren Spitze ebenfalls das Blut trieft. Das Vorwort machte dann aber gleich neugierig - von der Herausgeberin Sonja Rüther verfasst, wirkte es sehr frisch und persönlich und damit authentisch, was mich durchaus ansprach.

    "Die Geschichten in dieser Anthologie sind so unterschiedlich wie die Personen, die sie verfasst haben. Von ganz grauenhaft bis subtil schrecklich und unheimlich lustig ist alles dabei." (S. 7)

    Dem Vorwort schließen sich acht Kurzgeschichten verschiedener Autoren an, und als Bonus gibt es drei weitere Geschichten - es wäre auch zu schade gewesen, wenn es die nicht gegeben hätte... Die Autoren haben das Titelbild zu ihrer eigenen Geschichte jeweils selbst illustriert, was ich als eine besonders individuelle und anschauliche Note empfand. Als Autoren an der Anthologie haben sich beteiligt:

    Hanka Jobke
    Boris Koch
    Sonja Rüther
    Markus Heitz
    Lena Falkenhagen
    Thomas Finn
    Vincent Voss

    Eine bunte Mischung mir bekannter und unbekannter Autoren und eine ebenso bunte Mischung an kurzen Horrorgeschichten. Die kürzeste Geschichte umfasst gerade einmal eine dreiviertel Seite, die längste etwa 60 Seiten. Aber auch in aller Kürze können sich einem die Nackenhaare hochstellen, wie ich feststellen durfte. In manchen Geschichten näherte sich die Angst ganz subtil an und umkreiste mich als Leser, bis es kaum noch auszuhalten war. Solche Geschichten als Film sind prädestiniert dafür, dass ich mir in der Hälfte der Szenen die Augen zuhalte - was beim Lesen eines Buches natürlich nicht geht. Diese Art des Horrors ist nach wie vor eher nichts für mich. Dennoch bemerkenswert, dass Geschriebenes auch solch eine Wirkung erzielen kann.

    Doch beinhaltet die Anthologie mehr als die Angst vor der Angst: gruselig, schwarzhumorig, skurril und grausam, alle Facetten des Genres werden hier bedient... Thrillererfahren wie ich bin, schockten mich splatterhafte Szenen weniger als vielleicht einige andere Leser. Besonders gefallen aber haben mir die zynisch-schwarzhumorigen Geschichten, denen man oft anmerken konnte, mit wieviel Vergnügen der Autor selbst bei der Sache war.

    Diese Anthologie gibt einen guten Einblick in das Genre des Horrors und der Dark Fantasy und macht deutlich, welche Bandbreite dieses Genre hat. Fantastisch ist hier jede einzelne Geschichte, auch wenn mir manche besser gefielen als andere. Aber dafür sind Anthologien m.E. eben auch da: für jeden Geschmack findet sich da etwas.

    Sehr gefreut habe ich mich, als ich erfuhr, dass Band 2 der dunklen Feder schon in den Startlöchern steht. Da darf man sicher wieder auf einiges gefasst sein. Hier jedenfalls habe ich einen guten Eindruck davon bekommen, was Horror alles bieten kann. Für Neugierige also bestens geeignet!

    © Parden

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Dez 2015 

    dunkle Federn und dunkle Seiten

    Horror - ein sehr weitläufiges Genre mit diversen Spielarten und Ausprägungen, mal düster und geheimnisvoll, mal brutal und blutig. Genauso vielfältig und auf düstere Weise bunt ist die Anthologie "Aus dunklen Federn", herausgegeben von Sonja Rüther, mit Geschichten von Markus Heitz, Thomas Finn, Boris Koch, Lena Falkenhagen, Vincent Voss, Hanka Jobke und auch zwei Kurzgeschichten der Herausgeberin selbst.
    Anthologien laden dazu ein unterschiedliche Autoren und ihre Schreibstile kennen (und schätzen) zu lernen. Sie sind wie ein kleines Fenster in eine andere Welt, das einen Einblick gewährt, den Leser auf eine kurze, aber umso intensivere Reise mitnimmt. Wie eine Photographie, die eine Momentaufnahme zeigt und zum weiteren Mutmaßen und Nachdenken anregt.
    So auch in dieser Anthologie. Die Geschichten geben Einblicke in scheinbar alltägliche Situationen, die aber zusehends düsterer und geheimnisvoller werden. Mal ist es eine Dorfidylle im Norden Deutschlands, die jedoch durch geheimnisvolles unheiliges Tun gestört wird, mal ein Weihnachtsbaum, der eine dunkles Geheimnis birgt, mal die schrecklichen Ängste einer werdenden Mutter oder die abenteuerlicher Reise einer jungen Frau auf der Suche nach der Angst. Auch die von den Autor*innen individuell gestalteten Titelbilder zu den einzelnen Geschichten regten die Phantasie des Lesers an und laden zum Nachdenken und Weiterdenken der Geschichten ein.
    Um noch ein bisschen neugieriger zu machen, eine kleine Übersicht, an wen die dunkle Feder gereicht wurde und welche düsteren Geschichten niedergeschrieben wurden:
    Der Rummel von Hanka Jobke
    Die erste (sehr) kurze Geschichte vermittelt mit ein paar wenigen Sätzen, wie unheimlich ein verlassener Jahrmarkt sein kann. Ein gelungener Appetithaben, der Lust auf mehr macht.

    Keine sieben Tage von Boris Koch
    Eine Geschichte über einen Jungen, der in einem kleinen idyllischen Dorf lebt. Doch es birgt ein dunkles Geheimnis und ein uraltes Ritual....

    Oh Tannenbaum von Sonja Rüther
    Wer kennt das nicht, kurz vor Weihnachten muss noch schnell alles für das große Fest hergerichtet werden, natürlich darf auch ein Tannenbaum nicht fehlen. Doch was passiert, wenn dieser sich als wahrer Horrorbaum entpuppt...?

    Exemplum von Markus Heitz
    Ein Konditormeister, der vom Tod seines Vaters in einem Altenheim erfährt. Erst erscheint nichts ungewöhnliches daran, bis er auf Aufzeichnungen seines Vaters stößt. Aufzeichnungen, die ihn in einen uralten Konflikt hineinziehen, aus dem es kein Entkommen gibt....

    Alles ganz normal von Lena Falkenhagen
    Die Ängste und Sorgen einer werdenden Mutter, bei deren Schwangerschaft alles ganz normal verläuft... oder doch nicht?

    Bittere Wahrheit von Thomas Finn
    Eine Geschichte über einen Menschen, der sich permanent von seinen Mitmenschen benachteiligt fühlt und sich auf teils grausame Weise rächt, bis er auf ein dunkles Geheimnis stößt....

    Menschliches Versagen von Hanka Jobke
    In der heutigen Zeit mit ihren vielen medialen Möglichkeiten wird man ständig mit Nachrichten und Live-Berichten überflutet und nimmt vieles gar nicht mehr bewusst war. Doch die scheinbar belanglosen und zusammenhanglosen Berichte fügen sich wie bei einem Puzzle immer mehr zu einer schrecklichen Wahrheit.

    Farben des Frühlings von Vincent Voss
    Eine sommerlich idyllsche Rapslandschaft im Norden Deutschland und eine alte Geschichte aus der Jugend. Doch verbirgt sich dort noch immer das Böse... irgendwo im endlosen Gelb....

    Destruenten von Vincent Voss
    Ein Junge taucht in altmodischer Kleidung im U-Bahntunnel auf. Kurz danach kommt es zu Unfällen. Ist es Zufall oder steckt mehr dahinter?

    Fräulein Angstfrei von Markus Heitz
    Eine Hommage an "Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen"; ein Märchen in modernem Gewand mit phantastischen Einschlägen. Eine junge Frau, die nach einem unglücklichen Unfall verschwinden muss und auf ihrer Flucht von einem Abenteuer in das nächste stolpert. Doch alles ist nur Teil eines größeren Plans.....

    Walpurgia von Sonja Rüther
    Die Geschichte einer einsamen Frau, die sich ein wenig merkwürdige Gesellschaft sucht und selbst ein dunkles Geheimnis verbirgt...

    "Aus dunklen Federn" war meine erste Anthologie, die ich gelesen hatte. Anfangs war ich etwas skeptisch, da ich bisher vor allem Romane gelesen hatte und mit einer Kurzgeschichtensammlung bisher noch nicht wirklich in Berührung gekommen bin. Doch da ich von ein paar der Autor*innen schon ein paar Werke kannte, wurde ich neugierig, ob sie mich auch auf ein paar wenigen Seiten genau so fesseln konnte, wie in einem ganzen Roman. Und ich muss sagen, es ist ihnen gelungen. Selbst wenn hier und da eine Geschichte nicht hundertprozentig den Geschmack getroffen hat, war doch jedes Werk auf seine Weise faszinierend und machte die Anthologie zu einem Lesevergnügen.
    Als ich erfuhr, dass es eine Leserunde bei Whatchareadin geben sollte, zögerte ich nicht lange, die Geschichten nochmal zu lesen, um mir auch die Kleinigkeiten der einzelnen Geschichten nochmals ins Gedächtnis zu rufen. Die Geschichten hatten nach wie vor nichts von ihrer Faszination verloren und im Forum entspann sich eine wirklich tolle Diskussion zu den Hintergründen der einzelnen Geschichten und verschiedenen Interpretationsansätzen. Bei der entspannten Atmosphäre störte es dann auch nicht, dass die Autoren gegenüber den Lesern in der Überzahl waren.
    Ich freue mich schon auf einen zweiten Teil der Anthologie, der im Frühjahr des nächsten Jahres erscheinen soll.

    Aus dunklen Federn, herausgeben von Sonja Rüther
    Verlag: Briefgestöber
    ISBN 978-3981557466

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Dez 2015 

    blutige Handschriften

    Der Begriff Horrorliteratur (engl. horror = Entsetzen, Schauder) ist in der modernen Literaturwissenschaft eine Sammelbezeichnung für Werke, in denen Unheimliches, Makabres, Schreckenstaten, Furcht oder Abscheu erregende Ereignisse dargestellt werden. Die Bezeichnung umfasst also verschiedene literarische Genres wie z. B. Schauergeschichte oder Gothic Novel. Die Horrorliteratur ist an keine bestimmte literarische Gattung gebunden, am häufigsten ist sie in der Epik zu finden. Die Epik hat die bedeutsamsten Zeugnisse der Horrorliteratur hervorgebracht. Das liegt vor allem daran, dass epische Formen wie Roman, Erzählung, Novelle und Short Story besonders geeignet sind, um den Leser an den Gefühlserlebnissen anderer teilnehmen zu lassen. (Quelle: Bücher-wiki)

    Ein hervorragendes Beispiel für die Vielseitigkeit der Horrorliteratur ist die Anthologie „Aus dunklen Federn“, herausgegeben von Sonja Rüther. Ich hatte bereits das Vergnügen, zwei ihrer Bücher zu lesen: ihren intelligenten Thriller „Blinde Sekunden“ sowie ihre originelle Horrorgeschichte „Eine Spur aus Frost und Blut“ - beides Bücher, die mich von ihrer Schreibkunst und ihrem Gespür für das Außergewöhnliche überzeugt haben.
    Daher war ich gespannt, was Sonja Rüther zusammen mit ihren Schriftstellerkollegen in der Horroranthologie "Aus dunklen Federn" gezaubert hat.

    Thomas Finn, Lena Falkenhagen, Markus Heitz, Hanka Jobke, Boris Koch, Sonja Rüther und Vincent Voss haben also ihre dunkle Feder gespitzt und Horrorgeschichten geschrieben, die unterschiedlicher nicht sein können, sowohl vom Stil her als auch von der Thematik. Diese Geschichten sorgen für Herzklopfen, hoher Pulsfrequenz und Grusel. Und am Ende ist man erstaunt, wie vielseitig Horrorgeschichten sein können.

    In ihrem Vorwort beschreibt Sonja Rüther, wie es zu dieser Anthologie gekommen ist, wie sie die Autorinnen und Autoren für ihr Projekt begeistern konnte und welchen Spaß alle bei der Umsetzung dieser Idee hatten. Man merkt diesem Buch den Spaß an. Besonders gelungen sind dabei auch die Zeichnungen und Illustrationen der Autoren und Autorinnen, die diese im Zusammenhang mit ihrer Geschichte angefertigt haben. Diese Illustrationen sind der jeweiligen Geschichte vorausgestellt. Zeichnen ist nicht Jedermann's Sache. Insofern ist es umso bemerkenswerter, dass alle Beteiligten ihren Beitrag geleistet haben (Sonja kann scheinbar sehr überzeugend sein). Durch diese Illustrationen bekommt die Anthologie etwas sehr Persönliches und dadurch Besonderes.

    Diese Geschichten findet man in der Sammlung:

    Der Rummel von Hanka Jobke .....UNHEIMLICH ….
    Diese Geschichte ist der Appetitanreger in der Anthologie. Die Geschichte ist kurz, eigentlich passiert nicht viel.... eigentlich .... und doch macht sich Unbehagen breit. Wie bekommt Hanka Jobke das nur hin?

    Keine sieben Tage von Boris Koch .... ENTSETZLICH .....
    Eine Geschichte, erzählt aus der Sicht eines Kindes. Entsetzliches geschieht in einem Dorf. Nur, was genau? Keine sieben Tage, in denen sich in einem Dorf die Furcht zur Angst und von der Angst zum Horror entwickelt. Und dann ist das Leben wieder wie es war.

    O Tannenbaum von Sonja Rüther ....MAKABER .....
    Die Weihnachtszeit bekommt in einer Familie mit einem Mal eine ganz besondere Bedeutung. Man kann daraus nur lernen. Von jetzt an werde ich meinen Weihnachtsbaum mit äußerster Sorgfalt auswählen.

    Exemplum von Markus Heitz ... GEHEIMNISVOLL ....
    Die Geschichte fängt harmlos an. Auf einmal ist da dieses Unbehagen, das sich langsam zu Entsetzen entwickelt. Plötzlich wird man mit Horrorszenarien konfrontiert, die es eigentlich nicht geben darf. Oder doch? Am Ende der Geschichte betrachtet man sein Spiegelbild mit ganz anderen Augen

    Alles ganz normal von Lena Falkenhagen ....VERZWEIFELT .....
    Eine Schwangerschaft kann etwas Wundervolles sein, wenn da nicht diese Hormone wären. Und auf einmal wird aus einem Glücksgefühl ein Horrorgefühl.

    Bittere Wahrheit von Tom Finn ... WAHNSINNIG ...
    Eine Geschichte über einen Mann, der eine merkwürdige Art hat, mit Kritik umzugehen.

    Menschliches Versagen von Hanka Jobke ...SCHAUDERHAFT ...
    Die täglichen Hiobsbotschaften in den Medien lassen einen abstumpfen. Doch irgendwann horcht man auf. Woher kommen die tagtägliche Gewalt, das Böse und der Zorn. "Menschliches Versagen" bietet einen ungewöhnlichen Erklärungsansatz.

    Farben des Frühlings von Vincent Voss .... GRAUENVOLL ....
    Eine Geschichte über die schrecklich schöne Idylle eines Rapsfeldes.

    Destruenten von Vincent Voss ... GRUSELIG ...
    In dieser Geschichte geht es um die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Man sollte meinen, dass dies schon Horror genug ist. Aber Vincent Voss bringt noch einen ganz anderen Horror ins Spiel.

    Fräulein Angstfrei von Markus Heitz .... NERVENKITZEL .....
    Eine Geschichte, die dem Märchen "Von Einem, der auszog das Fürchten zu lernen." nachempfunden ist.

    Walpurgia von Sonja Rüther ... ABSCHEULICH....
    Eine Geschichte über eine einsame Frau, die mit ihrer neuen Freundin die Festtage verbringen möchte. Einsamkeit macht wunderlich!

    Die Geschichten behandeln Alltägliches aber auch Besonderes. Einige dieser Geschichten sind makaber und komisch, andere sind gruselig und fantastisch. Die Horrorszenarien, die hier kreiert werden, finden Zuhause statt, aber auch im Irgendwo. Die Geschichten können einen subtilen Horror vermitteln, der beim Leser ein anfängliches Unbehagen verursacht, das sich irgendwann steigert und am Ende für erhöhten Puls sorgt. Diese Geschichten kommen ohne viel Blut aus, denn sie spielen mit der Psyche des Lesers und sprechen die dunkle Fantasie an, die wohl in jedem von uns schlummert.
    Es gibt aber auch diejenigen Geschichten, die mit Blut geschrieben sind und Ekel verursachen. Und trotzdem liest man diese Geschichten, denn auch Ekel übt eine Faszination aus. Insofern gehören blutrünstige Geschichten einfach zu einer Horror-Anthologie dazu.
    Der Leser wird am Ende selbst entscheiden, welcher Horror bei ihm den größten Nervenkitzel verursacht hat.
    Bei mir waren es eindeutig die Kurzgeschichten der AutorINNEN. Hier kam der Horror subtil rüber. Wenig Blut, viel Spannung und viel Nervenkitzel! Es geht doch nichts über die dunkle Seite einer Frau.

    Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin gelesen. Ich habe selten eine Leserunde erlebt, die so lebhaft und lustig war wie diese - was wahrscheinlich auch daran lag, dass die Schriftsteller klar in der Überzahl waren. Da gab es keine Zurückhaltung - weder auf Autoren- noch auf Leserseite. Hier wurde frei "von der Leber" kommentiert, was diese Leserunde zu einem besonderen Erlebnis machte.

    Bisher habe ich auf meinem Blog nur ein einziges Horrorbuch besprochen. Insofern kann man nicht behaupten, dass Horror eines meiner bevorzugten Genres ist - das wird es auch nie werden. Und trotzdem habe ich Blut geleckt. Diese Vielfalt des Horrors in "Aus dunklen Federn" hat mich einfach überzeugt. Sollte mir also zukünftig ein interessantes Horrorbuch vor die Lesebrille kommen, wird es vorbehaltlos gelesen. Auf jeden Fall warte ich bereits voller Ungeduld auf die Fortsetzung "Aus dunklen Federn 2", die im Frühjahr 2016 erscheinen soll.

    © Renie

    Aus dunklen Federn, herausgeben von Sonja Rüther
    Verlag: Briefgestöber

    ISBN 978-3981557466

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Dez 2014 

    Eine Antholgie, die keine Wünsche offen lässt

    So gerne ich Anthologien lese, so große Probleme habe ich auch damit, dafür eine Rezension zu schreiben. Wie wird man diesen so unterschiedlichen Geschichten gerecht? Wie soll man sie miteinander vergleichen, wo doch jeder Autor seinen ganz eigenen Stil hat? Aber wie immer, versuche ich einfach mein Bestes zu geben.

    Das Buch wurde von dem mir bis dahin völlig unbekannten Verlag Briefgestöber herausgegeben und als ich las wer alles eine Geschichte für diese Anthologie verfasst hat, musste ich einfach zugreifen, als ich es als Belegexemplar angeboten bekam. Und ich hatte mit meiner Vermutung, ein sehr gutes Buch zu bekommen, wieder absolut recht.

    In dem Buch sind folgende Autoren vertreten:
    Thomas Finn, Lena Falkenhagen, Markus Heitz, Hanka Jobke, Boris Koch, Sonja Rüther und Vincent Voss. Einige davon kenne ich bereits, aber andere waren mir noch unbekannt und ich war entsprechend neugierig. Aber ich stelle euch die Geschichten einfach der Reihe nach vor:

    Als Erstes kommt ein Vorwort von Sonja Rüther, der Herausgeberin. Ich finde es immer spannend zu lesen, was die Herausgeber zu den Anthologien zu sagen haben. Und auch hier erfährt der Leser wieder sehr interessanten Dinge.

    Danach kommt die sehr kurze Geschichte "Der Rummel" von Hanka Jobke. Zu ihr möchte ich nur sagen, dass sie mich mit einem beklemmenden Gefühl zurück ließ.

    Anschließend kommt Boris Koch mit seiner Geschichte "Keine sieben Tage". Darin geht es um einen kleinen Jungen, der plötzlich einen seltsamen Gesang hört und darauf folgen unglaubliche Ereignisse.

    Sonja Rüther schließt sich mit ihrer Geschichte "O Tannenbaum" an, die sicherlich nichts für schwache Mägen ist und die erzählt was passieren kann, wenn man sich den falschen Weihnachtsbaum ins Haus holt. Ich bin froh, dass wir wie jedes Jahr einen künstlichen Baum haben, schon wegen unserer vielen Tiere.

    Markus Heitz überrascht den Leser mit seiner Story Exemplum in der wir auf den Bestatter Korff aus Oneiros treffen. Eine spannende Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat.

    "Alles ganz normal" verspricht uns Lena Falkenhagen. Hier geht es um eine schwangere Frau, die sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden kann. Also ganz ehrlich? Ich bin froh, dass ich nicht schwanger bin.

    Thomas Finns Geschichte "Bittere Wahrheit" ist einer meiner Favoriten. Sie erzählt von einem Mann, der von allen für einen Versager gehalten wird und sich bitterlich dafür rächt.

    Hanka Jobke erzählt uns in ihrer zweiten Story "Menschliches Versagen" in einer Berichterstattung, welche grausamen Dinge auf der Welt geschehen. Uiuiui, hoffentlich wird das nicht wahr.

    Dann kommt mein Nächster Favorit ""Farben des Frühlings" von Vincent Voss. Der Autor erzählt von einer Familie, die mitten in Rapsfeldern wohnt und Besuch von einem Mann bekommt, der aus seiner Vergangenheit und seinen Erfahrungen von dieser Gegend erzählt. Oha, die Geschichte hat es echt in sich. Ich liebe sie.

    Aber auch die 3 Bonusgeschichten können sich sehen lassen und alle 3 zählen zu meinen Favoriten:

    Als erste Bonusgeschichte lesen wir "Destruenten" von Vicent Voss. Darin geht es um die geheimnissvollen Geschehnisse in einem U-Bahn-Tunnel. Das war genau nach meinem Geschmack.

    Und auch "Fräulein Angstfrei" von Markus Heitz ´begeisterte mich total. Sie erzählt von Asa, die keine Angst, sondern nur Aufregung kennt. Durch einen Zufall gerät sie in eine ganz verrückte Geschichte. Einfach herrlich.

    Den Abschluss bildet Sonja Rüther mit ihrer Geschichte Walpurgia. Hier erfährt der Leser von der seltsamen Freundschaft einer Frau zu ihrer Spinne. Dazu möchte ich auch nichts weiter schreiben, um euch die Spannung nicht zu verderben.

    Insgesamt wussten alle Geschichten zu begeistern und ich bin froh, wieder mal eine Anthologie gelesen zu haben, in der mich alle Geschichten fesseln konnten. Es gibt aber auch noch ein ganz besonderes Schmankerl, denn jeder Autor hat seine Titelseite selbst gestaltet. Da kamen die unterschiedlichsten Zeichnungen dabei heraus. Dadurch wirkt das Buch sehr hochwertig und ist etwas ganz besonderes.

    Ich vergebe für diese rundum gelungene Anthologie 5 von 5 Punkte und eine Leseempfehlung für alle Horrorfreunde. Sie ist wirklich etwas ganz besonderes und macht sich auch hervorragend unter dem Weihnachtsbaum. Falls ihr also noch ein Geschenk für einen Horror liebenden Büchersüchtigen sucht, seid ihr hier genau richtig.

    © Beate Senft