Anton hat kein Glück

Buchseite und Rezensionen zu 'Anton hat kein Glück' von Lars Vasa Johansson
4.35
4.4 von 5 (3 Bewertungen)

Ein Anruf seiner Eltern und eine E-Mail vom Elektrodiscounter sind die einzigen Glückwünsche, die Anton zu seinem 45. Geburtstag erhält. Aber der grummelige Berufszauberer mag Menschen sowieso nicht besonders. Seit Jahren tingelt er mäßig erfolgreich mit seinen Auftritten von Altersheim zu Einkaufszentrum. An und für sich würde ihn all das gar nicht stören. Wäre da nicht sein Erzfeind Sebastian, der mit seiner spektakulären Zaubershow in ganz Schweden Erfolge feiert. Ausgerechnet mit Charlotta an seiner Seite, Antons Ex-Freundin. Früher waren Anton und Sebastian befreundet und haben gemeinsam gezaubert, nun sieht Anton überall die riesigen Plakate, die Sebastians und Charlottas Tournee ankündigen und auf denen groß in silbernen Buchstaben Together in Magic Forever steht. Es liegt auf der Hand: Für Anton läuft es nicht gut. Im Grunde läuft es überhaupt nicht. Aber niemand ist besser darin als er, sich das Leben schönzureden. Bis er sich eines Nachts im Wald verirrt und ein seltsames Mädchen trifft. Danach scheint Anton plötzlich vom Pech verfolgt zu werden. Als ernsthafter Zauberer glaubt Anton natürlich nicht an Magie. Aber langsam dämmert ihm, dass er etwas an seinem Leben ändern muss…

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:416
Verlag: Wunderlich
EAN:9783805203876

Rezensionen zu "Anton hat kein Glück"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 27. Jun 2017 

    Unterhaltsames Märchen für Erwachsene

    Diesen Roman haben Mira und ich auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt. Beim Lesen des Klappentextes hat er uns beide gleichermaßen angesprochen, so dass wir uns entschieden, ihn gemeinsam zu lesen. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

    Inhalt

    Anton ist ein Zauberer mit mäßigem Erfolg, der in Altersheimen, auf Festen und kleineren Veranstaltungen auftritt. Zu Beginn der Geschichte feiert er seinen 45. Geburtstag - allein auf einem Rastplatz, die einzigen Gratulanten, die ihn morgens angerufen haben, sind seine Eltern. Wie es scheint, macht ihm das nichts aus, doch im Verlauf der Handlung blickt man hinter die gleichgültige Fassade des Ich-Erzählers Anton.
    Der Berufszauberer - stolz darauf, den Beruf auszuüben zu können, der ihm Spaß macht, erweist sich als egoistischer, nörgelnder und unsympathischer Zeitgenosse, den niemand vermissen würde. Einer, der von Neid erfüllt ist und von der Frage umgetrieben wird, warum er keinen Erfolg hat.

    Neidisch ist er vor allem auf Sebastian. In Rückblicken erzählt er, dass die beiden als Jugendliche gemeinsam ein Zauberprogramm auf die Beine gestellt haben und aufgetreten sind. Zuerst wenig erfolgreich, bis sie tatsächlich Geld damit verdienen konnten.
    Anton lernte nach einer Zaubervorstellung Charlotta kennen, verliebte sich und die beiden wurden ein Paar. Der Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch auch, dass Anton sehr wenig von sich preisgibt und seinen Mitmenschen wenig Empathie entgegenbringt. So hört er Charlotta kaum richtig zu, bietet Sebastian zwar ein Zuhause, dessen Vater Alkoholiker ist, ist jedoch eher daran interessiert, dass sie weiter zusammen auftreten können.
    Um sich ganz der Zauberei hinzugeben, "opfert" er Charlotta, die statt dessen mit Sebastian zusammenkommt. Die Wege der beiden Jungen trennen sich und während Anton als mittelmäßiger Zauberer kaum noch Engagements ergattern kann, haben Sebastian und Charlotta Erfolg und werden reich.

    In dieser kritischen Lebensphase verirrt sich Anton im Naturschutzgebiet Tiveden National Park, weil ein rotes Chesterfield Sofa mitten auf der Straße steht, so dass er einen Autounfall hat. Auf seinem Weg durch den Wald ignoriert er mehrere Warntafeln, überschreitet eine "Salzlinie" und trifft auf ein kleines Mädchen, das ihn bittet ihm sieben verschiedene Blumen zu pflücken. Da er es eilig hat und ein Telefon sucht, weigert er sich ihr zu helfen.
    Ein fataler Fehler, denn sie ist eine Waldfee, die ihn mit einem Todesfluch belegt. Das erklären ihm Gunnar und Greta, zwei Nachfahren der Hexen, die in einem kleinen Häuschen im alten Wald leben und diesen vor Straßenläufern (Touristen) beschützen. Von nun an wird Anton immer Unglück haben, bis er sich das Leben nehmen will. Die darauffolgenden Tage sind tatsächlich von skurrilen Unglücksfälle geprägt, die jedoch sehr lustig zu lesen sind.
    Dabei lernt Anton Jorma kennen, einen jungen Mann, der sich auf einer Liebesquest befindet und der im weiteren Verlauf noch eine Rolle spielen wird. In seiner Verzweiflung kehrt Anton zu den beiden Alten zurück und sie erklären ihm, dass er den Todesfluch lösen kann, indem er drei Aufgaben bewältigen muss, so wie sich das für ein Märchen gehört. Erst dann kann die Königin des Waldes mit der Fee vereinbaren, den Fluch aufzuheben. Widerwillig lässt sich der Zauberer Anton auf die "echte" magische Welt ein. Seine ständigen Begleiter sind ein Spray und Gunnars selbst gebackene Biskuitrolle, die vor bösen Geistern und Flüchen schützen sollen.
    Wird er die Aufgaben lösen und geläutert von seiner Heldenreise zurückkehren?

    Bewertung
    Gestern Abend haben Mira und ich telefoniert und uns hat der Roman gut gefallen. Beide haben wir den Protagonisten zu Beginn als unsympathisch empfunden, denn den Bewohner*innen des Altenheims bringt er während seines Auftritts keinen Respekt entgegen, schikaniert die Pflegerin und beschwert sich auch im Hotel permanent. Er ist ein echter Nörgler, der im Selbstmitleid ertrinkt und neidisch auf den Erfolg seiner ehemals besten Freunde schielt.
    Während der Aufgaben, die er zu bewältigen hat, wird er jedoch geläutert. Er durchläuft eine Quest, eine Heldenreise, die ihn letztlich zu einem besseren Menschen macht, da waren wir uns einig.
    Indem er sich mit seinem Verhalten und seiner Lebenssituation auseinander setzen muss, erkennt er, wie er sich anderen gegenüber verhält. Die nörgelnde alte Hexe, der er helfen muss, spiegelt sein Verhalten ebenso wider wie der Tränentriefer, dem er am Ende begegnet und der sich selbst zutiefst bemitleidet. Jorma, der seiner Freundin nachtrauert und in der Vergangenheit verhaftet ist, erscheint in der Hinsicht als Alter Ego des Protagonisten, wobei Jorma sich seine Empathie und Mitmenschlichkeit bewahrt hat.
    Die Moral der Geschichte kommt in der Szene mit dem Tränentriefer für meinen Geschmack etwas zu deutlich daher und das Ende ist überaus positiv, zu positiv, wie auch Mira fand. Allerdings handelt es sich um ein Märchen und da ist nun mal am Ende alles gut.

    Der phantastischen Anteile - die "echte" Magie, gegen die sich Anton lange wehrt, die mythologischen Figuren, wie das Miststück und der Tränentriefer, sind besonders gelungen und kleiden die Moral in ein Augenzwinkern. Die vielen skurrilen Situationen sorgen für gute Unterhaltung und Lesegenuss.

    Ein Warnung am Ende:
    Der Roman macht eine unbändige Lust auf gefüllte Biskuitrolle, die so oft erwähnt wird, das man dem Wunsch, sie sofort essen zu wollen, irgendwann nicht mehr widerstehen kann ;)

    Ein schöner Roman, der uns auf unterhaltsame und lustige Weise erzählt, wie wir dem Tränentriefer entkommen:

    "Je mehr ich lächelte, desto leichter konnte ich mich seiner destruktiven Energie entziehen." (S.375)

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Jun 2017 

    Ein Märchenbuch

    Ich bin durch mit dem Buch. Ich habe dafür gerade mal zwei Tage benötigt. Ich habe mit allem gerechnet, nur nicht mit einem Märchen. Ein richtiger fiktiver Roman, der alles beinhaltet. Realitäten gemixt mit Fiktionen, die mich an verschiedene Märchen erinnern lassen und ein Mix aus Magischem Realismus. Außerdem ist der Schreibstil recht flüssig, sodass man es sehr leicht hat, in dieses Märchen reinzukommen.

    Mir hat das Buch insgesamt recht gut gefallen, nur hätte ich mit dieser Art von Themenbearbeitung nicht gerechnet. Ich bin eben keine wirkliche Fantasieleserin, wobei ich bei bestimmten Autor*innen eine Ausnahme mache, wie z.B. bei Haruki Murakami. Aber bitte, dieses Buch nicht mit Murakamis Büchern vergleichen. Beide Autoren sind verschieden und nicht miteinander zu vergleichen.

    Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:

    "Ein Anruf seiner Eltern und eine E-Mail vom Elektrodiscounter sind die einzigen Glückwünsche, die Anton zu seinem 45. Geburtstag erhält. Aber der grummelige Berufszauberer mag Menschen sowieso nicht besonders. Seit Jahren tingelt er mäßig erfolgreich mit seinen Auftritten von Altersheim zu Einkaufszentrum. An und für sich würde ihn all das gar nicht stören. Wäre da nicht sein Erzfeind Sebastian, der mit seiner spektakulären Zaubershow in ganz Schweden Erfolge feiert. Ausgerechnet mit Charlotta an seiner Seite, Antons Ex-Freundin. Früher waren Anton und Sebastian befreundet und haben gemeinsam gezaubert, nun sieht Anton überall die riesigen Plakate, die Sebastians und Charlottas Tournee ankündigen und auf denen groß in silbernen Buchstaben "Together in Magic Forever" steht. Es liegt auf der Hand: Für Anton läuft es nicht gut. Im Grunde läuft es überhaupt nicht. Aber niemand ist besser darin als er, sich das Leben schönzureden. Bis er sich eines Nachts im Wald verirrt und ein seltsames Mädchen trifft. Danach scheint Anton plötzlich vom Pech verfolgt zu werden. Als ernsthafter Zauberer glaubt Anton natürlich nicht an Magie. Aber langsam dämmert ihm, dass er etwas an seinem Leben ändern muss…Ein Zauberer, der nicht an Magie glaubt, erlebt das größte Abenteuer seines Lebens - schräg, komisch, herzerwärmend!"

    Um nicht zu viel vorwegzunehmen, halte ich mich kurz in dieser Buchbesprechung. Es sind sehr viele Abenteuer von Seiten des Protagonisten namens Anton zu bestehen, der sich scheinbar vom Pech verfolgt sieht. Eine Figur, wie man sie so oft im Alltag findet. Realtitätstreu, Alltagsprobleme, mit denen man versucht, bestmöglich mit der Vernunft fertigzuwerden ... Anton wird plötzlich mit surrealen Situationen konfrontiert, an denen kaum ein Mensch, der wie Anton gestrickt ist, glauben kann, bis dieser Mensch dazu gezwungen wird, sich mit dieser anderen Realität auseinderzusetzen und sich ihr zu beugen. Realität und Fiktion habe ich als zwei Parallelwelten wahrgenommen und empfunden.

    Anton, der aus einem wohlbehütetes Elternhaus stammt, scheint ein sehr einsamer Geselle zu sein. An seinem 45. Geburtstag gibt es außer seinen Eltern und dem Elektrodiscounter niemanden, der an ihn denkt. Anton ist von Kind auf eher ein Einzelgänger, der lieber alleine in seinem Zimmer gehockt hat, Fachbücher gelesen und mit seinem Zauberkasten Zaubertricks eingeübt hat, bis er eine Freundschaft mit seinem Klassenkameraden Sebastian eingeht. Seine erste richtige Freundschaft, obwohl Sebastian von seinem Naturell eher das genaue Gegenteil von Anton ist. Aber sie entwickeln die Zauberei als ein gemeinsames Hobby, mit dem sie bald ihr Taschengeld aufbessern können. Aus dem Hobby sollte Profession werden. Doch die Wege der beiden trennen sich wieder, obwohl sich beide beruflich als Zauberer betätigen, aber mit unterschiedlichem Erfolg. Anton verlässt sein Mädchen Charlotte, um mehr Zeit für seine Zauberei zu haben. Charlotte tut sich mit Sebastian zusammen …

    Man bekommt es mit zwei Geschichten zu tun. Einmal wird das Leben von Antons Kindheit erzählt und im Wechsel dazu liest man über sein Leben in der Gegenwart. Oftmals sind die Szenen recht skurril, über die ich herzhaft lachen musste.

    Bevor Anton diese fiktive Welt betritt, erleidet er ein paar Katastrophen, die aber irgendwie schicksalshaft gesteuert waren. Erst trauert er an seinem Geburtstag und verfällt in Selbstmitleid, weil niemand an ihn gedacht hat, dann verliert er als Zauberer seine Aufträge, schließlich wird er als nächstes an der Tankstelle des Stehlens bezichtigt, und kurz darauf ersäuft sein Wagen in einem Fluss …

    Bis Anton am Waldrand mit einem kleinen Kind konfrontiert wird, das ihn bittet, ihm zu helfen, sieben verschiedene Blumen zu pflücken. Ist klar, dass Anton dafür keine Zeit hat, da er damit beschäftigt ist, sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Als er das Kind abgewiesen hat, wird er von einem Fluch behaftet. Später stellte sich heraus, dass das Kind kein gewöhnliches Kind ist, sondern eher eine Waldfee, die belohnt oder auch bestraft, je nach dem, was sich ein Mensch, genannt Straßenläufer, verdient hat. Es gibt die Waldbewohner, und es gibt die Straßenläufer …

    Anton hatte drei Prüfungen zu bestehen, um von diesem Fluch wider loszukommen und bei Nichtbestehen der Prüfung wird er für immer und ewig in einer Perle verzaubert sein. Diese Perle ist an der Haarspange der Waldfee befestigt.

    Anton lernt ein älteres Ehepaar kennen, das im Wald wohnt, Gunnar und Greta, die recht merkwürdige Dinge tun, die aber Anton helfen, sich in dieser ominösen Märchenwelt zu orientieren. Anton kann es nicht fassen. Er glaubt weder an Waldfeen, noch an Hexen namens Miststück, noch an andere übersinnliche Dinge …

    Wie es weitergeht, und ob Anton es schafft, sich in dieser Märchenwelt zu orientieren, um seine Prüfungen zu bestehen, ist Weiteres dem Buch zu entnehmen.

    Mein Fazit?

    Hätte ich von Anfang an gewusst, dass dies ein Fantasyroman ist, ich hätte mir das Buch nicht angeschafft. Wenn ich bedenke, dass ich von dem Cover so sehr angelockt wurde, und ich den Klappentext eher oberflächlich behandelt habe, habe ich doch einen guten Riecher gehabt. Ich dachte erst, dass Anton in einer Midlifecrisis steckt und dadurch sein Leben auf den Kopf stellt, um da wieder rauszukommen.
    Nein, die Thematik ging in eine ganz andere Richtung, die mir aber trotzdem gut gefallen hat. Welch eine Wesenveränderung… Manchmal muss sich der Mensch mit seinen eigenen Schatten befassen, um diese in Licht zu verwandeln. Je mehr der Mensch gegen sein Schicksal hadert, desto schwerer verlaufen seine Lebensprüfungen.

    Und ich habe Heißhunger auf einen Himbeer- und/oder einen Erdbeerbiskuit bekommen, und ich jetzt schauen muss, wo ich den Biskuit kaufen kann, der so lecker ist wie in diesem Zauberbuch.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 16. Okt 2016 

    Das rote Sofa...

    Manchmal sind es ungeahnte Kleinigkeiten, die das Leben vollkommen umkrempeln. Bei Anton ist es ein rotes Chesterfield-Ledersofa, mit dem er auf einer einsamen Landstraße in einer abgelegenen Gegend Schwedens frontal zusammenstößt. Und das einen Tag nach seinem 45. Geburtstag. Statt einfach nur nach Hause zu fahren, sitzt Anton jetzt irgendwo im Nirgendwo fest und läuft los, um Hilfe für sein ramponiertes Auto zu suchen. Als ihn auf einer Waldlichtung ein kleines Mädchen anspricht und ihn bittet, ihm einen Blumenstrauß zu pflücken, hat Anton weiß Gott besseres zu tun und stapft weiter auf der Suche nach einem Haus mit Telefon. Was er jedoch nicht weiß: dieses kleine Mädchen ist kein gewöhnliches Kind - sondern eine Waldfee. Und eine nachtragende noch dazu.

    Gunnar und Greta jedenfalls, auf deren Häuschen Anton kurz darauf stößt, teilen ihm mit, dass er mit dem Abschlagen der Bitte der Waldfee großes Unheil auf sich geladen habe. Auf ihm liege nun ein Fluch, der ihm nur noch Pech bescheide - bis er es nicht mehr aushalte und freiwillig den Tod wähle. Doch Anton, der als Berufszauberer mit allen Tricks vertraut ist und an vieles, aber jedenfalls nicht an Magie glaubt, kann angesichts dieser düsteren Drohung nur den Kopf schütteln. Er will sein Auto repariert haben und dann nichts wie nach Hause! Als sich die Missgeschicke zu häufen beginnen, versucht Anton zunächst, sehr pragmatisch mit den Geschehnissen umzugehen. Doch allmählich beginnt er zu ahnen, dass doch mehr an dem ist, was das verschrobenen alte Ehepaar erzählt hat, als er zu glauben bereit war...

    Anton ist ein Zeitgenosse, der es einem schwer macht, ihn zu mögen. Das geht nicht nur den anderen Figuren im Roman so, sondern auch dem Leser. Im Laufe des magischen Abenteuers, das sich hier entpuppt, erinnert Anton ein wenig an den Ritter von der traurigen Gestalt - und die eingestreuten Rückblenden in seine Kindheit und Jugend machen deutlich, wie das aus ihm wurde, was er heute ist: ein erfolgloser Zauberer ohne Freunde und ohne Träume, von Neid zerfressen auf seinen ehemaligen Freund aus Kindertagen, der nun mit einer spektakulären Zaubershow durch Schweden tourt und dabei Charlotta an seiner Seite hat - Antons Ex-Freundin. Doch die Ereignisse im Zauberwald lassen die harte Kruste ganz allmählich bröckeln und sorgen für Veränderungen...

    Der Roman lässt sich flüssig und leichtgängig lesen. Die Mischung aus den Geschehnissen der Gegenwart im Naturpark Tiveden und den Rückblenden in Antons Vergangenheit ist für mich gelungen, ebenso wie die Verquickung von realen Geschehnissen und Fantasyelementen. Auch der Humor kommt hier nicht zu kurz - so manche Szene ließ mich schmunzeln, und Sarkasmus und Ironie sorgten für mich für die richtige Würze. Es ist schwer, in der Fantasy-Welt noch viel Neues zu bieten, aber mit dem Lauschenden und dem Tratschenden Wald, dem Eissee, der auch im Hochsommer zugefroren ist, dem Nachtklopfer, dem Tränentriefer und dem Miststück hat Lars Vasa Johansson sich doch als sehr kreativ erwiesen.

    Eine skurrile Geschichte mit einem sperrigen Charakter, der einem letztlich doch irgendwie ans Herz wächst. Allerdings konnte mich der Roman nicht so berühren wie beispielsweise Fredrik Backmans Ove. Und da dieser Name hier im Klappentext auftaucht, muss sich das Buch um Anton den Vergleich wohl gefallen lassen.

    Insgesamt jedoch konnte mich der Roman gut unterhalten, mich staunen, lachen, überraschen lassen - und selbst das Dankeswort sorgte noch für einen Schmunzler. Ein angenehmer Wohlfühlroman für einen gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa.

    © Parden