1981: Kriminalroman

Buchseite und Rezensionen zu '1981: Kriminalroman' von Eloísa Díaz
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "1981: Kriminalroman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
EAN:9783455010947

Rezensionen zu "1981: Kriminalroman"

  1. 5
    12. Nov 2021 

    Gerechtigkeit

    Eloísa Díaz, eine Autorin und Tochter argentinischer Eltern, ist hier ein packender und beklemmender Blick auf Argentinien gelungen, ein Blick auf die Diktatur, auf eine Schuld und auf die Hoffnung. Dieses Buch ist teilweise Krimi und teilweise Roman, eine brillante Mischung, die ich recht oft gelungen finde. Vermittelt dieses Buch doch dadurch einen Kriminalfall und ebenso auch einen intensiven und zutiefst berührenden Blick auf die Geschichte des Landes Argentinien, auf das Wüten der Militärdiktatur. Eine ergreifende und düstere Geschichte. Und damit auch ein treffender Blick auf uns Menschen und auf das Grauen, dass in manchen von uns lauert.

    2001: In Buenos Aires wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, deren Tod der Polizeiinspektor Joaquín Alzada und dessen Hilfsinspektor Orestes Estrático untersuchen sollen, Alzada begegnet dem Gerichtsmediziner Dr. Petacchi und alte Wunden reißen wieder auf und erinnern den Polizeiinspektor Alzada an ein altes und trauriges Geschehen. 1981: Der regimekritische Bruder von Inspektor Alzada, Jorge und dessen Frau Adela verschwinden spurlos, nur ihr Sohn Sorolla wird in der verwüsteten Wohnung von Alzada und dessen Frau Paula gefunden und auch von ihnen großgezogen und Inspektor Alzada fragt sich damals in der Militätdiktatur unter Videla, wie auch 2001 zu Zeiten einer Wirtschaftskrise und der Rückkehr des Militärs, welches Verhalten vereinbar ist mit seinem Gewissen. Durchweg spannend geschrieben ist dieses Buch und absolut intensiv. 5 Sterne gibt es von mir für dieses vollkommen interessante und eindringliche Buch! Unbedingt lesen!

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  1. Argentinien in unruhigen Zeiten

    Eigentlich wollte Polizeiinspektor Joaquín Alzada in Rente gehen, doch die Pensionskasse ist leer und so muss er wohl oder übel noch weitermachen. Es herrschen Unruhen auf den Straßen in Buenos Aires. Alzadas Kollegen sind alle im Einsatz. So bleibt ihm nicht anderes übrig, als der Einladung des Gerichtsmediziners Dr. Petacchis nachzukommen, der eine unbekannte tote junge Frau auf dem Tisch hat. Dann taucht auch noch Hilfsinspektor Orestes Estrático auf, der wohl ein Auge auf Alzada haben soll. Kaum ist er in seinem Büro, als ein Paar auftaucht, welches das Verschwinden von Norma Eleonora Echegaray anzeigen will, einer jungen Frau aus wohlhabender Familie. Alzada muss sich wohl um den Fall kümmern. Er will auf keinen Fall, dass sich die Ereignisse von 1981 wiederholen, als sein politisch unbequemer Bruder und seine Frau verschwanden. Und Alzada seinen Neffen aufgenommen hat.
    Dieses Buch ist als Krimi deklariert, aber obwohl es einen Fall zu klären gibt, würde ich es dennoch nicht diesem Genre zuordnen. Die politischen Verhältnisse nehmen doch einen gewissen Raum ein. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen – 1981 und 2001. An den Schreibstil musste ich mich erst ein wenig gewöhnen, dann hat er mir doch gefallen.
    Die Charaktere sind gut gezeichnet. Eigentlich will Alzada nur noch eine ruhige Kugel schieben und nicht weiter auffallen, aber nun muss er in diesen unruhigen Zeiten doch einen Fall aufklären. Dabei ist die Gefahr groß, dass er an höherer Stelle aneckt. Seine Gedanken pendeln zwischen dem Geschehen 1981 und der Gegenwart hin- und her.
    Mir hat dieser Exkurs in die argentinische Geschichte gut gefallen, auch wenn darüber die Krimihandlung zu kurz kommt.

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