Ach, Papa

Buchseite und Rezensionen zu 'Ach, Papa' von Mareike Nieberding
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3 von 5 (1 Bewertungen)

Format:Broschiert
Seiten:187
EAN:9783518468128

Rezensionen zu "Ach, Papa"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 13. Feb 2018 

    Vater und Tochter

    Mareike Nieberding ist Journalistin, die sich an eine liebevolle und warmherzige Vater-Tochter-Beziehung erinnert. Er war ihr Ratgeber, Stütze und Vertrauter, aber irgendwann ist ihrer Meinung nach etwas in der Beziehung verloren gegangen. Mit der räumlichen Ferne – die Tochter geht zum Studium in die Hauptstadt – beginnt auch eine persönliche Ferne. Man redet zwar noch, durchaus freundlich, aber man sagt sich nichts mehr. Sicher auch aus beruflicher Neugier beginnt sich die Tochter die Frage zu stellen, wann sie die Nähe verloren hat und wie sie sie wieder herstellen kann. Eine gemeinsame Reise soll darüber Aufschluss geben.

    Ich bewundere den Mut und die Offenheit mit der Mareike Nieberding ihre Familiengeschichte teilt und auch ihr eigenes Leben schildert. Ebenso bewundere ich den Vater, der sich so bereitwillig darauf einlässt. Das spricht schon von einem vorhandenen Urvertrauen. Ich selbst gehöre einer ganz anderen Generation an und vielleicht ist das der Grund, warum ich mich immer wieder fragte „was will sie denn, sie hat doch ein tolles Verhältnis zu ihrem Vater“. Tatsächlich fand ich Mareikes Problem eher als Luxusproblem und ich hätte nicht von Entfremdung gesprochen.

    Was mir dieses aber Buch gegeben hat, war der Denkanstoß mich mit meinem eigenen Vater und seiner Vergangenheit zu beschäftigen, so intensiv, wie ich es vielleicht noch nie gemacht habe. Immer wieder musste ich beim Lesen innehalten und erinnerte mich zurück. Ganz unabhängig von der eigentlichen Intention der Autorin, habe ich es als Beispiel gelesen, wie viel einfacher es seit 3-4 Jahrzehnten für Väter ist, Gefühle zuzulassen, als es für Vater der früheren Zeiten war.
    Eine wirkliche interessante journalistisch geprägte Aufarbeitung.