Anders

Buchseite und Rezensionen zu 'Anders' von Andreas Steinhöfel
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Anders"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
Verlag: Königskinder
EAN:9783551560063

Diskussionen zu "Anders"

Rezensionen zu "Anders"

  1. Mich hat der Roman schlichtweg umgehauen!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Feb 2015 

    Was passiert wenn alles anders ist, als noch einen Tag zuvor? Was passiert wenn einer selbst anders wird und was passiert wenn genau dieses Andere alle anderen mit verändert? Das alles erzählt Andreas Steinhöfels neuer Roman "Anders". Und dabei ist der Titel wirklich Programm. Denn alles verändert sich schlagartig um Felix herum. Man lernt vor allem seine unmittelbaren Mitmenschen und deren Sichtweise auf ihn kennen, doch gerade dadurch merkt man was genau nun nicht mehr so ist, wie vor dem Unfall.

    Felix oder Anders wie er sich nach dem Unfall nennt, kommt kaum zu Wort. Man erlebt ihn durch seine Taten und er kommt einem dadurch trotzdem unglaublich nahe. Das ist sehr merkwürdig, denn eigentlich scheint man ihn ja eher auf Distanz zu erleben. Trotzdem, die wenigen Male die man ihn dann doch ganz aus der Nähe betrachten darf, sind sehr intensiv. Überhaupt ist "Anders" hautnah, intensiv, an manchen Stellen sogar fast verstörend.
    Der Roman hat mich nahezu umgehauen. Steinhöfel zaubert mit seinen Worten und hat mich in die Tiefe gezogen. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, obwohl ich zweimal kurz eine Pause machen wollte, es hat irgendwie nicht funktioniert. "Anders" transportiert vor allem Emotionen. Verschiedene Stimmungen, Anders neue Gefühle und seine Reaktionen auf etwas das er verdrängt hat. Aber auch seine Reaktion auf die Umwelt. Auf eine Erwachsenenwelt die er nun langsam beginnt zu durchschauen, vielleicht schon vor seinem Unfall durchschaut hat, es sich nun aber traut das auch direkter auszusprechen.

    Manchmal liest der Roman sich fast wie ein modernes Märchen. Immer auf dem schmalen Grat zwischen eben diesem und einer so realen Geschichte, das es weh tut. Und das in einer Sprache die manchmal auch poetisch wirkt. Wie immer bei Steinhöfel unterfordert er seine Leser nicht und traut ihnen zu auch schwierigere Romane zu lesen, als man oftmals Jugendlichen so zu lesen gibt. Ich glaube sogar das in so mancher Bibliothek "Anders" bei den Erwachsenenromanen landen könnte. Für mich ist "Anders" ein wunderbarer Roman der mir einfach unter die Haut geht.