All das zu verlieren: Roman

Rezensionen zu "All das zu verlieren: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Jun 2019 

    Zwänge der Gesellschaft

    Die Geschichte einer unglücklichen Frau, die von ihrer Rastlosigkeit und dem Schein eines glücklichen Lebens zerissen wird. Meiner Meinung nach ein sehr realitätsnahes Thema - insbesondere in unserer heutigen Gesellschaft.
    In dem Buch taucht man immer weiter in die Geschichte ein, und erlebt wie sich ein Mensch verliert und fragt sich, wie lange das so gut gehen kann...
    Vielleicht ist Adèles Sucht auch nichts anderes als eine Krankheit, die aus den Zwängen und Normierungen entstanden ist, der eine Frau in dieser Welt von heuet ausgesetzt ist.

    Eine sehr tiefgründige Erzählung, die mir gut gefallen hat. Der Schreibstil war angenehm zu lesen, daher gibt es von meiner Seite auch eine Empfehlung für dieses Buch.
    Die Geschichte einer unglücklichen Frau, die von ihrer Rastlosigkeit und dem Schein eines glücklichen Lebens zerissen wird. Meiner Meinung nach ein sehr realitätsnahes Thema - insbesondere in unserer heutigen Gesellschaft.
    In dem Buch taucht man immer weiter in die Geschichte ein, und erlebt wie sich ein Mensch verliert und fragt sich, wie lange das so gut gehen kann...
    Vielleicht ist Adèles Sucht auch nichts anderes als eine Krankheit, die aus den Zwängen und Normierungen entstanden ist, der eine Frau in dieser Welt von heuet ausgesetzt ist.

    Eine sehr tiefgründige Erzählung, die mir gut gefallen hat. Der Schreibstil war angenehm zu lesen, daher gibt es von meiner Seite auch eine Empfehlung für dieses Buch.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 09. Jun 2019 

    Ich hab nie so ein Getue um dich gemacht!

    Familie Robinson, das sind Adéle Robinson, eine Journalistin und ihr Mann Richard, ein Chirurg und ihr kleiner Sohn Lucien leben in einer schicken Wohnung in Paris. Sie sind sozial abgesichert, es scheint als würde es ihnen gut gehen. Schnell wird klar, dass dies nicht der Fall ist. Adéle scheint eher auf einen negativen Zustand zuzufliegen, all das zu verlieren. Und warum ist dies so?

    "Ich hab nie so ein Getue um dich gemacht." Dies sagt die Mutter Simone zu ihrer Tochter Adéle. Und genau dies merkt man auch. Man merkt der Tochter viele Defizite an, die zum Teil durch das Handeln oder Nichthandeln der Mutter entstanden sind. Natürlich kann die Mutter nicht für alles als Schuldige herangezogen werden, der betreffende Mensch, hier Adéle hat sicher auch noch ein Wörtchen mitzureden. Aber ein kleines Mädchen ist sicher noch kein vollwertiger Mensch und kann sicher vieles noch nicht so einordnen wie ein Erwachsener. Wobei ja auch diese oft genug Situationen falsch einschätzen und falsch handeln. Insgesamt ist dieses Buch ein erschreckendes und gut gezeichnetes Psychogramm eines zerstörten Menschen. Auf jeden Fall sieht man am Beispiel von Adéle was ein gestörtes Mutter-Tochter-Verhältnis bewirken kann, wobei man hier sicher eine fehlende väterliche Reaktion auch mit einfließen lassen könnte. Was habe ich alles an Adéle entdecken können; da sind depressive Gedankengänge, Adéle hat auch kaum ein Selbstwertgefühl aufbauen können, Adéle hat durch das gestörte Mutter-Tochter-Verhältnis auch eine vollkommen gestörte Bindungsfähigkeit, positive Rückmeldungen holt sie sich über ein obsessives Sexualverhalten, dass man sich auch wie einen Schrei nach Aufmerksamkeit, vielleicht sogar nach Liebe vorstellen kann, sicherlich etwas was nicht von selbst gekommen ist, ansonsten kann man auch ein selbst schädigendes Verhalten klar erkennen, schon durch ihr sexuelles Verhalten, aber auch in der Nahrungsaufnahme, Zigarettenkonsum etc., paranoide Gedanken sind auch schon klar erkennbar. Das ist alles recht viel für einen Menschen!

    Das Buch ist in einem sehr hohen Sog geschrieben. Man kann dieses Buch nicht weglegen, ist vollkommen schockiert und entsetzt vom Gelesenen. Man möchte aber genauso erfahren warum hier passiert was passiert, warum Adéle handelt wie sie handelt. Und dies ist ebenfalls eine Stärke des Romans. Leila Slimani lässt immer mal im Gelesenen ein Bröckchen fallen, man erfährt nach und nach, ganz langsam und wohl dosiert die gesamte Geschichte. Dadurch wird so ein immenser Sog erzeugt und man begreift schließlich vollkommen schockiert. Ein heftiges Buch! Aber es ist wunderbar geschrieben! Leila Slimani wird mir in Erinnerung bleiben und es ist nicht das letzte Buch gewesen, welches ich von ihr in den Händen halten werde.

    Ich gebe eine klare Leseempfehlung! Aber man sollte nicht so sehr bei den sexuellen Geschehnissen hängenbleiben. Diese sind hier schließlich nur ein Symptom!

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 09. Jun 2019 

    Eine Frau, die zu viel will...

    Auf Empfehlung habe ich diesen Roman gelesen und ich wusste nach der Lektüre gar nicht so richtig was ich empfinden soll. Die optische Aufmachung finde ich sehr gelungen, da man in der rauchenden Frau die Hauptakteurin wiedererkennt.

    In der Geschichte geht es um die verheiratete Adèle, die alles im Leben hat und dennoch nicht glücklich ist. Immer wieder bricht sie aus dem Ehealltag aus und vernachlässigt ihre Pflichten. Wird ihr das bald zum Verhängnis werden?

    Adèle als Charakter war keine Person, die ich sonderlich mochte. Sie wirkte auf mich sehr arrogant und ichbezogen. Ihre sexuellen Eskapaden lasen sich für mich zwar äußerst interessant, aber viele ihrer Stelldicheins fand ich eher abstoßend und ich konnte nicht ganz nachvollziehen warum sie dies tut. Erst als man ihre Mutter kennenlernt, ahnt der Leser warum sie so geworden ist.

    Richard als gehörnter Ehemann hat mir persönlich recht gut gefallen, weil er sehr viel für seine Familie tut. Allerdings haben seine Abwesenheit durch zu viel arbeiten und seine Beziehung zum Thema Sex sicher dazu beigetragen, dass Adèle so agiert.

    Der kleine Lucien, der Sohn des Ehepaares, hat mir unheimlich Leid getan. Man spürte wie sehr er seine Mutter braucht, die ihn aber immer wieder irgendwo abgibt und schlichtweg vernachlässigt.

    Der Autorin ist es sehr gut gelungen aufzuzeigen was in einer Gesellschaft passiert, in der die Menschen alles haben und dennoch nicht glücklich sind.

    Auch wenn ich den Roman nicht mit großem Genuss gelesen habe, so hat er doch bei mir einen Punkt getroffen, da mich das Ganze letztendlich doch irgendwo berührt hat.

    Fazit: Interessante Lektüre, die mich sehr nachdenklich gestimmt. Gern spreche ich eine Empfehlung aus.