Abschied für immer und nie

Rezensionen zu "Abschied für immer und nie"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 23. Nov 2015 

    Erste Hälfte gut, zweite etwas nervig

    Inhalt:
    Evie liegt auf der Kinderkrebsstation in einem Einzelzimmer. Sie hat eine weitere Krebs-Behandlung abgelehnt, weil die Chancen auf Heilung zu gering sind. Sie hat sich damit abgefunden zu sterben. Ihre Freundin Stella reißt mit ihr aus dem Krankenhaus aus und schenkt ihr noch einen Tag in Freiheit, doch danach ändert sich vieles mit dem Evie nicht klar kommt...

    Meine Meinung:
    Abschied für immer und nie ist ein Buch in dem es um Krebs geht. Seit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" tauchen ja viele dieser Bücher auf und da meine Freundin an Krebs starb lese ich sie auch oft auch wenn ich das Buch von John Green noch nicht kenne.

    Abschied für immer und nie wollte ich erst gar nicht lesen, habe mich dann aber doch dafür entschieden.
    Die erste Hälfte war das Buch auch wirklich super und hätte die volle Punktzahl verdient. Die Autorin schafft eine Welt im Krankenhaus, die man ihr sofort abnimmt. Die Gefühle sind authentisch und auch wenn ich nicht genau weiß ob es am Ende wirklich so ist, denke ich kommen die Gefühle der Realität schon recht nah. Auch Evie las Person ist sehr authentisch, genauso wie Caleb und Stella. Eine kleine, eingeschworene Gemeinschaft die eins gemeinsam haben - den Krebs.

    Dann wandelt sich die Geschichte. Wie in der Kurzbeschreibung schon zu lesen ist ist Evie zurück in der Welt der Gesunden und sie hat es schwer mit dem Umstieg. Sie trifft auf Marcus und lässt ihr altes Leben sehr schleifen. Sie dreht sich um 180 Grad und wird mir total unsympathisch. Sie wirkt undankbar und irgendwie konnte ich dafür nur wenig Verständnis aufbringen. Jedenfalls nicht auf Dauer. Klar kann ich verstehen das es eine Umstellung ist und es sind auch Sachen vorgefallen, die ihre Stimmung erklären, aber diese dauerhafte Undankbarkeit war mir doch zu viel und verleidete mir diese Geschichte.

    Ich weiß nicht was ich erwartet hatte. Sicher es ließ sich immernoch gut und flüssig lesen und wie auch im ersten Teil brachte die Autorin die Gefühle gut rüber, doch das was im ersten Teil wirklich gut war, war mir hier zu viel. Das kommt vermutlich davon das ich, wie Evies Umfeld, nicht verstehen kann wie man dann sein Leben so verschwenden kann, wenn man das Glück hat doch gesund zu werden.

    Ich las weiter, schließlich hoffte ich auf eine Wende und dass das positive Gefühl vom Beginn zurück kommt. Das Ende machte mich trotzdem neugierig. Nur muss ich hier ankreiden das es nicht wirklich abgeschlossen ist. Es bleibt offen wie es mit Evie weiter ergeht. Ein letztes großes Manko für mich, denn hier hätte ich mir wirklich einen Abschluss gewünscht. Es wirkt als ob die Autorin keine Lust mehr hatte weiter zu schreiben.

    Somit kann ich das Buch nicht wirklich weiter empfehlen. Es ist nicht das Lebensbejahende Buch das einem auf dem Buchrücken versprochen wird. Hat aber gerade zu Beginn auch gute Aspekte.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 03. Nov 2015 

    Sehr emotionales Buch

    Klappentext
    "Mal im Ernst, Evie, was haben wir schon zu verlieren?" Was die krebskranke Evie noch will, ist eine letzte Reise. Noch einmal das Adrenalin in den Adern spüren. Noch einmal auf den Rat ihrer Freundin Stella hören: Lebe wagemutig. Aber die Flucht aus der Klinik wird alles verändern? Evie fällt es unsagbar schwer, in die Welt der Gesunden zurückzufinden. Bis sie Marcus trifft. In seiner Nähe fühlt sie sich lebendig. In seinen Exzessen, seinen fantastischen Höhenflügen. Nur ahnt sie nicht, dass sie nur einen Schritt vor dem Abgrund steht?

    Die Autorin
    Amy Reed, geboren und aufgewachsen in und um Seattle, hat vor ihrem 18. Lebensjahr acht Schulen besucht. Die häufigen Umzüge haben sie rastlos gemacht. Nach dem Abschluss der Film-Hochschule in San Francisco hat sie ihren Master in Creative Writing auf dem New College in California absolviert. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Ashville, North Carolina, wo sie sich endlich zu Hause fühlt.

    Meine Meinung

    Story
    Ich habe das Buch als Vorableseexemplar vom Verlag bekommen, was mich sehr gefreut hat. Da dieses Exemplar aber nicht die volle Seitenzahl hat und somit kein richtiges Ende, fällt es mir schwer eine Rezi zu verfassen.

    Das Buch ist nicht mit den anderen Romanen, mit dem heiklen Thema Krebs zu vergleichen. Denn hier lernt man auch die Schattenseiten kennen. Evie hat nur noch kurze Zeit zu leben. Doch wie ein Wunder, ist der Krebs auf einmal auf dem Rückmarsch. Evie darf die Klinik und ihren Alltag dort verlassen und wieder in ihre kleine, heile Welt zurück, in der sie sich überhaupt nicht mehr wohlfühlt. Alle bemitleiden und bemuttern sie und würden sie am liebsten in Watte packen. Doch Evie will genau das Gegenteil. Sie möchte leben wie ein normaler Teenager ohne ständiges Mitleid. Um dem Alltag zu entfliehen nimmt sie immer mehr von ihren Schmerzmitteln (Opiate) die ihr das Leben leichter machen und fängt sogar an zu kiffen. Denn wenn sie im Rausch der Drogen ist, fühlt sie sich ihrer Freundin Stella, die den Krebs nicht besiegen konnte, immer am nahesden. Ihre Beziehungen zu den Eltern wird immer schlechter. Sie kommt mit ihrer besten Freundin Kasey nicht mehr klar, weil mittlerweile Welten zwischen ihnen liegen und Will, ihr Freund, ist ihr fremder denn je. Als sie dann dem attraktive Marcus trifft, der so rein gar nichts über ihre Vergangenheit weiß, sieht sie die Chance endlich mal normal behandelt und umworben zu werden.

    An dieser Stelle endet dann meine Leseprobe. Ich hätte so gerne weiter gelesen, aber das muss jetzt noch bis zum 10. November warten.
    Die Handlung hat mich von der ersten Seite an interessiert und gefesselt. Einmal begonnen, wird der Leser auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt. Ich konnte Evie schon verstehen, dass sie wenigstens ein bisschen Normalität zurück haben möchte. Dennoch setzt sie massiv ihre neu gewonnene Gesundheit aufs Spiel. Ich hätte sie gerne mal geschüttelt, aber dann auch wieder einfach in den Arm nehmen wollen. Auch ihre Eltern und ihre Schwester Jenika konnte ich verstehen. Jenika buhlt um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern, die aber nur Evie im Blickfeld haben, dass Sie dann schon mal fies zu Evie wurde, kann man einerseits auch verstehen.

    Schreibstil
    Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Geschichte ist sehr emotional und fesselnd. Es wird immer aus Evies Sicht geschildert. Teilweise sind auch Briefe an Stella abgedruckt, die Evie nach deren Tod weiter schreibt. Amy Reed schafft es den Leser mit Worten und Gefühlen in ihren bann zu ziehen.

    Charaktere
    Ich mochte Evie sehr. Dennoch hätte ich ihr auch gerne mal die Leviten gelesen, weil sie ihre Gesundheit, für etwas Normalität, aufs Spiel setzt. Als Leserin konnte ich beide Parteien verstehen. Einmal Evie, die einfach wieder ein normaler Teenager sein möchte, aber auch ihre Familie und Freunde, die sich große Sorgen um sie machen und sie deshalb am liebsten in Watte packen würden.
    Alle Charaktere sind sehr authentisch und sehr gut dargestellt und haben das Buch zu etwas besonderem werden lassen.

    Mein Fazit

    Ein Buch das mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Ein Buch mit vielen verschiedenen Emotionen, die den Leser auf eine Berg und Talfahrt der Gefühle schickt. Tolle, authentische Charaktere runden das Ganze perfekt ab. Leider kenne ich das Ende noch nicht und es fällt mir schwer bis zum 10.Nov zu warten, wenn ich endlich das Ende lesen kann.
    Ich vergebe volle fünf von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.