All die verdammt perfekten Tage: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'All die verdammt perfekten Tage: Roman' von Jennifer Niven
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Ein Mädchen lernt zu leben - von einem Jungen, der sterben will


Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…


Format:Broschiert
Seiten:400
Verlag: Limes Verlag
EAN:9783809026570

Rezensionen zu "All die verdammt perfekten Tage: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 19. Jan 2016 

    Ein Buch über das Leben, aber auch über den Tod

    Inhalt:
    Finch macht sich viel Gedanken über Selbstmord und landet so auch auf dem Dach seiner Schule. Dort bemerkt er Violet, ein Mädchen aus seinem Jahrgang. Sie hat ihre Schwester durch einen Unfall verloren und hat die Lust am Leben verloren.
    Finch schafft es Violet vom Dach zu holen und es beginnt eine Zeit in denen beide zusammen durchs Leben gehen. Finch bringt Violet den Spaß am Leben zurück, doch schafft er das bei sich nicht...

    Meine Meinung:
    All die verdammt perfekten Tage ist ein Buch über das Leben, aber auch über den Tod, denn es geht um Selbstmord.

    Ein sehr heikles Thema, was noch oft ein Tabuthema ist. Jennifer Niven bringt eine Geschichte zu Papier, die Nahe geht und auch fesselt und doch fehlte mir das letzte Bischen um es zu einem perfekten Buch zu machen.

    Es ist eine Hommage an das Leben aus Sicht von Finch und Violet geschrieben. Sie wechseln sich in den Kapiteln ab. Während mir die Kapitel von Violet direkt lagen, hatte ich zu Beginn mit dem etwas verrückten Finch leichte Probleme. Diese gaben sich jedoch mit der Zeit.
    Auch fand ich den Anfang etwas hakelig. Es war die Vorgeschichte und auch Gedanken von Finch die auf die kommenden Ereignisse einstimmen sollte, das wirkte etwas langatmig. So etwa die ersten 50 Seiten waren etwas öde, doch dann als es an die Wanderung der beiden geht wird es wesentlich besser.

    Man erlebt beide Figuren mit allem drum und dran und das ist gut so. Es bringt einem beide sehr Nahe, auch wenn mir ein wenig das Gefühl fehlte.
    Finch gilt als Freak ist der Außenseiter der Schule und hat es auch Zuhause nicht leicht. Er hat mein vollstes Mitgefühl und auch Bewunderung, denn er schafft es immer wieder Stärke zu zeigen und Violet eine Stütze zu sein. Ein starker junger Mann, dem das Leben schon übel mitgespielt hat und der seiner Umgebung nie den richtigen Finch zeigt, den darf nur Violet sehen.
    Violet hat ein hartes knappes Jahr hinter sich. Sie hat ihre Schwester durch einen Unfall verloren und vermisst sie sehr. Um sie herum geht das Leben weiter aber dafür ist sie noch nicht soweit bis zu Finch und dem Schulprojekt. Sie wirkt kratzbürstig und egoistisch, aber auch sehr traurig. Sie lebt im Laufe der Geschichte auf, dank Finch.

    Am Ende gehe ich gut unterhalten und sehr zufrieden aus der Geschichte raus. Als ich einmal in der Geschichte drin war passte fast alles.
    Schön finde ich das am Ende Adressen und Telefonnummern stehen wo man sich Hilfe holen kann, wenn man selber an Selbstmord denkt. Ich denke man sollte viel öfter Geschichten zum Thema lesen können, damit vielleicht so dem ein oder anderen geholfen wird. Manchmal ist man jedoch denke ich einfach machtlos.

    Ich denke auch wenn das Buch keine Altersangabe hat und für mich wie ein Erwachsenenbuch wirkt, kann man es gut auch Teenies ab 14 Jahren lesen lassen. Denn gerade da es um Geschwister, Eltern, Schule geht ist es auch passend für Jugendliche.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Dez 2015 

    tragisch und brührt das Herz

    „All die verdammt perfekten Tage“ von Jennifer Niven eine etwas andere Liebesgeschichte.

    Auf dem Glockenturm möchte sich Finch eigentlich das Leben nehmen. Die aufgeregte Menge unter ihm deutet aber nicht auf ihn. Da bemerkt er Violet neben sich. Die möchte offenbar das gleiche wie er. Von dem Tag an verbindet die beiden etwas und eine Reise beginnt.

    Finch ist selbstmordgefährdet. Er lebt zusammen mit seiner Mutter und seinen beiden Schwestern. Sein Vater hat eine neue Familie. Einen richtigen Familienzusammenhalt kennt er nicht. Er ist scheinbar auch noch anderes erkrankt. Er nennt es den „Schlaf“ und läuft davor weg. Finch ist in der Schule einfach nur der „Freak“.

    Violet hat einen Autounfall überlebt. Dabei ist allerdings ihre ältere Schwester gestorben. Seitdem hängt sie in einem tiefen Loch und lebt nicht mehr ihr Leben. Nichts macht ihr mehr Spaß, sie wendet sich von ihren Freunden ab. Sie gehörte früher zu den Beliebten.

    Die Protagonisten sind sehr bewegende Charaktere. Jeder hat sein Paket zu tragen und sie sind sehr vielschichtig. Auch die anderen Charaktere passen gut in die gesamte Konstellation hinein. Wobei sie hier eher Beiwerk sind. Dennoch kann man den ein oder anderen ins Herz schließen.

    Die Geschichte spielt in Bartlett, Indiana (USA). Beide gehen dort zur Schule, treffen aber normal nicht oft aufeinander. Finch überrumpelt Violet und so müssen sie zusammen ein Schulprojekt machen. Sie müssen mehrere Sehenswürdigkeiten in ihrer Umgebung erkunden und sie später präsentieren.

    Erzählt wird die Geschichte mal aus Vios und mal aus Finch Sicht. Dabei zählt Vio die Tage bis zum Schulabschluss und Finch, die die er wach ist. So bekommt ein einen guten Einblick in das Leben der beiden, wie sie fühlen und wie sie ticken.
    Man könnte jetzt meinen das es eine romantische Liebesgeschichte vor einer idyllischen Kulisse wird. Er rettet sie und sie rettet ihn, ….

    Ganz so wird es nicht. Man wird mit dem Leid konfrontiert einen geliebten Menschen und die Lust am Leben verloren zu haben. Aber auch damit, wie man sich das Leben nehmen kann, teilweise sehr nüchtern mit Zahlen und Fakten.
    Die Liebesgeschichte steht nicht im Fokus. Sondern eher der Kampf wieder zurück ins Leben zu finden. Da Leben wieder lebenswert finden. Die Liebe zwischen den beiden ist da eher ein Mittel.

    Die Geschichte ist mitreisend. Man muss weinen und lachen mit den beiden. Fragt sich was als nächstes passiert und hofft, dass es gut ausgeht.

    Das Cover zeigt einen Mond, in dem der Titel ist, ein Mädchen sitzt und ein Junger auf einer Leiter reinklettert. Es ist in Weiß und Blau gehalten und ein Teil des Titels ist rot. Ich finde es passt gut zur Geschichte.

    Auf etwas tragisches wie „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green habe ich gewartet. Denn ab und an brauche ich sowas mal. Tragisch ist es hier auf jeden Fall. Doch mag ich die beiden Bücher nicht vergleichen.
    In dem hier geht es nicht nur einfach um eine tragische Liebe mit einem schweren Schicksalsschlag. Hier wird auf eine besondere Art und Weise das Thema Selbstmord behandelt. Es wirkt nicht aufdringlich und dennoch zeigt es einige Facetten davon auf.
    Ich habe die Protas sehr lieb gewonnen und mich hat ihre Geschichte tief bewegt.

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