Albertos verlorener Geburtstag: Roman

Rezensionen zu "Albertos verlorener Geburtstag: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Apr 2018 

    Wenn der Großvater

    Tinos Vater liegt nach einem schweren Arbeitsunfall im Krankenhaus, die Mutter umsorgt ihren Mann unermüdlich. Der Junge macht sich große Sorgen. Der Einzige, der ihn etwas von seinem Kummer ablenken kann, ist sein Großvater Alberto. Von ihm lässt er sich die alten Geschichten erzählen. Tino ist überrascht und traurig als er erfährt, dass sein Großvater das eigene Geburtsdatum nicht kennt. Um sowohl dem Jungen zu helfen als auch die Tochter zu entlasten, wagt Alberto eine Reise in seine Vergangenheit. Gemeinsam mit seinem Enkel macht er sich auf den Weg, nach seinem unbekannten Geburtsdatum zu suchen.

    Wenn der Großvater mit dem Enkel eine Reise macht, kann nur etwas Gutes dabei herauskommen. Und sei es nur, dass beide durch die gemeinsam verbrachte Zeit ein noch engeres Verhältnis bekommen. Die Angst um den Vater raubt Tino manchmal den Schlaf, doch die Ablenkung, die die Suche nach Albertos Vergangenheit mit sich bringt, bietet gerade das rechte Maß an Abenteuer und Ablenkung. Auch wenn Tinos Gedanken oft bei seinem Vater sind, möchte er unbedingt, dass sein Großvater, sein geliebter Apu, endlich einen eigenen Geburtstag feiern kann. Unermüdlich gehen die Beiden den Hinweisen nach, die nach der langen Zeit, die seit Albertos Kindheit vergangen ist, noch zu finden sind.

    Wie schön für ein Kind, wenn es einen Großvater hat, der über eine schwere Zeit hinweghelfen kann. Wie schön aber auch für einen Großvater, wenn er ein Enkelkind hat, dass ihm hilft, sich auf die Suche nach einer Vergangenheit zu machen, von der er fast vergessen hatte, dass er sie vermisst. Schritt für Schritt kann man Tino und Alberto auf ihrer gemeinsamen Suche begleiten. Zurückversetzt in die schweren und grausamen Zeiten des spanischen Bürgerkriegs, in Zeiten einer glücklichen Kindheit, die jäh beendet wird. Man erlebt, wie Tino mehr Zuversicht bekommt. Man freut sich mit Alberto über jeden Hinweis, der ihn näher zu seinen leiblichen Eltern bringt, der alte Freunde und liebe Bekannte zurückbringt. Der eigene Geburtstag, eine Selbstverständlichkeit, die man vielleicht nicht so gering schätzen sollte. Es ist ein Tag, hinter dem eine Geschichte steckt, die es sich zu erzählen lohnt. Wie schön, hier zu lesen, wie sich aus Fürsorge für einen Jungen und dessen liebevollem Interesse an seinem Opa, eine lebensvolle Geschichte ergibt.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Mär 2016 

    Um auf die Suche zu gehen ist es nie zu spät

    »Wie alt warst du, als dein Papá starb?" möchte der 7-jährige Tino von seinem Großvater wissen. Auf diese Frage hat Alberto keine Antwort, denn er weiß nicht, wann er geboren wurde und an seinen Vater kann er sich auch nicht erinnern. Bestürzt stellt der Enkel fest, dass sein Großvater noch nie Geburtstag gefeiert hat, obwohl es doch der schönste Tag eines jeden Jahres ist. Gemeinsam machen sich Großvater und Enkel auf, den verlorenen Geburtstag zu finden. Quer durch Spanien führt sie die Reise zurück in Albertos Vergangenheit.

    Diana Rosie hat einen feinfühligen und warmherzigen Roman geschrieben, den man von der ersten Seite an nicht mehr aus der Hand legen mag. Die Charaktere werden so lebendig und liebenswert geschildert, dass man das Gefühl hat, sie neben sich stehen zu sehen. Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich in verschiedenen Zeitebenen ab, wobei die Autorin behutsam Albertos Lebensweg rückwärts von 1937 bis 1931 nachzeichnet. Fakten zur spanischen Geschichte wie auch die Zerrissenheit der Bevölkerung und deren Folgen werden bewegend beschrieben.

    Alberto genießt seinen Lebensabend und freut sich auf die Gesellschaft seines Enkels. Ein lebensbedrohlicher Unfall seines Schwiegersohns führt dazu, dass der kleine Tino erst einmal beim Großvater wohnen soll. Obwohl die beiden sich gut verstehen, liegt doch die Angst um den Vater wie ein großer Schatten auf dem Kind. Hilflos steht Alberto dem gegenüber, bis der Junge nach dem Geburtstag seines Opas fragt. Alberto beschließt die Frage zum Anlass für eine Reise zu nehmen, um Tino von seinem Kummer abzulenken. Doch schon an der ersten Station der Reise, dem ehemaligen Waisenhaus merkt man, wie eine Veränderung in Alberto vorgeht. Kleine Erinnerungen wie ein Geruch, ein Name oder ein Gebäude setzen sich wie Puzzleteile aneinander. Geschickt werden Hinweise aus der Vergangenheit während der gegenwärtigen Reise wieder aufgegriffen, so dass der Leser das Gefühl hat, selbst die Lösung zu finden.

    Die stille Zuneigung zwischen Großvater und Enkel zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Dieser kleine Junge mit dem großen Herzen, hat etwas Besonderes bewirkt. Das gefühlvolle Ende passt zu dieser Geschichte voller kleiner herzlicher Momente.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Feb 2016 

    Alberto und Toni auf der Suche nach der Vergangenheit

    Wir sind im Jahr 2006 Albertos Schwiegersohn hatte einen schweren Unfall und seine Tochter überlässt ihm ihren Sohn Toni zur Obhut damit sie sich um ihren Mann kümmern kann. Bei einem Gespräch erfährt Toni das sein Apu alles von früher vergessen hat, auch seinen Geburtstag. Toni ist entsetzt und will zusammen mit seinem Apu Alberto auf die Suche nach seinem Geburtstag gehen.
    Damit der Junge etwas abgelenkt ist willigt Alberto ein und sie beginnen die Suche im Waisenhaus wo er lange verbracht hat.

    1937 es herrscht Bürgerkrieg in Spanien und zugleich wächst Alberto in einem Weingut auf. Seine Mutter ist bei der Geburt gestorben und der Vater der als Chemiker dort arbeitet ist der einzige Halt für Alberto. Die Familie Quintero denen das Weingut gehört behandeln Alberto und sein Vater wie wenn sie zur Familie gehöre. Doch eines Tages nach einem Streit mit Nestor Quintero fährt sein Vater Raul und Alberto weg und es kommt zu einem Unfall bei dem Raul stirbt.
    Auf einmal ist Alberto alleine und aus Schutz versucht er alles zu vergessen. Ein Soldat bringt ihn dann zu einem Pastor und von dort kommt er dann in das Waisenhaus und alles was er weiß ist sein Name Alberto Romero.

    Meine Meinung:
    Ein wunderbares Buch das ich niemals erwartet hätte, natürlich hatte mir die LP sehr gut gefallen, aber das Buch ist dann noch besser gewesen wie ich es mir vorgestellt hatte.
    Die Autorin Diana Rosie hat mit diesem Erstlingswerk für mich ein herausragendes,emotionales Meisterwerk geschaffen.
    Durch die einfühlsame Geschichte die in der Gegenwart und in der Vergangenheit mit der Sicht aus verschiedenen Personen spielt, hatte sie mich überrascht.Und der Leser erfährt dann auch die ganze Geschichte Antonios.
    Ich habe diese Buch genossen und verschlungen, es hat mich erfreut und gleichzeitig berührt und so war ich auch in einigen Passagen wirklich ergriffen von der Geschichte.
    Ein Roman wie er nicht besser hätte sein können, für mich gehört er auf die Bestsellerliste.
    Das Cover besicht durch die schönen Farben und die unterschiedlichen Oberflächen und passt wunderbar.