Sweetgirl

Buchseite und Rezensionen zu 'Sweetgirl' von Travis Mulhauser
4
4 von 5 (5 Bewertungen)

Es ist tiefster Winter im Norden von Michigan. Die 16-jährige Percy rettet ein vernachlässigtes und halb erfrorenes Baby aus dem Haus des Drogendealers Shelton, der ebenso unterbelichtet wie höchst gefährlich ist. Irgendwie muss sie es schaffen, das Baby in ein Krankenhaus zu bringen. Es folgt eine dramatische Flucht durch Schneesturm und unwegsames Gelände, mit unberechenbaren Verfolgern und unvermuteten Verbündeten. Dank Sheltons genereller Unfähigkeit gibt es bei der Verfolgungsjagd, teils aus Versehen, tatsächlich ein paar Leichen. Und am Ende will natürlich niemand schuld sein.

Format:Taschenbuch
Seiten:272
EAN:9783423261265

Rezensionen zu "Sweetgirl"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 26. Feb 2017 

    Das seltsamste Buch, dass ich jemals gelesen habe

    Auf der Flucht durch den Schneesturm. Es ist tiefster Winter im Norden von Michigan. Die 16-jährige Percy rettet ein vernachlässigtes und halb erfrorenes Baby aus dem Haus des Drogendealers Shelton, der ebenso unterbelichtet wie höchst gefährlich ist. Irgendwie muss sie es schaffen, das Baby in ein Krankenhaus zu bringen. Es folgt eine dramatische Flucht durch Schneesturm und unwegsames Gelände, mit unberechenbaren Verfolgern und unvermuteten Verbündeten. Dank Sheltons genereller Unfähigkeit gibt es bei der Verfolgungsjagd, teils aus Versehen, tatsächlich ein paar Leichen. Und am Ende will natürlich niemand schuld sein.

    Zu allererst muss ich sagen, dass auch wenn mich der Klappentext neugierig gemacht hat, ich mir selbst das Buch nicht gekauft hätte, und ich somit sehr froh war, dass ich es zusammen in der Leserunde lesen durfte.

    Travis Mulhauser hat einen sehr angenehmen, flüssigen und auch an mancher Stelle humorvollen Schreibstil, weshalb man das Buch sehr schnell durchgelesen hatte. Geschrieben war es aus Percy`s Perspektive, welche auch dominiert hatte, aber es wurde auch aus Shelton`s Sicht erzählt ,was meistens ziemlich überdreht und selsam war. Anfangs hatte ich auch ein wenig Probleme mit den Namen, da diese gewöhnungsbedürftig sind, aber man hat sich zum Glück im Laufe des Buches daran gewöhnt.

    Percy ist in dem Buch auf jedenfall mein Lieblingscharakter. Sie ist ein mutiges, taffes und sympatisches Mädchen. Trotz all der Umstände unter denen sie zu leiden hat, kümmert sie sich um ihre Mutter und vernachlässigt deshalb sogar ihr eigenes Leben, was zeigt, was für ein großes Herz sie hat. Shelton war eben...Shelton. Er ist ein Drogenabhängiger, wessen Sucht im Roman sehr deutlich wurde und man bemitleidet ihn so ziemlich das gesamte Buch.

    Die Handlung war ganz in Ordnung. Es war nichts überagendes und an eineigen Stellen war es mir ein wenig zu langatmig. Es gab auch den ein oder anderen Handlungsverlauf, den ich unglaubwürdig oder übertrieben fand. Es hat mir aber gut gefallen, das im Laufe der Geschichte immer mehr aus der Vergangenheit der beiden berichtet wurde und man somit einen besseren Einblick in beide Charaktere bekommen hat. Ich fand auch die Beziehung zwischen Percy und Jenna einfach nur rührend. Das Ende war mir leider ein wenig zu einfach gestaltet und ich hatte mir mehr erwartet. Der Schluss war sowohl schön als auch traurig, was zum Buch passt und ich somit gut mit dem Buch abschließen konnte.

    Insgesamt hatte das Buch doch einige Schwächen und war nicht zu 100% mein Geschmack, aber es hat mich ganz gut unterhalten. Für jeden, der mal "etwas anderes" oder verrückteres lesen möchte kann ich das Buch empfehlen, aber ansonsten muss man das Buch nicht gelesen haben.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Feb 2017 

    Ein Thriller der Kontraste

    Eine Kleinstadt im tief verschneiten Michigan, USA. Hier lebt die 16-jährige Percy mit ihrer drogenabhängigen Mutter. Percy musste früh lernen, erwachsen zu sein und Verantwortung für sich und ihre Mutter zu übernehmen. Die Schule hat sie abgebrochen und arbeitet stattdessen in einer Holzwerkstatt. Das Leben mit einem Junkie als Mutter ist nicht leicht. Percy lebt mit der ständigen Sorge um ihre Mutter, deren Verhalten unberechenbar ist. Es gibt seltene Momente, in denen Percy hofft, dass ihre Mutter es schafft, von den Drogen loszukommen. Doch diese Momente der Hoffnung werden meist von der Angst überschattet, dass ihrer Mutter etwas zustößt. Denn oft weiß Percy nicht, wo ihre Mutter gerade steckt und was sie anstellt. Dass Percy's Mutter sich oft mit zwielichtigen Personen abgibt trägt sein Übriges dazu bei.

    Als ihre Mutter eines Tages mal wieder auf Drogen und verschwunden ist, begibt sich Percy, wie schon so viele Male zuvor, auf die Suche nach ihr. Auf einen Tipp hin fährt Percy zu dem Haus des gewalttätigen Drogendealers Shelton. Keine Spur von ihrer Mutter. Stattdessen findet sie - neben dem zugedröhnten Shelton und dessen Freundin - ein schreiendes und sichtbar vernachlässigtes Baby. Sie entscheidet sich spontan, das Kind mitzunehmen und ins nächste Krankenhaus zu bringen. Da ein Schneesturm losbricht und ihr Auto im Schnee feststeckt, ist sie gezwungen, den Weg ins Krankenhaus zu Fuß zurückzulegen. Percy weiß, dass, sobald die Entführung des Babys entdeckt ist, Ärger droht, wenn nicht sogar Schlimmeres. Der Drogendealer ist für seine Gewalttätigkeit berüchtigt. Natürlich entdeckt Shelton das Verschwinden des Kindes und mobilisiert seine Kumpel, ihm bei der Suche zu helfen. Noch weiß er nicht, dass Percy das Kind genommen hat. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis er ihr auf die Spur kommt.

    "Ihre Tränen waren in den Augenwinkeln gefroren. An den Spitzen ihrer schwarzen Haare hing Schnee, und über die weißen Dampfwölkchen, die aus ihrem Mund kamen, hätte ich heulen können, weil sie so winzig waren. Ich kannte dieses Baby erst ein paar Stunden, aber es hatte mir schon ein halbes Dutzend Mal das Herz gebrochen." (S. 74)

    Ein Teenager, der ein Baby entführt hat, wird von einem Kriminellen gejagt und hofft auf Rettung.
    Darum geht es also in diesem Thriller - wobei ich mich schwer damit tue, diesen Roman auf das Thriller-Genre zu beschränken. Tatsächlich weiß der Autor viel mehr zu erzählen, als "nur" von einer Menschenjagd durch das verschneite Michigan.
    Zunächst führt uns der Autor in diese hinterwäldlerische Kleinstadt. Der Ort scheint ausschließlich aus Menschen zu bestehen, die irgendwie über die Runden kommen müssen, zumindest lernt man keine reichen Bewohner dieses Ortes kennen. Und diese Menschen lassen sich in "rechtschaffen" und "kriminell" unterteilen - also "gut" und "böse." Dabei macht der Autor es dem Leser leicht, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Die bösen Buben wirken durch die Bank weg ein wenig "unterbelichtet". Bei einigen mag es am Drogenkonsum liegen, bei anderen an der mangelnden Schulbildung und was es sonst noch an Ursachen für Beschränktheit gibt.

    Beschränktheit scheint im Übrigen eine der Hauptursachen für die Todesfälle, während der Verfolgung von Percy zu sein. Denn was wäre ein Thriller ohne Tote? Hier kommen also Menschen um. Und es wird den Leser freuen, denn i. d. R. sind es die Bösen, die sterben, meistens aus Versehen - Beschränktheit sei Dank!
    Dadurch bekommt dieser ungewöhnliche Thriller eine lustige Komponente. Man kann es sich einfach nicht verkneifen, über soviel Dummheit zu lachen. Der Autor Travis Mulhauser spart dabei auch nicht mit schwarzem Humor, was die Dummen noch dämlicher erscheinen lässt.

    "Shelton hatte ihn umbringen wollen, aber jetzt war er erleichtert, dass er es nicht getan hatte. Zugleich war es ihm peinlich, wie schlecht er getroffen hatte. Aus nicht mal drei Metern Entfernung schaffte er es nicht, einen Mann in die Brust zu treffen! Vielleicht hatte er ein Problem mit den Augen." (S. 196)

    Percy ist alles andere als dumm. Mit ihren 16 Jahren ist sie mehr Erwachsene als Jugendliche. Da sie von kleinauf für ihre Mutter sorgen und Verantwortung für sich übernehmen musste, scheint ihr auch ein großer Teil ihrer Kindheit abhanden gekommen zu sein. Mit den wenigen Möglichkeiten, die sich ihr bieten, versucht sie aus ihrem Leben etwas zu machen. So hat sie ein handwerkliches Talent, das sie in einer Schreinerei sinnvoll einzusetzen weiß und so ihren Lebensunterhalt verdient. Sie scheint nicht in das Umfeld, in dem sie lebt, hineinzupassen. Denn sie versucht, durch die wenigen Chancen, die sich ihr bieten, aus ihrem Leben etwas zu machen. Nur leider bieten sich in einem Ort wie diesem nicht gerade viele Chancen.
    Mich hat die Frage beschäftigt, was Percy dazu bewogen hat, das Baby einfach mitzunehmen. Die Situation hätte sich mit Sicherheit anders lösen lassen. Aber da Percy von kleinauf gelernt hat, für Schwächere da zu sein - bisher war es die Mutter - folgt sie einfach ihrem Bauchgefühl, das ihr sagt, das Baby mitzunehmen. Scheinbar ist hier ein Mensch, der noch weniger Chancen hat als sie.

    "Mamas Liebe war immer kompliziert gewesen und war es bis heute geblieben - sie war gleichzeitig die Sonne, der ich mein Leben verdankte, und der unendliche, kalte Weltraum, durch den ich um sie kreiste." (S. 239)

    Fazit
    In diesem ungewöhnlichen Thriller trifft Spannung auf Komik! Mich haben die Kontraste in diesem Roman begeistert. Zum Einen haben wir eine düstere und bedrohliche Stimmung, die allein schon durch den Schauplatz hervorgerufen wird: die miefige Kleinstadt inmitten der dunklen Wälder, während eines Schneesturms. Dem gegenüber stehen die dummen bösen Jungs, die durch den schwarzen Humor des Autors für ungeheuer viel Komik sorgen. Das ist eine sehr gelungene Mischung, die beim Lesen für sehr viel Spannung und Unterhaltung sorgt.

    © Renie

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Jan 2017 

    Hetzjagd mit einem Baby durch den Schnee

    "Eine toughe sechzehnjährige, ein unterbelichteter Drogendealer und ein gerettetes Baby = Der Roman der einem den Atem nimmt."
    Es ist tiefster Winter in Michigan, als die 16-jährige Percy mal wieder auf der Suche nach ihrer drogenabhängigen Mutter ist. Sie vermutet das sie bei ihrem Drogendealer Shelton Porter Obhut gefunden hat und fährt zu ihm. Doch im Haus findet sie nur den voll zugedröhnten Shelton, eine berauschte schlafende Frau, die verwesten Überreste seines Hundes und ein völlig unterernährtes, unterkühltes Baby vor. Percy weiß sofort, das sie diesem Baby helfen muss, auch wenn sie eigentlich ihre Mutter erhofft hatte zu finden. So fasst sie den Plan das Kind in das nächste Krankenhaus zu bringen. Jedoch macht ein heftiger Schneesturm alles zunichte, Percy weiß nur eine Rettung, sie braucht Hilfe und die bekommt sie von Portis, einem väterlichen Freund. Doch der zugedröhnte Shelton und seine Freunde sind den beiden auf den Fersen in Michigans verschneiten Bergen. Und so beginnt eine waghalsige Verfolgungsjagd.

    Meine Meinung:
    Ein grandioser Debütroman ist Travis Mulhauser hier gelungen. Der Roman teils dramatisch, emotional aber auch humorvoll, zeigt dem Leser eine herzzerreißende Story um die Rettung eines Babys. Der Schreibstil ist sehr gut und fesselnd geschrieben, so das man das Buch nicht mehr zur Seite legen möchte. Percy ist für mich das mutigste und coolste Mädchen, das ich je erlebt habe, mit wie viel Energie sie sich für die kleine Jenna einsetzt, ist einfach vorbildlich. Gezeichnet von der eigenen Kindheit, bei der auch sicher sie und ihre Schwester oft genug vernachlässigt wurden, weiß sie was auf Jenna für ein Leben zu kommen würde. Darum trifft sie diese Entscheidungen, ohne über die Folgen nachzudenken, aber das war auch gut so. Hier zeigt ein Roman dem Leser Spannung, schwarzen Humor, Emotionen, aber auch eine toughe, furchtlose und hartnäckige Heldin. Von mir bekommt dieses Debüt 5 von 5 Sterne.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 11. Jan 2017 

    Spannend und dramatisch

    Percy ist 16 und sollte eigentlich ein unbeschwertes Teenagerleben führen, aber schon seit Jahren sorgt sie für ihre schwer drogen- und alkoholabhängige Mutter. Sie hat die Schule abgebrochen und arbeitet um sich durchzubringen. Als sie erfährt, dass ihre Mutter, die schon wieder seit Tagen abgetaucht ist, sich bei Shelton, einem Drogendealer und Kriminellen aufhält, will sie sie zurückholen. In Sheltons Haus findet sie allerdings nicht ihre Mutter, sondern zwischen einem verwesenden Hund und einer jungen im Drogenrausch weggetretenen Frau ein Baby. Am offenen Fenster, halb eingeschneit, der nasse Strampelanzug schon am kleinen Körper festgefroren.
    Ohne lange nachzudenken, nimmt sie das Baby und schleicht sich aus dem Haus. Durch den Schneesturm will sie zu Portis fliehen, einem der wenigen Menschen, denen sie vertraut. Doch Shelton und seine Kumpane sind ihr schon auf den Fersen.
    Ein Mädchen, das sich mit dem Mut der Verzweiflung durch den eisigen Winter Michigans kämpft. Verfolgt von Kriminellen, die vor nichts zurückschrecken. Das ist sehr eindringlich erzählt und die Heldin des Buches, denn Percy ist wirklich heldenhaft, weil sie ihr eigenen Ängste hintan stellt, ist mir gleich ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihr gezittert, dass es ihr gelingt, das Baby rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen. Ihre Verzweiflung ist greifbar und auch ihre Hoffnungslosigkeit, als sie erkennt, dass sie ganz auf sich gestellt ist, weil die Verfolger nicht mal vor Mord zurückschrecken.
    Das Buch ist ein Blick auf den Bodensatz der amerikanischen Gesellschaft, Drogensucht und Hoffnungslosigkeit bestimmen das Leben der Protagonisten der Geschichte. Der Autor versucht seinen Figuren gerecht zu werden und vermeidet Schwarz-Weiß-Malerei in der Darstellung der Charaktere .Manchmal wunderte ich mich allerdings, wie Shelton nach exzessiven Drogen- und Alkoholgenuss überhaupt noch handlungsfähig war und noch einen logischen Gedanken fassen konnte.
    Mir hat das Buch gut gefallen, ich könnte es mir auch gut für etwas ältere Jugendliche vorstellen, die mit Percy eine eindrucksvolle Hauptfigur finden.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Jan 2017 

    Kurioses Drogendrama

    Percy James ist eine 16 Jährige die es wahrlich nicht leicht hat. Ihre Mutter Carletta ist Drogenabhängig, und kümmert sich kaum um Percy. Im Gegenteil, es ist Percy die sich um ihre Mutter kümmert. Als diese dann im tiefsten Schneesturm zur Hütte des Dealers ihrer Mutter aufbricht, um diese nach Hause zu holen, findet sie dort ein hilfloses Baby anstelle ihrer Mutter. Da der Dealer, Shelton Porter, und seine Freundin, die Mutter des Babys total zugedröhnt sind, macht Percy das einzig richtige, und nimmt die kleine Jenna kurzerhand mit. In ihrer Not läuft sie im Schneesturm zu einem Bekannten der in der Nähe wohnt. Portis war eine Zeit lang mit ihrer Mutter zusammen, der besten Zeit in Percies Leben. Dort bekommt sie die nötige Unterstützung, Portis hilft ihr das verwahrloste Kind ins Krankenhaus zu bringen. Doch in der zwischenzeit wurde Jennas Entführung bemerkt, und nun ist Shelton auf der Suche und er hat einige zwielichte Gestalten mobilisiert.

    Travis Mulhauser hat einen sehr kuriosen Roman verfasst. Der Hintergrund und die Thematik als solche sind eher tragisch, dennoch schaffte der Autor es irgendwie, dass ich stellenweise eher belustigt als erschrocken oder schockiert war. So einen Roman habe ich noch nicht erlebt, weiß jetzt teilweise immer noch nicht, was ich davon halten soll. Eine Sache weiß ich aber, dieses Buch hat mich gut unterhalten, von daher spreche ich hiermit meine Leseempfehlung aus. Es lebe Percy James, die trotz ihres schlechten Umfeldes das richtige getan hat.

 
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