Alltagsperlen: Kurzgeschichten und Gedichte

Buchseite und Rezensionen zu 'Alltagsperlen: Kurzgeschichten und Gedichte' von Antonia Löschner
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Häufig geht es im Alltagstrubel unter: das eigene Ich. Dabei ist es, als Kenner unserer Bedürfnisse und Stärken, der beste persönliche Berater. Die hier versammelten Geschichten und Gedichte laden zur Wiederentdeckung des Ich im Alltag ein. Mit so vielfältigen Themen und Charakteren wie im wahren Leben. Dieses Pocket-Buch eignet sich für kleine Lesepausen zwischendurch: zum Erforschen, Nachdenken, Träumen, Schmunzeln und Entspannen.

Format:Taschenbuch
Seiten:122
Verlag: lulu.com
EAN:9781365999932

Rezensionen zu "Alltagsperlen: Kurzgeschichten und Gedichte"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 18. Apr 2018 

    Eine schöne Geschenkidee

    »Alltagsperlen« ist ein kleines Büchlein, das viele kurze Gedichte und noch ein paar mehr Kurzgeschichten enthält. Ich finde, dass man es deswegen optimal vor dem Schlafengehen zum Abschalten oder kurz nach dem Aufwachen zur Hand nehmen kann. Bevor man in den Tag startet, freut es einen vielleicht, wenn man für selbigen schon ganz zu Beginn schönen und nachdenklichen Input bekommt.

    Für mich persönlich waren die Gedichte eher nichts. Dass ich damit nicht viel anfangen kann und ich die meist nur als Zeitverschwendung empfinde, liegt nur daran, weil ich einfach kein Gedichte-Typ bin. Gedichte-Freunde haben bestimmt ihre Freude mit dem Inhalt des Büchleins.
    Die Kurzgeschichten fand ich teilweise echt schön, vor allem, weil sie es geschafft haben, mich nachdenklich werden zu lassen.

    ~ Wir Menschen neigen doch alle dazu, von der Norm abweichende Erscheinungen automatisch zu fürchten. ...
    Leider sehen wir den Menschen nicht an ihrem Äußeren an, ob sie gute oder schlechte Absichten verfolgen. ~
    (S. 15)

    In einer der vielen hier enthaltenen Kurzgeschichten streitet sich ein Paar über die Planung des nächsten gemeinsamen Urlaubs. Sie scheinen sich deswegen beinahe zu entzweien, bevor ein guter Freund es schlussendlich schafft, die Frau die ganze Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu lassen.
    In einer anderen Kurzgeschichte geht es um Burn-out, Leistungsdruck und Überanstrengung. In der nächsten sind Entspannung und Erholung bzw. die Sonnenseiten des Lebens die großen Themen.
    Es gab Kurzgeschichten, die mich sehr angesprochen haben und dann gab es wieder welche, die fand ich weniger spektakulär. Wahrscheinlich ist hier für jeden Typ Mensch etwas Lesenswertes dabei.

    ~ Außerdem machen Schuldgefühle bloß handlungsunfähig und bringen sonst keinem etwas. ~
    (S. 32)

    Im Grunde geht es in den Geschichten um Beziehungen, um Selbstfindung, verletzte Gefühle oder Stolz, um Schuld und Verantwortung, um Life-Balance und so weiter. Also eigentlich um wirklich wichtige Lebensthemen, mit denen sich jeder Mensch früher oder später in seinem Leben einmal auseinandersetzen muss oder mit denen man sich in irgendeinem Lebensabschnitt identifizieren kann.

    Genau deshalb möchte ich für dieses Büchlein auch gerne eine Empfehlung aussprechen. Ich bin mir absolut sicher, dass der eine oder andere von euch von dem Inhalt profitieren wird - wenn er ihn denn ohne Zeitdruck und mit einer gewissen Achtsamkeit liest!

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 04. Okt 2017 

    Alltag und Perlen müssen sich nicht ausschliessen

    Das Buch umfasst 40 Kurzgeschichten und Gedichte.

    Durch die Schilderung alltäglicher Begebenheiten schafft die Autorin es, daß man sich sehr gut in die Protagonisten der Kurzgeschichten hineinfühlen kann. Denn in der einen oder anderen Gemütsverfassung, in dem einen oder anderen Verhalten erkennt sich der Leser unweigerlich wieder.

    Was die Protagonisten allerdings von vielen Lesern unterscheiden dürfte, ist die Tatsache, daß sie trotz der alltäglichen Episoden nicht wie ein Hamster im Laufrad durch das Leben trotten.
    Entweder verfügen sie schon über die nötige Aufmerksamkeit, um die Perlen in ihrem Alltag zu erkennen, oder sie entwickeln diese im Laufe der Geschichten. Aber es geht nicht nur um die Aufmerksamkeit, die man anderen Menschen oder Dingen widmen sollte.

    Auch die Selbstwahrnehmung und der Umgang mit sich selbst ist Inhalt in vielen Geschichten.

    Aus den positiven Einstellungen und Erfahrungen, die die Hauptpersonen in den Geschichten machen, kann man als Leser durchaus seine Vergleiche ziehen, sich hinterfragen und daraus Nektar für seine eigene Lebensgestaltung ziehen.

    Was ich als sehr angenehm empfunden habe, ist die Tatsache, daß die Autorin hierbei auf den erhobenen Zeigefinger verzichtet und keine moralingesäuerte Ratschläge erteilt. Nein, hier kann, darf und sollte sich tatsächlich der Leser selbst entdecken und selbstständig seine Schlüsse ziehen. Wenn Lebenshilfe ohne Bevormundung stattfindet, finde ich das sehr begrüßenswert.

    Diese nicht existierende Bevormundung lässt sich auch am Schreibstil erkennen, der recht distanziert, aber dennoch detailreich ist.

    Was die Gedichte betrifft, muss ich gestehen, daß mir dazu generell eher der Zugang fehlt und ich habe Schwierigkeiten, diese zu bewerten. Wenn Gedicht, dann doch eher einer der Klassiker. Aber ich arbeite auch in der Hinsicht an mir.

    Trotz dieser meiner mangelnden Fähigkeit, ist bei mir das Gedicht „Grundlose Tränen“ haften geblieben, denn es deckt sich absolut mit einer meiner Einstellungen. Allerdings bin ich nicht in der Lage, dieses mit einer solchen Tiefe auszudrücken.

    Letztendlich lässt sich festhalten: wer auf der Suche ist, sich selbst zu finden, ist meiner Meinung nach bei diesem Buch sehr gut bedient und kann dort die nötigen Impulse erhalten.