Vaters unbekanntes Land

Rezensionen zu "Vaters unbekanntes Land"

  1. Guter Start

    Bernd Stäber zeigt in seinem ersten Thriller ein Gespür für einen plausibelen aber auch schnellen Thriller. Der Psychologe Arne Eriksen, fährt zur Erholung in das Land seines Vaters, nach Norwegen, um einen überlebten Mordanschlag zu verdauen. Er lernt dort durch einen Zufall die Polizistin Kari kennen und schlittert so in einen Mordfall hinein. Und dann wird das Buch immer spannender und nimmt immer mehr Fahrt auf.

    Auch wird seine psychische Störung immer mehr thematisiert und es wird auch ein wenig erklärt, wie er es geschafft hat seine Angst zu kontrollieren.

    Alles in allem ist es ein Thriller, wo man etwas mitnehmen kann, wenn man will. Elemente der griechischen Mythologie tauchen auf, man lernt etwas über die Sami, oder wie man sie früher nannte die Lappen.

    Man wird bei dem Roman aber auch in die Abgründe von Familien geführt, die man sich auch durchaus vorstellen kann. Aber keine Angst, es ist doch alles immer wieder anders als man es sich vorstellt.

    Für mich ist „Vaters unbekanntes Land“ ein interessant und intelligent geschriebener Thriller, der komplett unter die Haut geht, einen zum Nachdenken anregt, aber auch vielleicht ein bisschen zum Nachlesen über dieses unbekannte Land Norwegen.

    Es gibt immer wieder verschiedene Einflüsse in dem Thriller, die aber wirklich einen nie überfordern. Außer vielleicht eines, dass der Schluss einfach ein wenig zu schnell kommt. Aber dies ist so oder so oft so, dass das Ende dann doch immer wieder zu schnell kommt, da sich auf den letzten 70-100 Seiten teilweise die Ereignisse überschlagen.

    Aber alles in allem ist auch das Ende überraschend und plausibel, und ich freue mich irgendwann wieder mal einen Thriller mit Arne Eriksen, Frode oder Kari zu lesen.

    http://www.literaturlounge.eu

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  1. Vaters unbekanntes Land

    Bernhard Stäber
    Vaters unbekanntes Land
    LYX

    Autor: Bernhard Stäber, geboren 1967 in München, lebt und arbeitet im norwegischen Telemark. Er kann bereits auf mehrere Bücher zurückblicken, die er unter Pseudonym veröffentlicht hat, und lässt im vorliegenden Roman seine Erfahrungen als Auswanderer facettenreich einfließen. (Quelle: LYX)

    Eivind war auf Lars Party, zumindest ist es das Letzte, woran er sich erinnern kann. Er wacht in einer Art Halle auf und hat tierische Kopfschmerzen, die womöglich von K. O Tropfen stammen. Er beginnt in die Dunkelheit zu rufen, doch hört nichts außer seinem eigenen Echos. Auch seine Versuche zu entkommen gelingen ihm nicht, denn um ihn herum liegen überall Scherben verteilt, die ihn verletzen, da er keine Schuhe an hat. Plötzlich spürt er eine Präsenz, die ihm Angst einjagt. Er springt auf und rennt trotz Scherben los, um einen Ausgang zu finden. Als er endlich eine offene Türe findet, rennt er hindurch, dicht gefolgt von seinem Verfolger. Im Licht des Ganges, in dem er sich befindet, sieht er eine Gestalt auf 2 Beinen, die jedoch einen Tierkopf hat und stark nach Tier riecht. Als er am Ende des Ganges ankommt, gab es keinen Ausweg mehr. Er spürt nur noch wie sein Kopf auf den Boden gehauen wird und sich etwas in seinem Nacken verbeißt.

    Das Buch besteht aus 34 Kapiteln. Die Kapitelangaben stehen in großen Ziffern über jedem Kapitel. Diese sind farblich jedoch etwas grauer gehalten. Ich komme gleich am Anfang dazu, wer jetzt ein Actionfeuerwerk in jedem dieser Kapitel erwartet, liegt bei diesem Thriller falsch. Es gibt kaum Actionmomente (erst ab Seite 300, wird es etwas Actionlastiger), dafür konzentriert der Autor sich sehr auf die einzelnen Charaktere. Außerdem passt das Setting so, auch eher zu einem Thriller, in dem es um einen Psychologen geht. Da sind wir auch schon gleich bei der Hauptperson. Neben dem Mordfall dreht sich der Roman hauptsächlich um sein Leben. Man kann über das ganze Buch hinweg, eine Entwicklung von Arne Erikson sehen. Sei es seinen neuen Freunden gegenüber, oder aber auch bezüglich seines Problems, wessen er nach Norwegen gekommen ist. Die Erinnerungen hat der Autor dabei kursiv geschrieben, somit heben sich diese auch sehr gut ab und man weißimmer, ob man gerade in der Gegenwart oder Vergangenheit ist. Wo wir gerade schon bei der Formatierung sind, muss ich anmerken, dass das Buch eine kleine Schrift nutzt und sich auf den Seiten kaum Absätze finden. Dies hat das Lesen hin und wieder etwas erschwert, weil man gerne mal in den Zeilen verrutscht.

    Cover: Das Cover ist in Schwarz und Weiß gehalten. Einzig ein rotes Haus auf der Vorderseite sowie ein roter Schal auf der Rückseite stechen heraus. Das Haus steht dabei auf einem Berg und wir sehen einige Vögel, die über das Haus fliegen. Die roten Farbakzente finden wir auch in der Handlung des Buches wieder. Auch der Titel passt perfekt zum Inhalt des Buches. Genauer gesagt zum Hauptprotagonisten, dessen Vater Norweger war.

    Fazit: Vaters unbekanntes Land ist ein Thriller, den ich jedem empfehlen würde. Nachdem ich es anfangs etwas schwer hatte, in das Buch zu finden, gelang es mir nach den ersten 100 Seiten jedoch sehr gut. Auch das Fehlen von Action hat nichts ausgemacht, im Gegenteil sogar. Es hat perfekt zu den Charakteren und der Atmosphäre gepasst. Ein psychologischer und ruhiger Thriller, der von mir 4/5 Sterne bekommt.

    Klappentext: Nachdem der Psychologe Arne Eriksen nur knapp einem Mordanschlag entgangen ist, sucht er die Abgeschiedenheit Norwegens, um sein Leben wieder in klare Bahnen zu lenken. Doch kaum im Land seines Vaters angekommen, gerät er mitten in die Ermittlungen zu einem Mordfall: Der Sohn eines bekannten Verlegers wurde tot und verstümmelt aufgefunden. Die Polizei tappt im Dunkeln und bittet Arne, ein Täterprofil zu erstellen – aber die Schrecken aus seiner Vergangenheit schlafen nicht. Er muss sich seinen Ängsten stellen, um in die Psyche des Mörders einzutauchen und ihn aufzuhalten … (Quelle: LYX)

    Titel: Vaters unbekanntes Land
    Autor: Bernhard Stäber
    Genre: Thriller
    Verlag: LYX
    Preis: 9,99
    ISBN: 978-3-8025-9579-0
    Seiten: 416

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