Alice im Wunderland

Buchseite und Rezensionen zu 'Alice im Wunderland' von Lewis Carroll
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Alice im Wunderland"

Buch mit Leinen-Einband
Benjamin Lacombes Meisterwerk
Das Jubiläum zum 150-jährigen Erscheinen von Lewis Carrolls unsterblichem Kinderbuch ist vorbei, und dann noch eine Ausgabe von Alice im Wunderland? Ja! Benjamin Lacombe hat länger für seine Illustrationen gebraucht als vorgesehen, hat mehr und größere Bilder gezeichnet und gemalt als geplant, sich tiefer in den Stoff eingearbeitet als gedacht. In Alice hat er sein Thema gefunden, und wir wagen zu behaupten, dass er die schönste Alice-Ausgabe aller Zeiten geschaffen hat, einen Prachtband, der nicht nur seine zahlreichen Fans begeistern wird.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:234
EAN:9783946593102

Rezensionen zu "Alice im Wunderland"

  1. Fantastische Wunderwelt

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Jan 2017 

    Das Kinderbuch gehört inzwischen zu den Klassikern der Weltliteratur und ist in Büchern, Filmen, Theaterstücken und sogar Opern adaptiert worden. Die Figuren und einige Situationen haben sozusagen Kultstatus, nicht zuletzt auch durch die Verfilmung Tim Burtons mit Johnny Depp als verrücktem Hutmacher.
    Ich habe den Roman gemeinsam mit meiner 10-jährigen Tochter gelesen und wir hatten viel Spaß an den skurrilen Situationen, in die Alice gerät.

    Inhalt
    Alice ist gemeinsam mit ihrer Schwester am Bachufer und schläft ein, als ein weißes Kaninchen vorbeihuscht, dass bekleidet ist und vor sich hin redet,

    "als daraufhin das Kaninchen aber wahrhaftig eine Uhr aus der Westentasche zog, nach der Zeit sah und dann weiterlief, da war Alice mit einem Satz auf den Beinen, denn mit einemmal war ihr klargeworden, daß sie noch nie zuvor ein Kaninchen mit einer Westentasche gesehen hatte, am allerwenigsten eines mit einer Uhr darin" (S.10)

    Alice folgt dem Kaninchen und fällt in ein tiefes Loch, das sie unversehrt ins fantastische Wunderland entführt, in dem sie zunächst in einem Raum festsitzt, da sie zu groß ist, um durch die einzige Tür ins Freie zu gelangen. Mit Hilfe verschiedener Speisen und Getränke schrumpft bzw. wächst sie, schrumpft wieder und ertrinkt fast in ihrem salzigen See aus Tränen.

    ">Wenn ich doch nicht soviel geweint hätte!<, sagte Alice, während sie hin und her ruderte, um aus dem Wasser herauszukommen.> Zur Strafe dafür soll ich jetzt anscheinend in meinen eigenen Tränen ertrinken! Wenn das nicht sonderbar ist! Nun, heute ist ja alles sonderbar.<" (S.27)

    Nach der Bekanntschaft mit einigen gesprächigen Tieren und einer Maus, der Alice etwas unsensibel begegnet, da sie ihr immerzu von ihrer Katze Suse erzählt, gelingt es ihr schließlich, durch die geheimnisvolle Tür zu gelangen.

    Auf ihrer Reise durchs Wunderland gelangt sie zunächst ins Haus des weißen Kaninchens, aus dem sie fast nicht mehr herauskommt.
    Ihr begegnen seltsame, fantasievolle Figuren, wie
    eine Raupe, die ihr Pilzstücke zum Wachsen und Schrumpfen schenkt,
    die Herzogin und das Baby, das sich in ein Schwein verwandelt,
    die Edamer Katze (Grinsekatze), die auftaucht und verschwindet,
    der verrückter Hutmacher, der Schnapphase und die Haselmaus, die immer beim Fünf-Uhr-Tee sitzen, da die Zeit für die drei still steht,
    und der Herzkönig und die Herzkönigin, deren Lieblingssatz lautet: "Kopf ab mit ihr!" (S.100)

    Sie nimmt an einer königlichen Croquetpartie teil, hört die Geschichte der traurigen Falschen Suppenschildkröte, erfährt, was eine Hummer-Quadrille ist, bis sie schließlich einen Prozess gegen den Herzbuben gerät und am Ende den Kampf gegen die Spielkarten aufnimmt.

    Bewertung
    Das Werk zählt zum Genre des literarischen Nonsens (wikipedia) und enthält satirische Anspielungen auf die Schullektüre der Zeit Carrolls. So sagt Alice im Wunderland alle Gedichte falsch auf und vieles scheint völliger Unsinn zu sein. Nichtsdestotrotz wohnt diesem "Nonsens" ein Zauber inne, der einen beim Lesen gefangen nimmt.
    Sowohl meine Tochter als auch ich haben mehrmals gelacht und uns köstlich über die köpfende Königin amüsiert, da ihr Gatte hinter ihrem Rücken alle wieder begnadigt - sonst wäre ja keiner mehr übrig, der mit ihr Croquet spielt.
    Warum die Falsche Suppenschildkröte so traurig ist, haben wir allerdings noch nicht herausgefunden. Wir haben uns jedenfalls vorgenommen auch die Fortsetzung - Alice hinter den Spiegeln - zu lesen.

    Am Ende stellt sich heraus, dass alles nur ein Traum gewesen ist, eine wunderbare, wenn auch skurrile Fantasie, aber wie Dumbledore Harry in "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" antwortet, als dieser wissen will, ob sich alles nur in seinem Kopf abspiele:

    "Natürlich passiert es in deinem Kopf, Harry, aber warum in alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist." (S.731)

    Alice im Wunderland ist ein Plädoyer für grenzenlose Fantasie, für die kindliche Lust am Fabulieren und gehört für mich auf jeden Fall zu den Romanen, die man im Leben gelesen haben sollte!

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